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Hannover – Die Situation bei Hannover 96 nach der 0:2-Pleite am vergangenen Sonntag bei Eintracht Braunschweig ist vor allem nach den schlimmen Ausschreitungen der 96-Ultras nach diesem Niedersachsenderby schon heiß genug. Am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) geht es in der Heinz von Heiden-Arena in der zweiten Runde im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern vor prognostizierten 35 000 Zuschauern. Ob ausgerechnet den Roten und seinem neuen Trainer Sandro Wagner gegen die derzeit starken Pfälzer der so sehr herbeigesehnte Befreiungsschlag gelingt, muss zumindest bezweifelt werden.
Die 96er, die spätestens nach dem 0:2 im Derby im Abstiegskampf der zweiten Liga angekommen sind, dürften indes froh sein, sich nur drei Tage später in diesem Pokalspiel zu rehabilitieren für die katastrophal schwache Leistung gegen Braunschweig. „Vielleicht können wir im Pokal wieder unser Vertrauen normal wiederfinden in unserem Spiel, in unserer Mannschaft. Wir können ein bisschen den Kopf freimachen. Wir müssen dieses Pokalspiel nutzen, um die ganze Mannschaft und den ganzen Verein zusammenzubringen“, sagte 96-Verteidiger Jean Hugonet nach dem Derby.
Erneut plagt sich Wagner mit Personalsorgen herum. Weiter fehlen die so wichtigen Offensivspieler Lars Gindorf (nicht auskurierter Virus) und Mustapha Bundu (Oberschenkelverletzung). Hinzu kommen Stürmer Benedikt Pichler und Bastian Allgeier. Im Tor, und diese Personalie hatte der 96-Coach schon vor zwei Wochen kommuniziert, wird der Schweizer Pascal Loretz anstelle der derzeitigen Nummer eins, Leo Weinkauf, stehen. „Es ist nicht schön, wenn mir gute Spieler fehlen. Das soll aber kein Alibi sein. Ich habe noch gute Jungs, die da sind, die auch ein anderes Gesicht zeigen wollen als in Braunschweig“, sagt Wagner. Es wäre auch keiner dagewesen, der in Braunschweig nicht gewollt hätte. „Ich erwarte, dass jeder im Stadion sieht, dass wir das Spiel gewinnen wollen.“
Wagner schaute noch einmal zurück auf das Derby und analysierte: „Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und wussten, dass dieses Spiel vielen Menschen sehr viel bedeutet. In der zweiten Halbzeit wollten wir ein anderes Gesicht zeigen. Da hatten wir direkt zwei, drei, vier gute Möglichkeiten, bei denen nur wenig fehlte, damit der Ball reingeht. Dieser Moment ist gerade nicht da. Da kann man viel erzählen, aber am Ende ist es ein Detail, das nicht gepasst hat.“
Nun freut sich Wagner auf Kaiserslautern, das in Liga 2 gut gestartet sei und mit breitem und großem Kader anreisen wird. Interessant wird sein, wie Wagner die Mannschaft verändert. In Braunschweig feierte der gebürtige Göttinger Tom Hobrecht sein Zweitligadebüt. Er war für Husseyn Chakroun in der 78. Minute eingewechselt worden. Erhalten die beiden Offensivkräfte Taycan Etcibasi oder auch Merlin Sinanovic Einsatzzeiten? Für Wagner zählen im Moment zwei Dinge, um gemeinsam in gute Zeiten, wie er es nennt, zu kommen. Erstens: Vertrauen und zweitens: Zeit und Ruhe. „Eine Mannschaft braucht auch mal ein Erfolgserlebnis, damit sie über eine gesamte Spielzeit wieder ins Laufen kommt. Das wollen wir morgen sehen.“ wg/gsd