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Novak Djokovic bleibt auch mit einem stark begrenzten Turnierprogramm ein ernsthafter Gegner für die Weltspitze. Für die Qualifikation zu den ATP Finals zählt allerdings nicht allein, welches Niveau er an einem guten Tag erreichen kann. Der 39-Jährige muss in den letzten Wochen der Saison noch ausreichend Punkte sammeln.
Vor seinem Start in Basel standen für ihn 2.840 Punkte im Jahresrennen zu Buche, gegenüber 3.184 von Rafael Jodar auf dem damaligen letzten Qualifikationsplatz. Die Swiss Indoors sind erst sein zehntes Turnier der Saison. Bis dahin hatte er lediglich 27 Matches bestritten.
Madison Keys sieht gerade in diesem Verhältnis zwischen wenigen Einsätzen und weiter bestehender Aussicht auf Turin etwas Bemerkenswertes. Im Podcast Player's Box sagte sie über Djokovic: “He’s still so good, and he’s always in the mix.”
Seine Ergebnisse liefern dafür konkrete Anhaltspunkte. Bei den Australian Open erreichte er nach einem Halbfinalsieg über Jannik Sinner das Endspiel; später gewann er die China Open. Das belegt weiterhin vorhandene Spitzenleistungen, ersetzt aber nicht die fehlenden Möglichkeiten, über eine volle Saison hinweg Punkte aufzubauen.
Für den Endspurt ergibt sich daraus eine anspruchsvolle Kombination. Djokovic benötigt tiefe Turnierläufe und muss zugleich mit jenen körperlichen Problemen umgehen, die sein Programm bereits eingeschränkt haben. Ein langer Aufenthalt im Tableau wäre sportlich erwünscht, bedeutet aber auch mehrere zusätzliche Belastungen in kurzer Folge.
Djokovic hat erklärt, dass ihm Hallentennis inzwischen entgegenkommt, weil Hitze, Sonne und andere äußere Einflüsse wegfallen. Seine Bilanz von 202 Siegen bei 50 Niederlagen auf Hallenhartplätzen unterstreicht, dass es sich nicht um unbekannte Bedingungen handelt.
Die Umgebung löst die Qualifikationsaufgabe jedoch nicht von selbst. Sie kann ihm helfen, Energie über ein Match hinweg besser einzuteilen; die notwendigen Siege muss er gegen ein Feld erzielen, das ihm keine Schonfrist einräumt.
Die Basler Auslosung stellte dem an Nummer vier gesetzten Serben zum Auftakt Ugo Humbert gegenüber. Ihr zuvor einziges Duell gewann Djokovic 2019 im Wimbledon-Achtelfinale in drei Sätzen. Dieser Vergleich liegt allerdings auf einem anderen Belag und mehrere Jahre zurück.
Basel und das anschließende Masters in Paris bilden nun die entscheidende Strecke seines Qualifikationsversuchs. Keys' Einschätzung erklärt, warum ihm ein weiterer großer Lauf zugetraut wird. Die Punktelage erklärt zugleich, weshalb einzelne überzeugende Auftritte diesmal möglicherweise nicht genügen. Djokovic muss seine verbliebene Klasse über mehrere Runden hintereinander abrufen, wenn aus der Chance auf Turin eine tatsächliche Teilnahme werden soll.