Zurück
Der DFB-Sportdirektor hält große Stücke auf den Bundestrainer. Eine Sache hält Sammer aber für überflüssig. Dahinter steckt eine Sorge um den deutschen Fußball.
Matthias Sammer (59) hält die öffentlichen Einlassungen von Jürgen Klopp (59) zu Bayern-Trainer Vincent Kompany (40) für überflüssig. Bei Sky Sport sagte der DFB-Sportdirektor über den Bundestrainer: "Dann soll er präsent sein und nichts sagen."
Inhaltlich steht Sammer hinter dem 59-Jährigen. "Ich bin froh, dass Jürgen Klopp unser Nationaltrainer ist", erklärte er und verwies auf dessen Fußballverständnis. Die Debatte um Kompany aber sei entbehrlich: "Das ist unnötig, weil es Diskussionen gibt, die wir aktuell nicht gebrauchen können."
Seine Erklärung: Klopp habe die Wirkung seines neuen Amtes womöglich unterschätzt. Jahrelang war er Klubtrainer, zuletzt bis 2024 beim FC Liverpool, seit August 2026 führt er die Nationalmannschaft. "Er hat das höchste Traineramt im Lande", so Sammer, "und spricht im Prinzip über den Trainer, der das höchste Traineramt auf Klubebene im Land hat."
Problematisch findet Sammer vor allem den entstandenen Eindruck. Wenn zwei große Trainer öffentlich so wirkten, als verstehe der eine den anderen nicht, sei das für die Entwicklung des deutschen Fußballs kontraproduktiv. "Das ist nicht gut."
Auf die Frage, ob Klopp solche Themen künftig für sich behalten solle, antwortete der frühere Europameister ohne Umschweife: "Absolut. Absolut! Damit tut er sich keinen Gefallen." Belasten werde es den Bundestrainer ohnehin nicht. Klopp sei "eine große und starke Persönlichkeit".
Sammer ist nicht der Erste, der sich einschaltet. Oliver Kahn hatte Klopp zuletzt ebenfalls ermahnt und bei dessen Äußerungen zum 2:2 der Münchner gegen Arsenal von einer "typischen Fußball-Experten-Aussage" gesprochen.
Kompany selbst hat sich öffentlich nicht zu der Debatte geäußert; der Belgier fehlt den Bayern derzeit aus gesundheitlichen Gründen. Der Tabellenführer der Bundesliga empfängt am Mittwoch im DFB-Pokal den 1. FC Magdeburg.