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Auch die Allerbesten erleben in der Formel 1 Scheitern und Härte. Was macht sie besser als die anderen, und ist Kimi Antonelli einer von ihnen?
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Es ist eine Autofahrt ins Abendrot. Kimi Antonelli auf dem Beifahrersitz, Papa Marco am Steuer. "Als ich ein kleines Kind war, habe ich mich oft schlecht gefühlt", sagt Kimi Antonelli. Er blickt immer wieder zu seinem Vater, nachdenklich, fast ein bisschen traurig: "Ich habe auch nicht verstanden, warum du manchmal so hart warst zu mir."
Ein Gespräch, das überfällig war. "Es ist etwas, worüber wir nie geredet haben, aber das ist jetzt der Moment für Erklärungen", entgegnet Marco Antonelli: "Ich denke oft daran, wenn ich dich angeschrien habe. Immer, wenn ich sauer auf dich war. Du hast gesagt: ,Mein Vater ist ein Arschloch, warum macht er das?'" Auch ohne die dann folgenden aufrichtigen Worte seines Vaters in der Doku "The Seat" über das PS-Wunderkind dürfte es Antonelli längst selbst auch klar geworden sein: Dass er das Zeug hat, an diesem Sonntag (21 Uhr MEZ/Sky), mit gerade mal 20 Jahren zum mit Abstand jüngsten Weltmeister der Formel 1 zu werden; und berufen ist für noch mehr.
Was zeichnet die Besten der Besten aus?
Aber was zeichnet die aus, die sich von den Besten abheben. Fahrer wie Michael Schumacher und Lewis Hamilton, die beiden siebenmaligen Weltmeister und damit Rekordhalter der Formel 1. Oder Sebastian Vettel und Max Verstappen, beide viermalige Weltmeister.
"Wenn es wirklich darauf ankommt, unter großem Druck in einem Titelkampf und Woche für Woche Leistung zu bringen – das schaffen meiner Meinung nach nur sehr wenige Fahrer", sagte Verstappen am Rande des Großen Preises von Mexiko-Stadt. Dass seine Gier nach Erfolg mit dem ersten Titel 2021 nicht gestillt war, hat Gründe. "So bin ich als Mensch einfach nicht, so bin ich nicht aufgewachsen und so habe ich nicht mit meinem Vater (Jos) sei meiner Kindheit gearbeitet", sagte Verstappen: "Ich musste immer 100 Prozent geben oder einfach versuchen, alles zu optimieren."
Die traumatisierten Kinder
In gewisser Weise seien "es traumatisierte Kinder, die im Alter von sechs Jahren aufgrund der Träume ihrer Eltern in ein Kart gesetzt und dort allein fahren gelassen wurden", sagte einmal Mercedes-Motorsportchef, Toto Wolff, über die, die sich noch mal von allen anderen abheben. Pflegeleicht sind diese Fahrer nicht, gehärtet durch Karriere- und Lebenserfahrung, getrieben von sich selbst. "Du musst anerkennen, dass die Besten in Bezug auf ihre Persönlichkeit auch die Kantigsten sind", betonte Wolff.
Schumacher war das. Im Rennwagen kompromisslos, gnadenlos. Vettel war das – er wollte Trophäen, immer mehr, und er wollte Titel. Der Rennwagen war sein Fluchtort vor Selbstzweifeln.
Hamilton ist das. "Ich wurde schon mit sechs Jahren gemobbt", erzählte der Brite einmal. 2007 wurde er der erste Schwarze in einem Formel-1-Auto.
Scheitern gehört zum Leben, auch der Stars
Die Erfahrung machte trotz seiner jungen Jahre auch Antonelli schon. 2025, in seiner ersten Formel-1-Saison, kamen Zweifel auf, ob der Italiener wirklich so gut sei, wie es immer hieß. Doch er lernte rasend schnell, vor allem auch aus seinen Fehlern.
Platz neun und zwei Punkte reichen ihm nun, um in Mexiko-Stadt den WM-Titel klarzumachen bei dann noch geplant vier ausstehenden Rennen. Selbst einen Nuller kann er sich leisten, wenn weder George Russell im zweiten Mercedes noch Hamilton im Ferrari das Rennen gewinnen. Laut werden dürften bei Papa Marco Antonelli bald wohl nur die Freudenschreie.