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Michel Aebischer weiß, wie sich ein Pokaltriumph anfühlt. Während Union im DFB-Pokal in den letzten Jahren nur selten für Furore gesorgt hat, gewann der Schweizer 2024/25 mit dem FC Bologna die prestigeträchtige Coppa Italia. Jetzt soll er den Eisernen helfen, den Traum vom Finale in Berlin am Leben zu halten.
Der 1:0-Sieg gegen den AC Mailand war für Bologna ein historischer Moment. Mehr als 50 Jahre hatte der Klub auf einen nationalen Titel warten müssen. Als Außenseiter schlugen Aebischer und seine Mitspieler zu – und sicherten sich neben dem Pokal auch das Ticket für die Europa League.
Der 29-Jährige gehörte damals zum Kader, blieb im Endspiel allerdings auf der Bank. Bei Union ist seine Rolle eine ganz andere: Aebischer ist gesetzt und hat sich im Mittelfeldzentrum neben András Schäfer festgespielt.
Unter Trainer Mauro Lustrinelli läuft es für ihn immer besser. Aebischer bringt Ordnung ins Spiel, gewinnt wichtige Zweikämpfe und überzeugt mit seiner Übersicht. Beim jüngsten 1:1 in Augsburg leitete er mit einem weiten Ball den Ausgleich durch Janik Haberer ein.
Lustrinelli kennt seinen Schützling bestens. Beide arbeiteten bereits bei der Schweizer U21-Nationalmannschaft zusammen. „Wir haben eine gute Beziehung zueinander, sprechen und diskutieren viel über Fußball, sind dabei aber nicht immer derselben Meinung“, verriet Aebischer nach dem Spiel in Augsburg.
Einer bekommt die starke Form des Schweizers besonders zu spüren: Aljoscha Kemlein! Das Union-Eigengewächs muss sich derzeit hinten anstellen. Fast zwei Jahre war der Berliner neben Rani Khedira eine feste Größe. Jetzt sitzt er immer öfter auf der Ersatzbank.
Vor dem Duell beim 1. FC Köln bleibt Kemlein immerhin eine Hoffnung: die Rotation. Lustrinelli kündigte zwar an, an seiner eingespielten Mannschaft festhalten zu wollen. Gleichzeitig werde er genau hinschauen, wer aus dem Kader eine Pause benötigt.
Personell gibt es bei Union am Montag noch keine Neuigkeiten. Andrej Ilic, Stanley Nsoki und Josip Juranovic fallen weiterhin aus. Auch hinter dem Einsatz von Felix Uduokhai steht noch ein Fragezeichen.
Das Ziel ist trotz der Ausfälle klar: Union will ins Achtelfinale! Die Eisernen träumen vom Endspiel am 29. Mai 2027 im Berliner Olympiastadion. Der bislang letzte große Pokal-Coup liegt lange zurück: In der Saison 2000/01 schaffte es Union als Regionalligist sensationell bis ins Finale. Dort war der FC Schalke 04 beim 0:2 zu stark.
Warum sollte diesmal nicht wieder etwas gehen? In der Bundesliga ist Union seit drei Spielen ungeschlagen. Und auch beim Gegner aus Köln herrscht längst nicht eitel Sonnenschein.
In Köln steht Trainer René Wagner heftig in der Kritik. Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Schalke forderten Teile der Fans lautstark seine Entlassung. Der 38-Jährige, der bei Union einst Assistent von Steffen Baumgart war, steht damit vor einer besonders heiklen Aufgabe.
Schon in der vergangenen Saison war Wagner nach der Trennung von Lukas Kwasniok mit der Mannschaft in den Abstiegskampf geraten. Zwar gelang am Ende der Klassenerhalt, doch schwache Leistungen zum Saisonabschluss ließen Zweifel zurück.
„Direkt nach dem Spiel und am Tag danach haben einen die Reaktionen schon persönlich getroffen. Wir müssen aber damit umgehen“, sagte Wagner vor dem Pokalduell.
Seine klare Ansage für das Spiel gegen Union: „Wir haben es gegen Schalke einfach nicht geschafft, gefährlich zu werden. Das wollen wir morgen besser machen und Tore schießen.“
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