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Im Sprintrennen am Samstag sorgte Jack Miller für eine Kuriosität, als der Pramac-Pilot die Box ansteuerte, um sein Motorrad zu tauschen, sein Arbeitsgerät aber noch nicht bereitstand. Im Grand Prix Sonntag blieb dem Australier eine derartige Blamage erspart, jedoch aus anderem Grund: «Jackass» war im Sonntagsrennen überwiegend auf den letzten Plätzen unterwegs und beim Fallen der Zielflagge auf dem Rang 16.
Der Frust nach dem Rennen war unüberhörbar beim Mann mit der Nummer 43: «Ich hatte von Beginn bis zum Ende des Rennens keinen Grip und in der ersten Kurve war es wie auf Glatteis zu fahren. Ich habe mehrere Motor-Mappings durchprobiert, bis Pecco Bagnaia an mir vorbeiging.» Den Italiener hatte Miller in der neunten Runde zunächst hinter sich lassen können. «Am Ende des Rennens war ich leichte Beute, für mich war nichts mehr zu holen.» Millers Platzierung war die letzte unter den gewerteten Piloten, Punkte konnte der MotoGP-Abgänger keine verbuchen.
Das dominierende Thema in Malaysia war aber ebenfalls das anstehende nächste MotoGP-Event in Katar. Die politische Lage im Nahen Osten ist dauerhaft sehr angespannt. Der Widerstand im Fahrerfeld gegen eine Durchführung des Rennwochenendes auf dem Lusail International Circuit ist immens. Miller: «Von uns wollen 19 Fahrer nicht dort antreten, ich will ebenfalls nicht fahren. Wenn man sich mit der Hälfte der Menschen im Fahrerlager unterhält, dann wollen auch die dort nicht sein.» Der 31-Jährige formulierte die Ängste, die unter Piloten und Teammitgliedern herrschen: «Jeder weiß, wo wir uns um eine bestimmte Uhrzeit aufhalten. Wir können nicht verheimlichen, wo wir sind, wenn jemand beispielsweise ein Exempel statuieren will.»
Willkommen zum Rennen in Sepang
© Gold & Goose
Die Zeit drängt: «Mein Flug geht morgen. Bislang waren wir ruhig, nun haben wir unsere Meinung klar und deutlich gemacht und uns so gut es geht zusammengetan. Wir müssen abwarten, welche Entscheidung daraus folgt.» Der zehnfache Rennsieger formulierte gleichzeitig die Furcht vor Sanktionen der Veranstalter für die Königsklassen-Piloten: «Sie können uns finanziell und sportlich, beispielsweise über unsere Rennlizenzen, angreifen, und ich will auch nicht, dass mein Team Nachteile erfährt. Man sollte uns aber nicht zwingen dürfen, zu fahren, wo wir nicht fahren wollen. An einem solchen Schauplatz ein Event mit globaler Reichweite zu veranstalten, ist nicht schlau. Wenn jemand glaubt, dass es sicher ist und wir dort fahren sollten, dann sollte die Person dafür mit ihrem Namen bürgen.»
Der 20-jährige Italiener Kimi Antonelli hatte beim USA-GP die Chance, den WM-Titel 2026 sicherzustellen. Er machte alles richtig: Sieg in Texas. Die Titelfeier ist trotzdem verschoben. Bis Mexiko.
Zwei Stunden nach dem Fallen der Zielflagge in Malaysia gab Yamaha bekannt, den Großen Preis von Katar wegen der unsicheren Lage im Nahen Osten auszulassen. Dies gilt sowohl für das Werksteam als auch für Pramac – Jack Miller und Toprak Razgatlioglu stehen bei Yamaha direkt unter Vertrag und beide Piloten haben Werksmotorräder der Japaner. Somit werden in Katar zumindest Fabio Quartararo, Alex Rins und Miller nicht dabei sein. Toprak Razgatlioglu musste aufgrund seiner Schulterverletzung die Saison ohnehin vorzeitig beenden.