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Nachspielzeit: Ausrutscher und Stühlerücken im Herbst
Fotos HZ Redakteure Sascha Herrmann
Sascha Herrmann © LUDGER KONOPKA

In unserer Wochenendkolumne „Nachspielzeit“ geht es um wackelnde Trainerstühle, ein ungeschriebenes Pokal-Gesetz und ein mögliches Comeback.

Wenn im Herbst der Wind übers Land fegt und die Blätter von den Bäumen fallen, wackeln im Amateurfußball traditionell die ersten Trainerstühle – dieses Naturgesetz hat sich nun auch in der Kreisliga A bewahrheitet. Gleich zwei Vereine haben die Reißleine gezogen: Der SV Unterhaun und die SG Werratal haben sich von ihren Trainern Alexander Peters und Uwe Stückrath getrennt.

In Unterhaun wehte Peters der herbstliche Wind wohl etwas zu kräftig ins Gesicht, da die Mannschaft sportlich weit hinter den Vorstellungen zurückgeblieben war. Dort übernahm zunächst der Vorsitzende Heiko Hummel – und der SVU besiegte Pfordt am vergangenen Sonntag mit 4:1.

Warum allerdings bei der SG Werratal plötzlich dunkle Wolken aufzogen, obwohl die Spielgemeinschaft nach zweimaliger Vizemeisterschaft als Tabellendritter erneut im Titelrennen der A‑Liga Nord mitmischt, ist eher nebulös. Von unterschiedlichen Vorstellungen zur sportlichen Ausrichtung und einer Trennung in beiderseitigem Einvernehmen ist in einer Pressemitteilung des Vereins die Rede. Jedenfalls musste Trainerfuchs Stückrath seinen Hut nehmen, noch bevor der erste Frost im Werratal einsetzt. Wir sind gespannt, welche Coaches sich demnächst in Unterhaun und im Werratal hart in den Wind stellen.

Bleiben wir im Herbst. Was läuft da eigentlich gerade beim WBF-Weltmeister im Cruiser- und Bridger-Gewicht Artur Mann, der den Kampfnamen „Thunder“, also Donner, trägt? Der 36-Jährige, der aus Bad Hersfeld stammt und in Hannover lebt, hatte seine Profi-Box-Karriere im Februar in Bad Hersfeld mit seinem zweiten WM-Titel beendet. Nun sieht man ihn auf Social-Media-Kanälen trainieren, als gäbe es kein Morgen mehr. Mann wirkt topfit und befindet sich zurzeit in Montreal. Gibt’s vielleicht ein Comeback? „Top secret“, mehr ist aus dem Umfeld des Boxers leider nicht zu erfahren.

Berlin, Berlin, wir fahren nach… Dresden. Oder Kiel? Der DFB-Pokal hat in dieser Woche mancherorts wieder die fußballerische Hierarchie der Republik auf den Kopf gestellt. Die zweite Hauptrunde lieferte immerhin einige Überraschungen. Frag nach bei Schalke 04. Der Erstliga-Rückkehrer blieb bei der 0:2-Niederlage in Dresden offensiv komplett harmlos. Die vielen mitgereisten Fans der Königsblauen quittierten den frostigen Abend im Osten mit einem entsprechend unterkühlten Empfang. Das gab’s so noch nicht, seit Trainer Miron Muslic an der Linie steht.

Auch bei Mainz 05 rieb man sich ungläubig die Augen: Die bisherigen „Auswärtskönige“ der Bundesliga ließen sich beim kriselnden Zweitligisten VfL Bochum mit 0:2 abkochen. Und die TSG Hoffenheim erlebte im hohen Norden ihr blaues Wunder: Holstein Kiel warf den Bundesligisten im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb.

Am Sonntag wird im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund schon wieder fleißig in der Lostrommel gerührt. Sechs Zweitligisten hoffen dann auf ein Heimspiel gegen die ganz Großen – und träumen insgeheim auch ein klitzekleines bisschen von einem Mai-Ausflug in die Hauptstadt. Denn wir wissen ja: Der Pokal hat seine ...

Schönes Wochenende

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