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Borussia Mönchengladbach hat den alleinigen Rekord-Fehlstart in der Bundesliga abgewendet und mit einem furiosen 3:2 (1:1)-Sieg beim VfB Stuttgart für eine dicke Überraschung gesorgt.
Nach den ersten sechs Saisonpleiten hätte eine weitere Niederlage den Allzeit-Rekord in der Bundesliga bedeutet. So durften sich die Gladbacher über den ersten Saisonsieg freuen, der nach einer starken Leistung verdient war.
Dabei sah es zunächst nach einem weiten Rückschlag für das Team vom Niederrhein aus. Joe Scally (38.) sowie Shuto Machino (51.) und Wael Mohya (66.) drehten den frühen Rückstand durch Stuttgarts Ermedin Demirovic (5.) und ließen ganz Fußball-Mönchengladbach aufatmen. Demirovics zweiter Treffer (84.) kam zu spät.
Der VfB Stuttgart taumelt damit weiter der Abstiegszone entgegen und zeigte nach starken Auftritten in der Champions League diesmal wieder sein blasses Bundesliga-Gesicht.
Sportschau, Das Erste, 23.10.2026 • 23:10 Uhr
Borussia Mönchengladbach war mit einem arg dezimierten Kader nach Schwaben gereist. Insgesamt fehlten Trainer Alexander Blessin elf Spieler aus unterschiedlichen Gründen. Blessin füllte seinen Kader mit Spielern aus dem Regionalliga-Team auf.
Auch der VfB Stuttgart bekam an diesem regnerischen Freitagabend ein neues Gesicht. Trainer Sebastian Hoeneß rotierte sechs neue Spieler gegenüber dem 1:1 in der Champions League gegen Atletico Madrid rein, darunter seine beiden Stürmer Ermedin Demirovic und Dzenan Pejcinovic. Beide sollten die Anfangsphase prägen.
Die Partie war gerade einmal fünf Minuten alt, da hatte Demirovic bereits seinen ersten großen Moment. Nach einer Vorlage von Pejcinovic fackelte er nicht lange, zog aus 22 Metern aus der Drehung ab und hatte Erfolg.
Dabei sah Gladbach-Keeper Moritz Nicolas nicht gut aus. Er riss zwar seinen Arm hoch, war auch zur Stelle, doch der Ball rutschte ihm über die Hand und fiel ins Tor. Gladbach hatte sich noch gar nicht richtig sortiert, da lagen sie schon hinten. Das Spiel gehörte also zu Beginn den Stuttgartern, die durch Pejcinovic und Lorenz Assignon weitere Top-Chancen verzeichneten.
Als die Anfangsoffensive der Stuttgarter abebbte, kam das Schlusslicht zum Zuge. Und zum Ausgleich. Maximilian Mittelstädt klärte unzureichend vor die Füße von Zento Uno, dessen Schuss Scally ganz frech mit der Hacke versenkte. Dieser Ausgleich gab den Gästen Auftrieb.
Kurz vor dem Pausenpfiff konnte VfB-Keeper dennis Seimen einen Neuhaus-Schuss gerade noch abwehren, Wael Mohya traf wenig später nur die Latte. Jetzt war das Remis für die Stuttgarter sogar schmeichelhaft.
Den Schwung zum Ende der ersten Halbzeit nahmen die Gladbacher mit in den zweiten Durchgang. Wieder war der befreit aufspielende Wael Mohya beteiligt, als er an der Außenlinie zwei Stuttgarter ausdribbelte und in die Mitte zu Shuto Machino passte, der die Kugel unhaltbar in den linken Winkel knallte.
Kurios wurde es in der 66. Minute, und erneut war Youngster Mohya, erst 17 Jahre alt, entscheidend beteiligt. Seinen Flachschuss ließ Seimen durchrutschen. Hendriks klärte auf der Linie. Am rechten Pfosten stocherte Scally zweimal und chipte den Ball dann gekonnt über Seimen hinweg wieder zu Mohya, der den Ball über die Linie köpfte. Für Scally und Mohya, die beiden Gladbacher Matchwinner, war dann vorzeitig Schluss.
Zento Uno und Joe Scally jubeln.
In der Schlussphase gelang abermals Demirovic der Anschlusstreffer zum 2:3, der jedoch zu spät kam. Mönchengladbachs Rumpfelf rettete den Vorsprung über die Zeit und lag sich anschließend in den Armen.
Mit sechs Niederlagen waren auch schon der 1. FSV Mainz 05 (2020/21) und der VfL Bochum (2022/23) gestartet - beide retteten am Ende noch den Klassenerhalt.
Unter der Woche empfängt Gladbach den KSC zur zweiten Pokalrunde (Dienstag, 20.45 Uhr), bevor es am Samstagnachmittag zuhause das wichtige Abstiegsduell gegen den SC Paderborn gibt (15.30 Uhr). Gegen den spielt der VfB Stuttgart im Pokal am Mittwoch (18 Uhr), in der Bundesliga geht es dann am Samstagnachmittag zu Bayer Leverkusen (15.30 Uhr).