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Am Donnerstag startet die U15-FIFA-Weltmeisterschaft in Aserbaidschan. Stolze 189 Länder dürfen an dem Format teilnehmen – Deutschland ist aber nicht dabei.
Wer dachte, die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sei ein XXL-Turnier mit 48 Nationen gewesen, der kannte die neusten Pläne der FIFA nicht. Am Donnerstag startet die U15-WM in Aserbaidschan – und jeder darf mitmachen. Wirklich jeder. Das Teilnehmerfeld besteht aus unglaublichen 189 Ländern, die gegeneinander antreten. Nur Deutschland ist nicht mit dabei. Und das hat Gründe.
Viel größer geht es nun wirklich fast nicht mehr. 189 Nationalmannschaften werden am Start sein, wenn am Donnerstag die Fußball-Weltmeisterschaft der U15-Teams in Baku (Aserbaidschan) eröffnet wird. Gespielt wird in 32 Gruppen und danach im K.o.-Format, insgesamt stehen fast 1000 Spiele an – 465 Gruppenspiele und 480 weitere in der K.o.-Phase. Ein irres WM-Format.
Größtenteils absolvieren die 189 Teams ihre Begegnungen parallel. Weil das Turnier nur eine Woche dauert (22. bis 30. Oktober), finden jeden Tag bis zu 200 Spiele über 2x20 Minuten statt. Dafür stehen 20 Spielfelder zur Verfügung, auf denen jeweils zehn Partien hintereinander ausgetragen werden. Jedes Spielfeld ist durchgetaktet von 9 bis 22 Uhr, der offizielle Spielplan der FIFA hat acht DIN-A4-Seiten – und da sind sogar nur die Länderkürzel aufgeführt.
So kommt es dazu, dass in Gruppe A beispielsweise Anguilla gegen die Malediven spielt, während auf dem Nebenplatz Dominica und Syrien in Gruppe H aufeinandertreffen. Selbst nicht unabhängige Länder wie Hongkong (Gruppe L), die Turks- und Caicosinseln (Gruppe Y) oder die Amerikanischen Jungferninseln (Gruppe AB) sind mit dabei. Und ja, die Buchstaben A bis Z reichen für die Gruppenbezeichnungen nicht mehr aus.
Das gigantische Format wird bei der U15-WM erstmals bei einem FIFA-Turnier angewandt. Der Weltverband des umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino hatte im Dezember beschlossen, die Weltmeisterschaft der U15 bei den Männern (2026), Frauen (2027) und beiden Geschlechtern (2028) als sogenanntes „Festival-Format“ auszutragen. Das bedeutet: Alle 211 Mitgliedsverbände der FIFA dürfen mitmachen, ohne sich vorab qualifizieren zu müssen.
„Das Turnier ermöglicht es jedem Mitgliedsverband, internationale Wettbewerbe zu erleben, sich mit Mannschaften aus aller Welt zu messen und die nächste Generation von Spielern, Trainern und technischen Mitarbeitern zu inspirieren“, wirbt die FIFA für das Format. Infantino hält die U15-WM für „grundlegend für das Bestreben der FIFA, jedem Talent auf der ganzen Welt eine Chance zu geben“. Der Wettbewerb sei für ihn „ein weiteres Beispiel dafür, wie die FIFA in den Fußball reinvestiert“.
Deutschland ist eines der wenigen Länder, das diese Einladung abgelehnt hat. „Aus unserer Sicht sollten Talente nicht zu früh den Begleiterscheinungen des professionellen Fußballgeschäfts ausgesetzt werden“, wird ein DFB-Sprecher von der „Sportschau“ zitiert. Gemeint seien damit vor allem „ein erhöhter Erwartungsdruck, eine frühe öffentliche Bewertung ihrer Leistungen sowie ein frühzeitiges Interesse aus dem Berater- und Marktumfeld“.
Doch die Nicht-Teilnahme hat auch politische Gründe. Weil alle Mitgliedsverbände der FIFA eingeladen sind, darf auch Russland mitmachen – und nimmt damit erstmals seit dem Angriffskrieg in der Ukraine wieder an einem FIFA-Wettbewerb teil. Daraufhin zogen mehrere europäischen Nationen ihre Teams zurück. Neben dem DFB fehlen 17 weitere UEFA-Verbände, darunter beispielsweise Österreich, die Schweiz, Schweden oder die Ukraine. Außerhalb Europas nehmen lediglich aus den USA, Nordkorea, Eritrea und Libyen keine Mannschaft teil.
Nicht nur die Teilnahme Russland, das in Vorrundengruppe AE auf Aserbaidschan, Dschibuti, Sierra Leone, Sudan und die Türkei trifft, sorgt für politische Spannungen bei dem Turnier. Auch Israel, Palästina, der Kosovo oder Gibraltar haben U15-Teams zur WM geschickt. Beim DFB schaut man sich das Geschehen hingegen lieber aus der Ferne an.