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Seit Mika Brunold offen zu seiner Homosexualität steht, kann er sich nach eigener Einschätzung besser auf sein Spiel konzentrieren. „Ich habe mehr Selbstvertrauen und weniger negative Gedanken“, sagte er in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger aus Zürich. Dadurch bleibe ihm mehr Energie für Tennis.
Brunold hatte sich im November 2025 auf Instagram als schwul geoutet. Der Zeitpunkt nach dem Saisonende fühlte sich für ihn richtig an. Zuvor hatte er vor allem mit seiner Mutter gesprochen, die ihn darin bestärkte, sich nicht länger verstecken zu müssen.
Besonders berührt haben ihn Nachrichten von Menschen, denen sein Coming-out beim eigenen Schritt an die Öffentlichkeit oder beim Gespräch mit ihren Eltern geholfen hat. Die Rolle als Vorbild empfindet er deshalb als etwas Positives. Zugleich erinnert er daran, wie allein man sich auf der Tour fühlen kann, wenn man niemanden kennt, der offen mit derselben Erfahrung umgeht.
Für Brunold selbst war João Lucas Reis da Silva ein Vorbild. Dessen Coming-out und die überwiegend positiven Reaktionen darauf hatten ihm Mut gemacht. Am 13. September trafen die beiden ausgerechnet im Finale der NÖ Open in Tulln aufeinander: Brunold gewann seinen ersten Titel auf der ATP-Challenger-Tour.
Der Schweizer setzte sich gegen den Brasilianer mit 6:4, 6:3 durch. Brunold war über die Qualifikation ins Turnier gekommen und hatte auf dem Weg zum Titel sieben Partien innerhalb von acht Tagen gewonnen. Für ihn wurde das Turnier in Niederösterreich damit zu einem sportlichen Meilenstein.
Gut einen Monat später, am 18. Oktober, gelang Brunold in Roanne der zweite Challenger-Turniersieg. Gegen den Franzosen Matteo Martineau drehte er im Finale den Spieß um, nachdem er den ersten Satz verloren hatte, und gewann mit 2:6, 7:6 und 6:1. Damit bestätigte er seinen Erfolg auf Sand in Tulln wenige Wochen später auf einem Hallen-Hartplatz.
Über sein Coming-out spricht Brunold offen, doch im Mittelpunkt soll seine sportliche Arbeit stehen. „Ich bin Tennisspieler, nicht der schwule Tennisspieler“, stellte er im Interview klar. Dass er dadurch anderen helfen kann, ist für ihn trotzdem wichtig.