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Wackelt auch Sandro Wagner schon jetzt? Doppelte Blitz-Entlassung bei Hannover 96 offenbar möglich
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Bei Hannover 96 ist der Trainereffekt nach der Einstellung von Sandro Wagner komplett verpufft. Nach der Derby-Pleite in Braunschweig herrscht hinter den Kulissen offenbar Chaos und Panik. Das könnte möglicherweise sofort Konsequenzen haben.

Besonders für Wagners Fürsprecher Jonas Boldt. Der Sport-Geschäftsführer, der erst seit dem 1. Juli bei Hannover das Sagen hat, setzte Trainer Christian Titz nach einem, gemessen an den Aufstiegsambitionen, verkorksten Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Ligaspielen, vor die Tür.

Anschließend installierte Boldt Sandro Wagner, unter dem die Hannoveraner zum Auftakt sang- und klanglos gegen den 1. FC Magdeburg untergingen (0:3), dann ein 1:1 gegen St. Pauli holten und letztlich durch die 0:2-Niederlage im Derby gegen Eintracht Braunschweig auf Platz 16 abrutschten. In Hannover geht nun die Angst um, das demütigende Schicksal von Fortuna Düsseldorf aus der Vorsaison zu teilen und die Restsaison nicht etwa um die Bundesliga-Rückkehr, sondern den Klassenerhalt zu spielen.

Wie die Bild berichtet, gebe es mittlerweile bei den 96ern "intern große Zweifel" an Boldt, der bislang eigentlich noch das Vertrauen der Gesellschafter genossen hatte, obwohl die Fans in weiten Teilen nach der Titz-Entlassung bereits vom neuen Sportboss abgerückt waren und auch die im Sommer getätigten Transfers von Marcel Hartel, Emir Sahiti oder Keeper Pascal Loretz kaum zu überzeugen wussten.

Nun aber wird es offenbar eng für Boldt - und das nur knapp vier Monate nach seinem Amtsantritt. Dabei soll auch der Kurzurlaub von Boldt vor dem Derby am vergangenen Sonntag im Aufsichtsrat überhaupt nicht gut angekommen sein. Klubpatron Martin Kind "soll sich vom Geschäftsführer abgewendet haben", berichtet die Bild weiter.

Wackelt auch Sandro Wagner bereits bei Hannover 96?

"Wir dürfen nicht absteigen. Dann hätte ich 30 Jahre umsonst gearbeitet. Das kann ich nicht akzeptieren", wird er von dem Blatt zitiert. Auf Nachfrage zur Personalie Boldt habe er sich nicht äußern wollen. Ein schnelles Ende der Zusammenarbeit sei aber längst nicht mehr ausgeschlossen - und auch Sandro Wagner wackele bereits, heißt es in dem Bericht.

Boldt und auch Wagner hatten den beliebten Titz zuletzt für die prekäre Lage in Hannover verantwortlich gemacht. "Man merkt einfach, dass diese Leichtigkeit fehlt. Dass da letztes Jahr ein Stück weit was kaputtgegangen ist", sagte Wagner jüngst nach der Derbypleite in Braunschweig. Boldt stieß in ein ähnliches Horn: "Das Thema existiert im Prinzip seit März, dass der Klub sehr wenig Spiele gewonnen hat, teilweise ohne Führung dagestanden ist. Ich bin hierhergekommen und habe eine Mannschaft bemerkt, die gar kein Selbstvertrauen hat. Da arbeiten wir dran. Da muss man anpacken, es ist ein langer Weg."

Sandro Wagner

Chaos pur! Was ist nur los bei Hannover 96?

Hannover hatte in der vergangenen Saison unter Titz lange um den Aufstieg mitgespielt, gewann ab März aber nur noch drei von zehn Ligaspielen (eine Niederlage, sechs Remis) und musste Elversberg, Schalke und Paderborn den Vortritt lassen. Die sportliche Krise ging einher mit einem abermaligen Chaos auf der Führungsebene des Klubs. Nach dem Abgang von Sportdirektor Marcus Mann zum Jahreswechsel zu RB Salzburg hatte zunächst Jörg Schmadtke abermals nach seiner ersten Amtszeit von 2009 bis 2013 in Hannover die Zügel übernommen, nur um im März nach nur drei Monaten völlig überraschend wieder hinzuschmeißen.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete damals, dass Schmadtke und auch einige andere 96-Profis dem damaligen Trainer Titz schon äußerst kritisch gegenübergestanden hätten und Schmadtke dessen Demission geplant habe. Zudem soll sich Schmadtke einen heftigen Streit mit 96-Gesellschafter Gregor Baum über die von Schmadtke geforderte Erhöhung des Personaletats geliefert haben.

Das Thema Titz hatte sich mit Boldts Ankunft in Hannover dann schnell erledigt. Allerdings läuft dessen "Trumpfkarte" Sandro Wagner mittlerweile erneut Gefahr, bei einem ambitionierten Cheftrainerjob außerhalb der Regionalliga Bayern und Unterhaching zu scheitern. Wagner hatte seine gute Rolle als Co-Trainer von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Sommer 2025 verlassen, um seine erste Cheftrainer-Station in der Bundesliga anzutreten.

Beim FC Augsburg war für den 38-Jährigen aber nach nur 14 Pflichtspielen (0,93 Punkte pro Spiel) schon wieder Schluss. Und mittlerweile ist es offenbar fraglicher denn je, ob Wagner auf eine solche Anzahl von Spielen an der Seitenlinie von Hannover 96 kommt.

Die Niedersachsen treffen am Mittwochabend zuhause in der zweiten Runde des DFB-Pokals auf den 1. FC Kaiserslautern. Am darauffolgenden Sonntag steht abermals vor heimischer Kulisse das Krisenduell gegen Dynamo Dresden auf dem Programm.

Jörg Schmadtke
Getty Images

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