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Stilvoll und krachend mit einem Ass durch die Mitte. Deutschlands Tennis-Ass Jan-Lennard Struff sorgt für einen echten Coup – und kann es selbst kaum glauben.
Basel – „Struffi hat Djokovic geschlagen?“ Alexander Zverev konnte es kaum glauben, als er vom Überraschungscoup seines Davis-Cup-Teamkollegen Jan-Lennard Struff erfuhr. Der hat seine starke Spätform beim ATP-Turnier in Basel mit einem sensationellen Coup gekrönt und Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic erstmals bezwungen. Jan-Lennard Struff rang den Serben in einem hochklassigen Achtelfinal-Krimi nach 2:36 Stunden mit 6:7, 7:5, 7:6 nieder und zog ins Viertelfinale ein.
Seinen dritten Matchball verwandelte Struff zum umjubelten Premierensieg im neunten direkten Duell: „Ich kann es gar nicht glauben. Unglaublich! Die letzten Spiele habe ich allesamt gegen ihn verloren, aber ich weiß auch, dass ich immer weiterspielen muss. Und es brauchte auch ein wenig Glück“, sagte Struff im Anschluss an die Partie.
Vor euphorisierten 8.600 Zuschauern begegneten sich beide Spieler von Beginn an auf Augenhöhe. Den umkämpften ersten Satz entschied Djokovic im Tiebreak für sich, doch Struff ließ sich davon nicht beeindrucken. Der Deutsche zeigte phasenweise brillantes Tennis, wehrte im zweiten Durchgang alle vier Breakbälle gegen sich ab und nahm seinem prominenten Gegner beim Stand von 6:5 erstmals den Aufschlag ab.
Schon der Satzgewinn war für Struff ein kleiner Triumph: In acht bisherigen Duellen mit dem Serben hatte er insgesamt nur einen einzigen Durchgang für sich entschieden. Auch im Entscheidungssatz blieb das Niveau hoch. Djokovic diskutierte zwischenzeitlich sichtlich frustriert mit seinem Trainer Viktor Troicki, während Struff einen weiteren Breakball abwehrte und bei eigenem Aufschlag die Nerven behielt.
Erneut musste der Tiebreak entscheiden – dieses Mal mit dem besseren Ende für den Deutschen. Beim Stand von 6:3 hatte der DTB-Star gleich drei Matchbälle auf dem Schläger, den dritten verwandelte er krachend mit seinem 27. Ass durch die Mitte. Struff hatte zuletzt mit seinem Finaleinzug beim ATP-Turnier in Brüssel aufhorchen lassen und in Basel zum Auftakt Davis-Cup-Kumpel Yannick Hanfmann mit 6:4, 6:3 bezwungen.
Zuvor war Daniel Altmaier im Achtelfinale ausgeschieden. Der 28-Jährige aus Kempen unterlag dem an Position acht gesetzten Tschechen Jiří Lehecka mit 5:7, 4:6 und verpasste damit seinen zweiten Viertelfinaleinzug in Folge. Altmaier kämpft noch um den letzten freien Platz im deutschen Davis-Cup-Team für das Finalturnier in Bologna Ende November, Struff ist hingegen fest nominiert. Warum, das bewies er nun beim Coup in Basel. (rele)