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14 Tage – viele Entscheidungen: So lief der rasante Eintracht-Umbruch

Eintracht Frankfurt hat nach dem Ende der Ära Markus Krösche rasant die Weichen gestellt. Der Traditionsverein ließ seinen Ansagen Taten folgen.

Frankfurt – „Wir sind für den Fall der Fälle vorbereitet!“ Diesen Satz bekam man bei Gesprächen mit Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt stets zu hören, wenn es um einen möglichen Abgang des damaligen Sportvorstands Markus Krösche ging. Der Klub hat innerhalb von nur 14 Tagen den Beweis dafür geliefert. In kürzester Zeit ist viel passiert. Absolut Eintracht blickt zurück.

Sonntag, 18. Oktober

„Aufsichtsrat stellt Markus Krösche auf eigenen Wunsch frei.“ So lautete die Überschrift der Pressemitteilung, die zwei Tage nach dem 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln für Aufsehen sorgte. Eine Trennung hatte sich zwar schon länger abgezeichnet, dennoch kam die endgültige Entscheidung überraschend. Krösche hatte fünfeinhalb Jahre lang überwiegend gute bis sehr gute Arbeit bei der Eintracht geleistet. Das wurde auch in der Mitteilung entsprechend gewürdigt.

Eintracht-Präsident Mathias Beck und Vorstandsboss Axel Hellmann waren in den vergangenen Wochen sehr aktiv
Eintracht-Präsident Mathias Beck und Vorstandsboss Axel Hellmann waren in den vergangenen Wochen sehr aktiv © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

Nur wenige Minuten später folgte die nächste Nachricht der Hessen: „Axel Hellmann Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt.“ Der Jurist rückte vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden auf und übernahm zugleich interimistisch die Aufgaben des Sportvorstands. „Wir durften nicht mehr in eine Vakuumsphase wie 2021 fallen“, betonte Hellmann. Er sollte Wort halten.

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Der „Absolut Eintracht-Newsletter“ - ein Muss für SGE-Fans © Plietsch/Imago

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Als Fredi Bobic Anfang März 2021 in einem Interview seinen Abschied von der Eintracht angekündigt hatte, begann beim Klub eine Phase hektischer Betriebsamkeit. Berater wussten nicht mehr, wer ihr Ansprechpartner war. Der damalige Trainer Adi Hütter, der inzwischen wieder nach Frankfurt zurückgekehrt ist, zeigte sich plötzlich offen für einen von Max Eberl forcierten Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. In der Bundesliga rutschten die Frankfurter am Ende einer Saison ohne klare Führung beinahe noch aus den Champions-League-Rängen. Diesen Fehler wollte der Traditionsklub in diesem Herbst nicht wiederholen – und handelte diesmal zügig.

Montag, 19. Oktober

Die Mitgliederversammlung wurde zu einem Festtag für die Eintracht-Familie. Krösche erhielt nach seiner emotionalen und zu Tränen rührenden Abschiedsrede viel Applaus. Der ehemalige Sportvorstand verließ den Klub durch die ganz große Tür. Das Trainerduo Adi Hütter und Christian Peintinger erhielt die lebenslange Mitgliedschaft. Zudem wählten 99,5 Prozent der rund 1.400 anwesenden Mitglieder Mathias Beck zum Präsidenten des Klubs. Damit konnte er in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender in die finalen Gespräche mit den möglichen Krösche-Nachfolgern einsteigen.

Samstag, 24. Oktober

Hellmann war vor dem Topspiel der Eintracht bei Borussia Dortmund am Sky-Tisch zu Gast. Konkrete Namen ließ er sich zwar nicht entlocken, den Kreis der Kandidaten grenzte er aber ein: „Es gibt eine Gruppe von drei Kandidaten.“ Zudem kündigte Hellmann an: „Ich bin ziemlich sicher, dass relativ schnell eine Entscheidung über die Besetzung fallen wird.“

Donnerstag, 29. Oktober

„Aufgabenverteilung im sportlichen Bereich angepasst.“ Krösche hatte die Eintracht strukturell gut aufgestellt hinterlassen. Dem 46-Jährigen war stets wichtig gewesen, dass die Geschäfte auch in seiner Abwesenheit weiterlaufen können. Innerhalb dieses Frankfurter Kosmos nahmen die Verantwortlichen nun einige Anpassungen vor. Sportdirektor Timmo Hardung wurde bei den unmittelbaren Aufgaben rund um das Trainerteam entlastet.

Dafür übernahm er die direkte Verantwortung für den medizinischen Bereich und das Nachwuchsleistungszentrum. Ex-Profi Sebastian Rode setzte sein Traineeprogramm im sportlichen Bereich drei Monate früher als geplant fort und rückte damit näher an die Mannschaft und Trainer Hütter heran. Beim Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV (3:1) saß Rode bereits auf der Bank.

Samstag, 31. Oktober

„Joti Chatzialexiou wird neuer Sportvorstand!“ Nur 13 Tage nach der Freistellung Krösches stand dessen Nachfolger fest. Chatzialexiou kommt vom 1. FC Nürnberg und soll voraussichtlich zum 1. Februar 2027 in Frankfurt beginnen. Da die Franken mit Dieter Frey bereits einen neuen Mann präsentiert haben, deutet sich allerdings ein früherer Abschied Chatzialexious an.

Hellmann jedenfalls sparte nicht mit Lob für die Verantwortlichen: „Ich muss Mathias Beck und seinen Kollegen im Aufsichtsrat ein Riesenkompliment machen.“ Die Weichen für die Zukunft waren gestellt – und die Eintracht hatte den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Taten folgen lassen.

Anders als 2021 ist diesmal kein Führungsvakuum entstanden: Eintracht Frankfurt hat innerhalb weniger Tage Verantwortung verteilt, Strukturen angepasst und einen Nachfolger gefunden. Hellmanns Versprechen, im Ernstfall vorbereitet zu sein, war mehr als eine Beruhigungspille – der Klub hat es eingelöst.

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