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DFB-Pokal: Eintracht Frankfurt zeigt dem HSV die Grenzen auf - Mainz 05 erlebt böses Erwachen
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Während der FC Augsburg dem Pokal-Tod bei einem Drittligisten so gerade noch von der Schippe sprang, erlitt Mainz 05 in der zweiten Runde des DFB-Pokals Schiffbruch. Eintracht Frankfurt fegte über einen ersatzgeschwächten HSV hinweg.

Hessischer Jubel an der Elbe: Eintracht Frankfurt hat bravourös das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter gewann das Erstliga-Duell beim Hamburger SV mit 3:1 (0:0) und darf in schwierigen Wochen ganz leise vom sechsten Cupgewinn der Klubhistorie träumen.

Kapitän Robin Koch per Kopf (56.), Jonathan Burkardt (71.) und Younes Ebnoutalib (75.) ließen mit ihren Toren den Volkspark verstummen - und versetzten dem nur eine Halbzeit lang ebenbürtigen HSV den nächsten Dämpfer. Terem Moffi (79.) gelang für die Gastgeber nur noch der Ehrentreffer.

"Wir haben es gut gemacht", sagte Mittelfeld-Stratege Mario Götze: "Es war natürlich in der ersten Halbzeit deutlich zu wenig, aber hintenraus haben wir es gerade in der zweiten Halbzeit sehr, sehr gut gemacht." Insgesamt sei Frankfurt "auf einem guten Weg."

Die verletzungsgeplagten Hamburger hatten erst am Wochenende in der Liga bei Aufsteiger Paderborn verloren (0:1). Das Zweitrunden-Aus gegen die kriselnden Hessen im Pokal? Enttäuschend. Die Chance zur Wiedergutmachung kommt für das Team von Trainer Merlin Polzin allerdings schnell: Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) treffen beide Mannschaften in der Liga aufeinander, dann wird in Frankfurt gespielt.

Trotz des Ausfalls von gleich sieben Profis, darunter nach der Ligapleite am Wochenende auch Spielmacher Fábio Vieira, Neuzugang Bilal Nadir (beide Oberschenkel-Verletzungen) und Yussuf Poulsen (Hüftprobleme), gingen die Hamburger die Partie vor 57.000 Zuschauern voller Zuversicht an. "Wir haben mit den Jungs, die da sind maximal Bock auf den Wettbewerb. Sie genießen das volle Vertrauen", sagte HSV-Coach Polzin kurz vor dem Anpfiff bei RTL. Hütter sprach von einem "wichtigen Spiel". Seine Mannschaft sei "vorbereitet".

Zunächst diktierten allerdings die Gastgeber das Geschehen und kamen zu ersten Chancen. Moffi vertändelte jedoch freistehend (22.), Zakaria El Ouahdi scheiterte mit einem wuchtigen Abschluss an Eintracht-Keeper Noah Atubolu (24.) und Albert Grönbaek spitzelte den Ball aus sieben Metern am langen Pfosten vorbei (29.).

Und die Eintracht? Der Cupsieger von 2018 spielte drei Tage nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund durchaus passabel, kam aber zunächst nicht zu nennenswerten Möglichkeiten. Nach einer halben Stunde war es dann Burkardt, der nach feiner Vorarbeit von Ritsu Doan plötzlich aus halbrechter Position zum Abschluss kam.

Die Halbzeitdiskussionen im Volksparkstadion drehten sich unterdessen um eine Szene aus der 35. Minute. Dass der VAR sich nicht einschaltete, als El Ouahdi im Sechzehner von Eintracht-Verteidiger Koch umgerempelt wurde, sorgte auf Hamburger Seite für Unverständnis.

Im zweiten Durchgang übernahmen die Gäste das Kommando - und wurden schnell belohnt. Koch drückte nach Uzun-Flanke eine perfekte Kopf-Vorlage von Burkardt über die Linie. Der HSV reagierte mit wütenden Angriffen. Doch weder Moffi, der das leere Tor per Kopf aus kürzester Distanz verfehlte (64.), noch Grönbaek (70.) trafen. Stattdessen machten Burkardt und Ebnoutalib auf der anderen Seite alles klar.

Super-Joker retten FC Augsburg gegen Drittligist

Der FC Augsburg hat eine Pokalblamage dank seiner Super-Joker mit Ach und Krach abgewendet. Die eingewechselten Arijon Ibrahimovic und Anton Kade schossen den Bundesligisten beim umkämpften 4:2 (2:1) beim mutigen Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach nach zuletzt fünf Ligaspielen ohne Sieg ins Achtelfinale.

Den FCA-Doppelpack durch Rodrigo Ribeiro (13./21.) glichen Luca Molinari (23.) und Kapitän Volkan Celiktas (47.) aus. Doch dann schlenzte zunächst Ibrahimovic (69.), vier Minuten zuvor eingewechselt, den Ball aus 25 Metern traumhaft ins Tor der Gastgeber. Kade (74.), der mit Ibrahimovic gekommen war, entschied das spannende Duell.

Der selbsternannte "Dorfklub" aus Aspach, der in der ersten Runde Zweitligist Arminia Bielefeld (3:0 i.E.) ausgeschaltet hatte, brannte auf "das wohl größte Spiel" seiner Vereinsgeschichte. Und die Vorzeichen schienen günstig: Eselstute Andile, das Klubmaskottchen, entschied sich bei Sky nach einigem Zögern für den Karotten-Napf der SGS.

Doch irren ist tierisch: Ribeiro traf aus der Drehung zur Augsburger Führung. Auf der anderen Seite scheiterte Marius Kunde am Innenpfosten, im Gegenzug erhöhte Ribeiro auf 0:2. Dann konterte Molinari - erst selbst, dann legte er das 2:2 auf.

Aspach-Überfan Andrea Berg auf der Tribüne hoffte schon auf die Sensation. Doch der Schlagerstar hatte seine Rechnung ohne Augsburgs Joker gemacht.

Zwei Serien gerissen: Zweitligist Bochum düpiert Mainz

Die Auswärtsspezialisten von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 sind in der zweiten Runde des DFB-Pokals überraschend zu Fall gekommen. Beim Zweitligisten VfL Bochum verloren die Rheinhessen erstmals nach saisonübergreifend sechs Siegen auf fremdem Platz 0:2 (0:0). Der Außenseiter Bochum erkämpfte sich mit großem Einsatz dagegen seinen ersten Heimsieg überhaupt in der aktuellen Spielzeit.

In einem Spiel, das keinen Klassenunterschied erkennen ließ, traf Christian Rasmussen (46.) zur Bochumer Führung. Stürmer Philipp Hofmann legte nach (75.). Der VfL feierte damit auch eine kleine Revanche: Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams besiegelte Mainz mit einem 4:1-Erfolg den siebten Bundesliga-Abstieg der Bochumer. Der Favorit verpasst derweil zum bereits vierten Mal in Serie das Pokal-Achtelfinale.

"Ob zuhause oder auswärts, es gilt, Leistung zu bringen und die Basics abzurufen. Gerade im Pokal gegen Bochum", hatte Mainz-Coach Urs Fischer vor dem Spiel gewarnt. Die klaren Serien beider Teams bekräftigten den Favoritenstatus seiner Mannschaft.

Doch beim Pokalfinalisten von 1968 und 1988 tat sich der Bundesligist sichtlich schwer. Nach dem ausgeglichenen ersten Durchgang sorgte Rasmussen für Bochumer Jubel im sich im Umbau befindlichen Ruhrstadion an der Castroper Straße. Bei seinem Abschluss hatte er das nötige Quäntchen Glück: Mainz-Stratege Kaishu Sano fälschte den Ball unhaltbar ab.

Eine wütende Reaktion des FSV blieb aus, Fischer versuchte mit einem Dreifachwechsel für Schwung zu sorgen. Stattdessen konterte Bochum: Hofmann musste nach einem Querpass von Jarne Steuckers nur noch einschieben - und sorgte für Partystimmung im Ruhrgebiet.

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