Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Dieses VfB-Spiel wird nachhallen: Vom Atlético-Glanz in den Gladbach-Schock
Sein Doppelpack reichte gegen Borussia Mönchengladbach nicht zum Sieg: VfB-Stürmer Ermedin Demirovic.
Sein Doppelpack reichte gegen Borussia Mönchengladbach nicht zum Sieg: VfB-Stürmer Ermedin Demirovic. © Julia Rahn

Stuttgart. Der VfB Stuttgart verliert gegen das zuvor punktlose Schlusslicht 2:3 – und zeigt dabei, wie weit Anspruch und Wirklichkeit in dieser Saison auseinanderliegen können. Unser Spielbericht aus der MHP-Arena.

Wirft gegen Gladbach die Rotationsmaschine an: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.

VfB Stuttgart

Große Rotation beim VfB: So starten die Schwaben gegen Gladbach

Es gibt Niederlagen, die schmerzen. Und es gibt Niederlagen, die Fragen aufwerfen, auf die ein Trainer lieber keine Antwort geben möchte. Das 2:3 des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach gehört zur zweiten Kategorie. Am Dienstagabend hatte der VfB in der Champions League Atlético Madrid phasenweise dominiert, beim 1:1 mit den Großen des europäischen Fußballs mitgehalten. Drei Tage später empfing er in der Bundesliga den Tabellenletzten, der bis dahin keinen einzigen Punkt gesammelt hatte. Und verlor. Nicht unglücklich, nicht unverdient, sondern nach einem Auftritt, der den eigenen Ansprüchen kaum gerecht wurde.

VfB-Coach Hoeneß hatte versucht, seine Elf frisch zu halten

Dabei hatte Sebastian Hoeneß durchaus versucht, seine Mannschaft frisch zu halten. Auf sechs Positionen veränderte der VfB-Trainer im Vergleich zum Atlético-Spiel: Dženan Pejčinović, Ermedin Demirović, Atakan Karazor, Lorenz Assignon, Finn Jeltsch und Leo Sauer rückten in die Startelf. Deniz Undav, Bilal El Khannouss, Grischa Prömel, Josha Vagnoman, Jamie Leweling und Jeff Chabot mussten zunächst zuschauen. Für Sauer war es die erste Startelfchance im VfB-Trikot. Maximilian Mittelstädt bestritt sein 100. Bundesligaspiel für Stuttgart. Es hätte ein angenehmer Jubiläumsabend werden können.

Zunächst sah es tatsächlich danach aus. Demirović, der zuletzt in Hamburg noch zahlreiche Chancen vergeben hatte, brauchte diesmal nur einen Versuch. Aus rund 25 Metern zog der Bosnier ab, der Ball flog mit 102 Stundenkilometern ins Tor. Ein Treffer, dessen statistische Wahrscheinlichkeit bei gerade einmal vier Prozent gelegen haben soll. Borussia-Torhüter Moritz Nicolas sah dabei nicht besonders gut aus. Fünf Minuten waren gespielt, der VfB führte, und die Welt schien in Ordnung.

Maximilian Mittelstädt gehörte gegen Atlético zu den Antreibern des VfB.

VfB Stuttgart

Nach starker Leistung gegen Atlético: Was der VfB jetzt auch in der Liga braucht

Die Stuttgarter kamen mühelos ins letzte Drittel, Chris Führich wirbelte, Pejčinović bereitete den Führungstreffer vor. Assignon prüfte Nicolas aus der Distanz, wenig später setzte Hendriks einen Eckball über die Latte. Nach nicht einmal zwanzig Minuten hätte es längst 2:0 oder 3:0 stehen können. Gladbach wirkte verunsichert, schlecht sortiert und offensiv kaum vorhanden. Der VfB hatte alles, was er für einen entspannten Abend gebraucht hätte: einen frühen Treffer, einen schwachen Gegner und ausreichend Gelegenheiten, die Partie zu entscheiden.

Pfiffe zur Pause in der MHP-Arena in Stuttgart

Nur tat er es nicht. Stattdessen ließ Stuttgart die Zügel schleifen, verlor an Tempo und überließ den Gästen zunehmend den Ball. Die Borussia blieb zwar lange harmlos, doch der VfB machte sie stark. In der 38. Minute war die Stuttgarter Abwehr nicht auf der Höhe, Jo Scally nutzte die Unordnung und traf per Hacke zum 1:1. Ein Ausgleich, den sich die Gastgeber selbst zuzuschreiben hatten. Kurz vor der Pause musste Dennis Seimen gegen Florian Neuhaus parieren, dann rettete die Latte, als Mohya beinahe sogar die Führung für Gladbach erzielt hätte. Von den Rängen gab es Pfiffe. Sie waren nicht zu überhören.

Was in der ersten Halbzeit noch wie ein vermeidbarer Ausrutscher gewirkt hatte, wurde nach dem Seitenwechsel zum sportlichen Desaster. Mohya ließ Sauer und Assignon an der Grundlinie stehen, bediente Shuto Machino am Fünfmeterraum, und der Gladbacher traf in der 51. Minute zum 2:1. Hoeneß gestikulierte wild an der Seitenlinie, war mit der Zweikampfbewertung in der Entstehung überhaupt nicht einverstanden. Der Videoassistent griff nicht ein.

Chris Führich zeigt gegen Atlético Madrid, dass er auch auf der europäischen Bühne den Unterschied machen kann. Mit Tempo, Mut u

VfB Stuttgart

Atlético als Maßstab für den VfB, Gladbach als Prüfstein im Liga-Alltag

Fünf Minuten später brachte Hoeneß mit Undav, Leweling und El Khannouss gleich drei seiner Stammkräfte. Später kam auch Prömel. Die Rotation war damit vorerst beendet, der erhoffte Effekt blieb aus. Der VfB griff wütend an, aber ohne erkennbaren Plan. In der 66. Minute patzte auch noch der junge Torhüter Seimen, Mohya erhöhte auf 3:1. Ausgerechnet gegen eine Mannschaft, die zuvor siebenmal in Folge ohne Punkt geblieben war, drohte Stuttgart eine Demütigung im eigenen Stadion. Wo war die Mannschaft, die Atlético Madrid zwei Tage zuvor phasenweise dominiert hatte? Sie war jedenfalls nicht mehr wiederzuerkennen. Der VfB hatte mehr Qualität, mehr Ballbesitz und genügend Zeit, das Spiel noch zu drehen. Was fehlte, waren Struktur, Klarheit und die Selbstverständlichkeit der ersten zwanzig Minuten. Demirovićs Kopfball zum 2:3 nach Flanke von Leweling in der 83. Minute sorgte noch einmal für Hoffnung. Plötzlich segelten die Bälle in den Gladbacher Strafraum, der Druck nahm zu. Doch der Ausgleich fiel nicht mehr.

So bleibt eine Niederlage, die mehr ist als ein misslungener Abend. Der VfB kann Spitzenfußball spielen, das hat er gegen Atlético gezeigt. Aber er kann offenbar auch gegen einen verunsicherten Tabellenletzten die Kontrolle verlieren, wenn er glaubt, das Nötige werde schon reichen. In der Bundesliga wird die Lage damit ungemütlicher. Sollte am Wochenende auch die Konkurrenz entsprechend punkten, droht nach sieben Spieltagen sogar ein Abstiegsplatz. Die Saison ist jung, gewiss. Die Warnsignale sind es nicht mehr.

Könnte Ihnen gefallen

VfB Stuttgart - Bor. Mönchengladbach

ran.joyn.de vor 5 Stunden

Peinlich-Pleite gegen Gladbach: Dreimal Note 6 für VfB-Stars in der Einzelkritik

Stimme vor 4 Stunden

VfB Stuttgart: Über 8000 Kilometer Anreise – VfB-Fans aus den USA gegen Gladbach im Stadion

Stuttgarter-nachrichten vor 5 Stunden

Fünf Fünfer beim VfB Stuttgart: Die Noten zur Pleite gegen Schlusslicht Gladbach

Zeitungsverlag Waiblingen vor 3 Stunden

„Haben das Herz in die Hand genommen“: Blessin lässt nach Borussia-Sieg dem Freudensprung einen T...

Rheinische Post vor 1 Stunde

Bundesliga-Prognose: Vorhersage & Tipps zum 7. Spieltag 26/27

90min vor 1 Tag

Ex-Stürmer des VfB Stuttgart: Woltemade spielt in der Europa League weiter groß auf – jetzt Topsc...

Stuttgarter Zeitung vor 15 Stunden