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Ana Ivanovic erklomm schon in frühen Jahren den Tennis-Thron. Ein ehemaliger Weggefährte packt nun über eine schwierige Entscheidung aus.
München – Ana Ivanovic musste in ihrer Karriere so einige Rückschläge verkraften. Einer davon kam dabei schon in jungen Jahren von einem Mann, der sie jahrelang begleitet hatte. Ihr früherer Trainer Sven Groeneveld (61) spricht nun im Interview mit der Abendzeitung ausführlich über das Ende ihrer Zusammenarbeit. Die Serbin, die auch als Ex-Partnerin von Bastian Schweinsteiger bekannt ist, fühlte sich damals von dem Niederländer vor den Kopf gestoßen.
Die Karriere der Serbin nahm 2008 richtig Fahrt auf. Im Juni gewann Ivanovic die French Open und stieg zur Nummer eins der Weltrangliste auf. Groeneveld begleitete sie im Rahmen eines Trainerprogramms von Adidas. Doch 2009 kam die Absage. „Sven kam einfach zu mir und sagte, dass er mich nicht mehr trainieren möchte“, erzählte Ivanovic später. Für sie war das schwer zu verkraften.
Groeneveld begründet seine Entscheidung mit Fürsorge: „Ich wollte sie beschützen“, sagt der 61-Jährige in einem Interview mit der Abendzeitung. Er riet dem Management, einen Vollzeit-Trainer zu engagieren, und sah sich selbst nicht als den Richtigen. Zwei Jahre später fragte Ivanovic erneut nach. Ihre Schilderung im Podcast mit Slaven Bilic – indem sie auch ein pikantes Geständnis ablieferte – fällt deutlich aus: „Zwei Tage vor den Australian Open sagte er mir dann, dass er es nicht machen wolle, und ließ mich damit allein.“
Groeneveld nennt auch private Gründe: „Die Zeit war für mich persönlich sehr schwierig, da ich eine Scheidung durchlebte.“ Entscheidend seien aber andere Faktoren gewesen: „Herausfordernde Verhandlungen mit ihrem Management und eine schlechte Kommunikation haben mich sehr verärgert und enttäuscht.“ Deshalb entschied er sich gegen eine private Zusammenarbeit, blieb aber als Adidas-Berater tätig.
„Ich habe jetzt seit 2013 nicht mit Ana gesprochen“, sagt Groeneveld. Ihre Karriere habe er aus der Distanz verfolgt, heute zeigt er sich versöhnlich. Die gegenseitige Enttäuschung solle der Vergangenheit angehören. „Und ich hoffe, dass wir eines Tages gemeinsam zu Abend essen und über die Lektionen und Erfahrungen sprechen können, die wir im Leben miteinander geteilt haben.“
Groeneveld glaubt, dass Ivanovic nie ausreichend gewürdigt wurde: „Ich glaube nicht, dass Ana jemals ausreichend gewürdigt hat, was sie 2008 erreichte.“ Er nennt das Finale der Australian Open, den Sieg bei den French Open und den Sprung an die Weltranglistenspitze. „Meiner Meinung nach verdient sie es, in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen zu werden.“ Ob es zum gemeinsamen Abendessen kommt, bleibt abzuwarten. (kk)