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Wenn Christian Rasmussen möglichst viel Profit aus seiner herausragenden zweiten Halbzeit beim 2:1-Sieg gegen den FC Energie Cottbus ziehen möchte, wird er auf der Busfahrt zum Flughafen nach Dresden seinen Torwart Timo Horn an einer Raststätte noch mal zum Bierholen geschickt haben. Der sonst so sichere Rückhalt des VfL Bochum nämlich hätte beinahe für einen bitteren Abend in der Lausitz gesorgt, nachdem er in der 21. Minute einen Elfmeter verursachte und Energie dank des sicheren Schusses von Tolcay Cigerci lange mit 1:0 führte. Doch dann kam Rasmussen, bereitete zunächst den Ausgleich durch Philipp Hofmann vor, traf dann selbst mit einem satten Schuss zum Sieg.
„Heute war das Glück mal auf unserer Seite und das ist schön“, sagte Horn. „In der zweiten Halbzeit waren wir bis auf 10 Minuten zum Ende hin, die sehr dominante Mannschaft, haben auch noch zwei Abseitstore erzielt. Ich glaube, dass wir das Spiel dann auch, wenn man die kompletten 90 Minuten nimmt, verdient gedreht haben.“
Zumal der Elfmeter aus einer Situation fiel, die aus Torwartsicht sehr unglücklich gelaufen ist. Bei einem langen Ball auf Lucas Copado in den Strafraum zögerte Horn zunächst. „Wir waren beide so unschlüssig. Ich wollte erst direkt durchziehen, dann wäre es aber direkt Elfmeter gewesen, wenn er den weggespitzelt hätte. Deshalb bin ich abwartend rangegangen, dann touchiere ich den Ball und dann macht er es schlau, fädelt ein und dann kann ich nichts sagen“, so Horn. Dabei spielte Horn sogar noch den Ball, Schiedsrichter Florian Lechner zeigte dennoch auf den Punkt und Videoreferee Robert Schröder war der Kontakt offenbar zu gering.
Den fälligen Strafstoß verwandelte Tolcay Cigerci dann sicher – wenngleich Horn die Ausführung mehr aufregte, als der gegebene Elfmeter. „Das ist schon fragwürdig. Wir Torhüter müssen auf der Linie kleben bleiben und dürfen nicht raus und er kann im Grunde bei der Ausführung komplett stehen bleiben“, ärgerte sich Horn. „Ich weiß nicht, wer da die Regeln macht. Das habe ich dann auch angesprochen, aber der Schiedsrichter hat ihn nicht wiederholt.“
Am Ende dürfte es Horn aber weitgehend egal gewesen sein, denn dank der Auswechslungen von Trainer Uwe Rösler drehte der VfL im zweiten Durchgang auf, Christian Rasmussen entschied das Spiel schlussendlich kurz vor Schluss für den VfL, dem damit eine perfekte Woche gelang mit dem Weiterkommen im DFB-Pokal, einem Punkt gegen den VfL Wolfsburg und nun dem Dreier zum Abschluss.