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Manchester Uniteds Kapitän Bruno Fernandes machte nach der 1:4-Pleite in der Champions League bei Como keinen Hehl daraus, dass ihm die von Trainer Michael Carrick verordnete Herangehensweise nicht gefiel.
"Es ist die Entscheidung des Trainerteams, nicht Mann gegen Mann zu pressen und dabei eben manchmal Raum im Rücken frei zu lassen beim Versuch, den Ball zu gewinnen. Aber wenn man solchen Mannschaften (wie Como, d. Red.) Platz gibt, dann bekommen sie immer mehr Selbstvertrauen", sagte Fernandes nach der Abreibung am Mittwochabend.
Es liege "am Trainer und seinem Stab", das nun zu analysieren, führte der Mittelfeldspieler aus, ließ aber noch durchblicken, dass er sich eine aktivere Spielweise wünschen würde: "Manchmal muss man mutiger sein, wenn man unter Druck steht. Muss das Risiko eingehen, hoch zu pressen und es dem Gegner damit schwer machen", so Fernandes.
Der Gegner aus der Serie A, bei dem Spielmacher Nico Paz mit einem Doppelpack herausstach, habe es United vorgemacht: "Ihr Innenverteidiger hat mich in unserer Hälfte gedeckt. Wir hätten das als Mannschaft auch machen müssen, haben es aber nicht geschafft. Wenn man einer solchen Mannschaft, die mit vielen kurzen Pässen durch die Mitte spielt, zu viel Raum und Zeit lässt, dann tun sie dir über die Außen weh", erklärte Fernandes.
Como war bereits in der 2. Minute durch Paz in Führung gegangen, kurz nach dem Seitenwechsel legte Tassos Douvikas nach (49.). Wiederum Paz sorgte dann in der 57. Minute bereits für eine Vorentscheidung, spätestens mit dem Treffer durch Jacobo Ramon zum zwischenzeitlichen 4:0 (76.) war endgültig alles klar. United kam nur noch zum Ehrentreffer von Joshua Zirkzee in der Nachspielzeit.
"Das passiert uns nicht das erste Mal, dass wir auf dem falschen Fuß erwischt werden und der Gegner früh trifft", monierte Fernandes und gestand selbstkritisch zur Leistung von ihm und seinen Mitspielern: "Kaum Druck auf den Ball, kaum gute Bewegungen mit Ball, kaum etwas lief für uns." Untypischerweise war der Portugiese ausgewechselt worden, in der 67. Minute kam der spätere Torschütze Zirkzee für ihn in die Partie.
Für Trainer Carrick, der im Januar zunächst interimsmäßig vom entlassenen Ruben Amorim übernommen hatte und als Lohn für den starken Endspurt in der vergangenen Saison bleiben durfte, wird die Luft nach dem schwachen Start in die laufende Spielzeit derweil immer dünner. In der Premier League hat United aus den ersten sieben Spielen lediglich sieben Punkte gesammelt und droht den Anschluss an die Top-4 früh zu verlieren. In der Champions League war das Debakel von Como bereits die zweite Niederlage im dritten Spiel, zuvor hatten die Engländer auch bei Atletico Madrid (0:2) verloren. Nur zum Auftakt gegen CL-Neuling Sabah FK (4:0) glückte ein Sieg.
Englischen Medienberichten zufolge ist Carricks Job mittlerweile akut in Gefahr, am Mittwochabend sagte der 45-Jährige: "Es ist mehr als enttäuschend. Ich übernehme zu 100 Prozent die Verantwortung für das gesamte Team und die Leistung." Ob er noch die Rückendeckung der Klubführung spüre? "Es geht nicht um mich, sondern darum, das Spiel zu verarbeiten und zu schauen, wie es gelaufen ist. Ich glaube, das ist im Moment das Wichtigste", so Carrick, dessen Vertrag noch bis Sommer 2028 läuft, gegenüber TNT.