Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Stan Wawinkas humorvolle Rivalität mit Roger Federer und seine Grand-Slam-Triumphe
Stan Wawinkas humorvolle Rivalität mit Roger Federer und seine Grand-Slam-Triumphe
Stan Wawrinka · Roger Federer · Tennis

Stan Wawrinka geht mit seiner Rivalität gegen Roger Federer humorvoll um, teilt seine Lebensphilosophie über Scheitern und errang drei Grand-Slam-Titel gegen die Weltnummer eins.

Mit der für ihn zuweilen schwierigen Rivalität mit Tennis -Gott Roger Federer geht Stan Wawrinka zwischendurch auch humorvoll um. Legendär wie er nach dem verlorenen Final in Indian Wells 2017 bei der Platzrede mit den Tränen kämpft und sagt: «Ich möchte Roger gratulieren.

Er lacht, er ist ein Arschloch... Aber es ist okay. Ich habe ein paar harte Niederlagen gegen dich einstecken müssen. Aber als du den Final am Australian Open gewonnen hast, war ich trotzdem dein grösster Fan.

Gratuliere zu deinem Comeback und zum heutigen Sieg. »Wawrinka hat auf Social Media nicht annähernd so viele Follower wie Kumpel Roger Federer, dafür werden seine bestens unterhalten. Der Romand postet nach Lust-Prinzip und Lust hat er ziemlich häufig. Dabei zeigt er sich nicht nur nahbar, sondern auch mit äusserst viel Humor.

Ein Highlight von Social-Stan ist seine Homer-Simpson-Phase im 2010. Da begleitet ihn die Comic-Figur auf der Tour.

«Die Fans fragen ständig nach mehr Fotos», sagt Wawrinka. Sogar Federer posiert mit Stans kleinem Freund. Drei Grand-Slam-Titel, bei denen Stan Wawrinka im Final jedes Mal die Weltnummer 1 bezwingt. Der erste Triumph gelingt ihm 2014 an den Australian Open.

Im Viertelfinal schaltet er Novak Djokovic aus, im Final Rafael Nadal. 2015 folgt sein Meisterstück bei Roland Garros. Gegen Djokovic verliert er im Final der French Open den ersten Satz, danach lässt er dem Weltbesten aber nicht den Hauch einer Chance. Der dritte Streich gelingt ihm 2016 an den US Open. Erneut gegen Djokovic, erneut in vier Sätzen.

Auf seinem linken Unterarm trägt Stan Wawrinka ein Zitat des irischen Schriftstellers Samuel Beckett als Tattoo: «Ever tried. Ever failed. No matter. Try again.

Fail again. Fail better». Du hast es versucht, du bist gescheitert. Egal.

Versuch es erneut, scheitere wieder, scheitere besser. Wenige Worte, die seine Karriere besser beschreiben als jede Statistik. Jahrelang steht er im Schatten von Roger Federer. Erst mit 28 erreicht er seinen ersten Grand-Slam-Final, ehe er drei Titel in der Ära der «Big Four» gewinnt.

Und als ihn Verletzungen und Operationen von der Weltspitze zurückwerfen, versuchte er's immer weiter. Auch bei kleineren Turnieren, auch als Niederlagen häufiger werden als Siege. Dieses Tattoo steht nicht nur für die mentale Stärke eines Champions, sondern auch für seinen unbändigen Willen, niemals aufzugeben.

«Abends lege ich mich auch mit dieser Hose ins Bett», scherzt Wawrinka. Unvergessen bleibt nicht nur seine Rückhand, sondern auch seine Karo-Hose, die er im Sommer 2015 jeweils trägt. In den sozialen Medien entflammt eine Debatte über Wawrinkas modisches Wagnis. Andy Murrays Mutter Judy twittert: «Ich hatte mal so ein Tischtuch.

Habs aber nie gebraucht. » Wawrinka nimmt's mit Humor.

«Es ist meine Drei-in-eins-Hose», sagte er, «ich trage sie zum Baden, zum Tennisspielen, und abends lege ich mich damit ins Bett. » Begeistert ist er aber auch nicht wirklich.

«Für eine Zeit bin ich verpflichtet, die Hose zu tragen. Das gehört zum Leben eines Tennisspielers. » Die Hose bringt ihm Glück. Im November 2014, bei den ATP-Finals in London, erlebt das Verhältnis zwischen Stan Wawrinka und Roger Federer einen Tiefpunkt.

Im hart umkämpften Halbfinal beschimpft Mirka Federer, Rogers Ehefrau, den Waadtländer von der Tribüne aus als «Cry baby» . Stan ist verärgert, vergibt 4 Matchbälle. Federer gewinnt, einmal mehr. In der Garderobe kommts zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden.

Jahre später gesteht Wawrinka ein, dass zum Glück keine Kameras anwesend waren. Der Streit ist dann aber schnell beigelegt: Eine Woche später gewinnen die beiden gemeinsam den ersten Davis-Cup-Titel der Schweizer Tennisgeschichte. Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.

Auch mit Nick Kyrgios gibt's ‹Lämpen›. Der Bad-Boy provoziert Wawrinka 2015 in Montreal mit Trashtalk kilometerweit unter der Gürtellinie.

«Kokkinakis hat deine Freundin gef..... Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen», knurrte der Australier auf dem Feld. Kokkinakis ist ebenfalls australischer Tennis-Spieler und spielte mit Wawrinkas damaliger Freundin Donna Vekic einst Doppel. Wawrinka erfährt erst an der Pressekonferenz von Kyrgios' verbalem Tiefschlag, doch dann ist er kaum zu halten.

Er will Kyrgios in der Kabine an die Gurgel.

«Wir mussten die beiden trennen, sonst wäre es eskaliert», verrät der Turnierdirektor Jahre später. Während etwa Roger Federer dem Schweizer Davis-Cup-Team immer wieder fehlt, weil er sich auf seine Einzelkarriere konzentriert, steht Wawrinka stets zur Verfügung. Das soll sich auszahlen. 2014 führt Wawrinka das Team an der Seite Federers zum ersten Davis-Cup-Titel für die Schweiz. Im Fussballstadion von Lille ist der Romand die überragende Figur und holt im Einzel und Doppel die entscheidenden Siege.

Rund 10'000 Fans empfangen die Helden bei ihrer Rückkehr in Lausanne. Federer soll explizit gewünscht haben, dass die Mannschaft in Wawrinkas Heimatstadt gefeiert wird. Es ist nicht der einzige historische Triumph für die Schweiz. Wawrinka gewinnt 2008 Olympia-Gold im Doppel – ebenfalls an der Seite von Roger Federer.

Beim Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy 2022 kommt es zwischen Stan und Holger Rune zu einem denkwürdigen Wortwechsel. Nach seiner Niederlage, bei der er drei Matchbälle vergeben hat, gibt der Schweizer dem damals 19-jährigen Dänen beim Handschlag einen Rat mit auf den Weg: «Hör auf, dich auf dem Platz wie ein Baby zu benehmen. »Rune vergisst nicht. Einige Monate später, in Indian Wells, gewinnt Wawrinka das Direktduell.

Beim Handschlag fragt Rune provokativ: «Hast du mir diesmal nichts zu sagen? » Stan kontert trocken: «Was soll ich dir denn sagen? » Der kleine Generationenkonflikt sorgt in der Tenniswelt für reichlich Gesprächsstoff. Stan Wawrinka ist auch ein begnadeter Showman und Einheizer.

Bevor er signierte Tennisbälle auf die Tribünen wirft, schlüpft der Waadtländer auch gerne in die Rolle eines Dirigenten: Arme erhoben, mit theatralischen Gesten, während die Fans jede seiner Bewegungen mitmachten und immer lauter jubelten und applaudierten. Erst als die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht, beginnt er, die Bälle ins Publikum zu werfen. Eine kleine Show innerhalb der grossen Show – und eine sehr charmante Art, sich bei den Fans für ihre Unterstützung zu bedanken.

Könnte Ihnen gefallen

Brisantes Liebes-Dreieck um Stadthallen-Stars

at.headtopics.com vor 1 Stunde

Zverev über Becker: »Seine Meinung interessiert mich wenig«

oe24.at vor 2 Tage

Goffin teilt emotionale Rücktrittsbotschaft: „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden“

tennis world vor 23 Stunden

Stan Wawrinka: Karriere endet in Basel mit Niederlage gegen Jiri Lehecka

20 Minuten vor 14 Stunden

Mika Brunold auf Erfolgskurs: Schwuler Schweizer schreibt Sportgeschichte

schwulissimo.de vor 1 Tag

Mika Brunold: Sein Coming-out gibt ihm auch auf dem Tennisplatz Kraft

GGG.at vor 16 Stunden