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Der Tod des spanischen Fußballers Jesús de Miguel Alameda betrifft auch Real Mallorca. Der Inselclub wollte den Keeper Jesús Owono, der das letztlich tödliche Foul beging, im vergangenen Sommer verpflichten, entschied sich aber am Ende für Arnau Tenas. Eigentlich soll der Inselclub am Sonntag (8.11.) gegen Owonos Club Andorra spielen. Der Verein des Ex-Nationalspielers Gerard Piqué bat aber darum, das Spiel zu verlegen. Bereits das für Donnerstag (5.11.) angesetzte Pokalspiel von Real Mallorca gegen Alcoyano fällt aus.
"Es ist eine extreme Situation, die ich so noch nie erlebt habe", sagt Holger Gehrke der MZ. Der 66-Jährige spielte früher für Schalke in der Bundesliga und saß beim 1. FC Köln auf der Trainerbank. Heute ist er als Torwarttrainer auf Mallorca aktiv. "Bei den Zusammenstößen ist sonst eher der Torwart der Leidtragende. Die Keeper lernen im Training, dass sie zum Selbstschutz beim Springen das Knie anziehen soll. Das soll natürlich aber nicht als Angriff benutzt werden."
Wahrscheinlich wird der spanische Fußballverband Owono für mehrere Spiele sperren. In Raum steht sogar eine Klage wegen fahrlässiger Tötung. Bereits im Stadion schrien die Heimfans „Mörder“ in Richtung des 25-jährigen Nationalspielers Äquatorialguineas. Die Nationalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, ob eine Straftat vorliegt. "Der Zusammenprall sieht brutal aus, von einem Vorsatz will ich aber nicht ausgehen. Der Torwart überschlägt sich im Anschluss selbst", so Gehrke. "Es war eine ungestüme und unkontrollierte Aktion. Erschwerend komme hinzu, dass beide Spieler im vollen Tempo waren."
Owonos Mutter ließ den ältesten Sohn mit seinen vier Geschwistern einst in der Heimat zurück, um in Spanien eine bessere Zukunft zu finden. Im Alter von acht Jahren reiste ihr der Sohn hinterher. Er galt als guter Schüler, der Beethoven beim Lernen hört und sich im Fußball seine Profikarriere erarbeitete. Wie viele dunkelhäutige Menschen in Spanien leidet er unter Rassismus. Als Rüpel auf dem Platz ist der 25-Jährige keineswegs bekannt. Es war seine erste rote Karte. Er wolle sich persönlich bei der Familie des Opfers entschuldigen, heißt es.
Jesús de Miguel Alameda war Vater eines anderthalb Jahre alten Mädchens, das mit der Mutter am Montagabend im Stadion war. Der Madrilene spielte seit der vergangenen Saison für Teneriffa. Im Vorjahr schoss er das Team von den Kanaren mit elf Toren noch zum Aufstieg in die zweite Liga. In dieser Spielzeit blieb ihm nur die Reservistenrolle. „Die Familie von Jesús de Miguel ist für jede einzelne erhaltene Unterstützung dankbar und bittet gleichzeitig von ganzem Herzen um größtmögliche Achtung ihrer Privatsphäre in dieser schweren Zeit“, schrieb der Club in den sozialen Netzwerken. Auch Andorra, das dem Ex-Nationalspieler Gerard Piqué gehört, bekundete sein Beileid.
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