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Die Premier League hat einen Geamt-Marktwert von unglaublichen 14,11 Milliarden Euro, möchte man den Zahlen von transfermarkt.de Glauben schenken. Damit ist sie teurer als die La Liga (6,12 Millionen Euro) und die Serie A (6,08 Millionen Euro), die an den Positionen zwei und drei folgen.
Es ist bestens bekannt, dass die Premier League die finanzstärkste und ausgeglichenste Liga der Welt ist. Denken wir nur an den Aufsteiger Ipswich Town, der im Sommer ein Transfer-Minus von über 200 Millionen Euro gemacht hat. Daran wäre in anderen Ligen gar nicht zu denken.
Doch macht das die Premier League zum Nonplusultra? Nein, tatsächlich ist die Liga zumindest was die Spitze betrifft, massiv überschätzt. Wir verraten vier Gründe, warum das so ist.
Wird für einen Spieler um die 100 Millionen Euro oder mehr gezahlt, glaubt die Fußball-Welt erstmal, dass dieser ein ganz besonderer Kicker ist. Im Transfer-Sommer 2026 hat die Premier League neun der zehn teuersten Deals abgeschlossen.
Doch sind die Spieler ihre Preise auch wert? Bei Akteuren wie Morgan Rogers (138 Millionen Euro) oder Elliot Anderson (135 Millionen Euro) muss man dahinter definitiv ein Fragezeichen setzen. Mateus Fernandes ist mit West Ham abgestiegen, dann jedoch für 99 Millionen Euro zu den Spurs gewechselt. Auch 109 Millionen Euro für Sandro Tonali und 88 Millionen Euro für Sávio waren echte Ansagen.
Die Wahrheit ist, dass sich einige Spieler in der Premier League vor allem aufgrund ihrer enormen Ablösen einen Namen gemacht haben. Diese entsprechen aber oft weder ihren persönlichen Fähigkeiten noch ihren Erfolgen, die sie bereits gefeiert haben.
Sehr viele England-Stars werden schlichtweg massiv überschätzt.
Spricht man über mögliche Ballon d‘Or-Sieger, fallen Namen wie Harry Kane, Kylian Mbappé oder Lamine Yamal. Den Buchmachern zufolge gehören außerdem Lionel Messi, Kvicha Kvaratskhelia, Michael Olise, Rodri, Fabian Ruiz, Ousmane Dembélé und Jude Bellingham der Top 10 an.
Dabei fällt auf, dass kein einziger Premier-League-Star in diesem elitären Kreis zu finden ist. Zwar verfügt die Liga über extrem viele 1-B-Stars, jedoch spielen die absoluten Superstars derzeit in Spanien sowie bei PSG oder dem FC Bayern.
Mit Rodri und Mohamed Salah haben zuletzt zwei absolute Weltklasse-Spieler die Premier League verlassen. Zur absolut oberen Kategorie kann man derzeit eigentlich nur noch Erling Haaland und mit Abstrichen Declan Rice zählen.
Natürlich sind auch William Saliba, Virgil van Dijk, Enzo Fernandez, Bukayo Saka und Bruno Fernandes enorm stark, jedoch ist das eben nur die zweite Reihe nach der absoluten Crème de la Crème um Kane, Mbappé und Yamal. Auch Star-Spieler wie Vinicius Junior, Raphinha, Dayot Upamecano, Perdri oder Vitinha sind in England kaum anzutreffen.
Die Premier-League-Klubs haben in den letzten 14 Jahren nur dreimal den Henkelpott in die Höhe recken können. Oft wird das dadurch begründet, dass die Belastung in England höher ist und in den entscheidenden Wochen die Kräfte fehlen.
Die Wahrheit ist aber wohl eher, dass die Klubs schlichtweg meist nicht gut genug sind. In dieser Saison dürfte das ganz ähnlich laufen, weil ausländische Klubs - wie zuvor angemerkt - die besseren Einzelspieler besitzen und meist auch als Team besser funktionieren.
Zuallererst sei hierbei natürlich Paris Saint-Germain erwähnt. Trotz des Ausfalls von Kvaratskhelia befinden sich mit Dembélé, Vitinha und Mendes absolute Stars im Team.
In Sachen mannschaftlicher Geschlossenheit hat PSG zudem im Vergleich zu allen anderen Mannschaften die Nase vorne. Doch auch die Bayern und der FC Barcelona wirken - sowohl was die Einzelspieler als auch die Geschlossenheit betrifft - stärker als die Insel-Klubs.
Nicht umsonst haben die Münchner trotz des Fehlens zahlreicher Stars ein 2:2 gegen Arsenal zustande gebracht.
Die Katalanen schweben mit Lamine Yamal auf Wolke sieben und wurden in der laufenden Saison lediglich von PSG geknackt. Eigentlich hätte auch Real Madrid die besseren Einzelspieler als die Premier-League-Top-Klubs, jedoch scheint es bei den Blancos in der Mannschaft nicht zu stimmen.
In der Europa League und in der Conference League haben in den letzten beiden Saisons im Übrigen stets englische Mannschaften gewonnen. Dies ist allerdings nur ein Zeichen für die Ausgeglichenheit in der oberen Tabellenhälfte.
Manchester City war in den letzten zehn Jahren die erfolgreichste englische Mannschaft und führt zudem aktuell die Tabelle an. Rein sportlich betrachtet wären die Skyblues neben dem FC Arsenal die gefährlichste Mannschaft im Kampf um den Henkelpott.
Stand jetzt weiß aber niemand, wie es mit Manchester Citys weitergeht. Der Finanzskandal wirft einen großen Schatten auf den Klub und in gewisser Weise auch auf die Liga. Wie die Daily Mail berichtet, wird Manchester City wohl einen Punktabzug bekommen, der mit dem sicheren Abstieg einhergeht.
Die Premier League würde also zumindest für eine Saison ein Zugpferd verlieren. Zudem wäre das Team folgerichtig auch mindestens für zwei Champions-League-Spielzeiten raus. Nicht ausgeschlossen, dass Stars wie Erling Haaland den Abschied anpeilen und gegebenenfalls auch ins Ausland wechseln.