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(Motorsport-Total.com) - Christian Horner hat verraten, dass ihn Vertreter beider Red-Bull-Anteilseigner nach dem ersten Formel-1-Sieg des Red-Bull-Ford-Antriebs in Malaysia persönlich angerufen haben. Für den ehemaligen Teamchef war das ein besonderer Moment - auch wegen der Umstände seiner Entlassung im Juli 2025.
Christian Horner mit Handy am Ohr im Formel-1-Fahrerlager Zoom
"Ich war beiden Anteilseignern, die sich bei mir gemeldet haben, sehr dankbar. Ebenso all den Männern und Frauen, die sich bei mir gemeldet haben, um sich bei mir zu bedanken. Das war eine Geste, die ich sehr zu schätzen wusste", sagte Horner bei einer Veranstaltung des Autosport Business Exchange in New York.
Und mit Blick auf seine Entlassung fügte er hinzu: "Es war ein ziemlich anderer Anruf als der, den ich 15 Monate zuvor bekommen hatte."
Damals war Horner nach mehr als 20 Jahren als Teamchef von Red Bull entlassen und durch Laurent Mekies ersetzt worden. Die Nachricht von seinem Rauswurf bezeichnete Horner rückblickend als "ziemlich plötzlich und ziemlich brutal".
Nach dem Tod von Red-Bull-Mitgründer Dietrich Mateschitz Ende 2022 war Horners Position im Unternehmen zunehmend unsicher geworden. Er hatte das Verstappen-Lager nicht auf seiner Seite, während sich nach Mateschitz' Tod auch die Machtverhältnisse innerhalb des Konzerns veränderten.
"Nichts bleibt für immer gleich", sagte Horner. "Und nachdem Dietrich leider verstorben war, war immer klar, dass sich das Unternehmen weiterentwickeln oder verändern würde."
"Dietrich war Red Bull. Er war die treibende Kraft hinter allen großen Entscheidungen. Und jemanden wie ihn zu ersetzen, ist natürlich unmöglich. Es gab den Wunsch, wieder mehr Kontrolle in die Zentrale zu holen. Das passte nicht so recht zu der Autonomie, die wir [im Rennteam] genossen hatten."
"Es war ein anderer Weg als der, den wir bis dahin im Grunde eingeschlagen hatten, und man konnte spüren, dass sich etwas veränderte. Es ging nicht darum, ob das richtig oder falsch war. Es war einfach anders. Deshalb kam es zwangsläufig zu einer Pattsituation."
Umso größer war für Horner die Genugtuung über den ersten Grand-Prix-Sieg des selbst entwickelten Red-Bull-Antriebs. Max Verstappen hatte der neuen Antriebseinheit beim Grand Prix in Malaysia zum ersten Erfolg verholfen und eine Woche später in Singapur gleich den nächsten Sieg eingefahren.
"Für all die Männer und Frauen, die daran beteiligt waren, war das eine unglaubliche, wirklich unglaubliche Leistung. Einen Grand Prix zu gewinnen, ist selbst unter den besten Voraussetzungen sehr schwierig", sagte Horner. "Zu wissen, was alles hineingeflossen ist, all der Schweiß und die Tränen auf dem Weg dorthin." (Fotostrecke: Aufstieg und Fall von Christian Horner bei Red Bull)
Horner hatte den Aufbau der eigenen Motorenabteilung maßgeblich vorangetrieben. Nachdem Honda 2020 seinen Rückzug als Formel-1-Motorenhersteller angekündigt hatte, entschied sich Red Bull dazu, künftig eigene Antriebseinheiten zu entwickeln.
"Auf der Chassisseite hatten wir es geschafft. Dann stellte sich die Frage: Können wir das auch auf der Motorenseite schaffen?", erklärte Horner.
"Wir brauchten einen Antrieb, also gründeten wir dieses Start-up-Unternehmen namens Powertrains. Dabei verfolgten wir dieselbe Philosophie: Talente anziehen, den Menschen Chancen und Möglichkeiten geben, ihnen Verantwortung übertragen und sie dazu ermutigen, Grenzen zu verschieben."
Das Ergebnis könne sich sehen lassen, sagte Horner: "Ich bin sehr stolz darauf, Teil der Entwicklung des Motors gewesen zu sein, der in diesem Jahr zum Einsatz gekommen ist."
Horner hatte Red Bull seit der Übernahme des damaligen Jaguar-Teams vor der Saison 2005 als Teamchef geführt. Unter seiner Leitung gewann der Rennstall acht Fahrer- und sechs Konstrukteurs-Weltmeisterschaften. (Alle Red-Bull-Statistiken in der Formel-1-Datenbank abrufen!)
Die von Red Bull gemeinsam mit Ford entwickelte Antriebseinheit debütierte 2026, nachdem das Team bis Ende 2025 weiterhin Honda-Antriebe eingesetzt hatte. Den ersten Sieg des neuen Motors erlebte Horner allerdings nicht mehr als Teamchef.