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GT-Masters-Champion Finn Zulauf: „Irgendwie noch surreal“
Finn Zulauf aus Königstein (links) und  Felix Hirsiger gewinnen ADAC GT Masters-Serie
Hoch die Pokale: Finn Zulauf aus Königstein (links) und Felix Hirsiger gewannen die Rennserie ADAC GT Masters. © Liqui Molly Team Engstler Motorsport

Der 22-jährige Rennfahrer aus Königstein hat sich mit Teamkollege Felix Hirsiger den ADAC-GT-Masters-Titel gesichert. Ob und wie es für ihn in der DTM weitergeht, ist noch offen.

Königstein – Als die schwarz-weiße Zielflagge auf dem Hockenheimring geschwenkt wurde und der Schweizer Felix Hirsiger den Zehnzylinder-Lamborghini mit der Startnummer 63 sicher über die Ziellinie steuerte, kannte der Jubel beim Liqui Molly Team Engstler Motorsport keine Grenzen mehr. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg im letzten von zwölf Wertungsläufen hatten sich die im Wechsel fahrenden Hirsiger und Finn Zulauf aus Königstein zum Champion in der ADAC-GT-Masters-Serie gekrönt.

Finn Zulauf aus Königstein / Felix Hirsiger im Lamborghini auf dem Hockenheimring
Auf dem Hockenheimring wird für den Lamborghini von Zulauf/Hirsiger die Siegerflagge gewunken. © Liqui Molly Team Engstler Motorsport

Wenige Tage später strahlt der 22-jährige Zulauf noch immer über den bislang größten Erfolg seiner Karriere: „Als Kind habe ich die GT-Masters-Serie im Fernsehen angeschaut. Sie jetzt selbst gewonnen zu haben, ist einfach mega cool, aber zugleich auch irgendwie noch surreal.“

Bis zuletzt hatten sich Zulauf/Hirsiger ein Kopf-an-Kopf-Duell um den Titel mit den BMW-Piloten Timm Zimmermann und Leyton Fourie aus dem Team FK Performance Motorsport geliefert. Mit fünf Punkten Rückstand waren sie in das Abschlusswochenende gegangen. Mit einem zweiten Platz im Samstagsrennen fügten die Lamborghini-Piloten ihrem Punktekonto weitere 20 Zähler hinzu, während die Konkurrenz im BMW für einen sechsten Platz lediglich zehn Punkte einstrich. Es folgte ein starkes Qualifying am Sonntagmorgen, mit dem sich Finn Zulauf die Pole-Position sicherte und weitere drei Punkte auf die Habenseite brachte. „Im Qualifying auf die Eins zu fahren, war ganz wichtig“, unterstreicht der Königsteiner Nachwuchs-Rennfahrer. So konnte er sich aus dem erbitterten Kampf um die Positionen, die sich die anderen Teams hinter ihm lieferten, halbwegs heraushalten.

Fünf Siege in zwölf Rennen

Dennoch: „Das war am Anfang ziemlich stressig, vor allem der Ford hat mächtig Druck gemacht.“ Dass der von Niklas Kalus gesteuerte Ford Mustang GT3, der im Samstagsrennen dominiert hatte, nach wenigen Runden mit einem Defekt ausfiel, habe die Situation nur bedingt entspannt: „Dadurch war der Meisterschaftskonkurrent im BMW direkt hinter mir. Das war auch nicht gerade toll.“ Mit einer konzentrierten Fahrt immer am Speedlimit gelang es Finn Zulauf jedoch, seinen Platz zu verteidigen, sodass er das Cockpit im Rahmen des zehnminütigen Boxenstopp-Fensters als Führender an seinen Schweizer Teamkollegen übergeben konnte: „Felix hat viel Erfahrung. Er hat das dann ganz souverän zu Ende gebracht.“

Mit fünf Siegen in zwölf Rennen sei es eine „fast perfekte Saison“ gewesen, findet Zulauf. „So viele Siege hat es, glaube ich, noch nicht so oft gegeben.“ Nahezu aus jedem Rennen habe das Team das Optimum herausgeholt, alle hätten „immer 110 Prozent gegeben“. Selbst das Wochenende Anfang September auf dem Salzburgring, das für Zulauf/Hirsiger unter keinem guten Stern stand, konnte zu einer Erfolgsgeschichte gewandelt werden. Nachdem im ersten Rennen aufgrund von Motorproblemen lediglich ein zwölfter Platz eingefahren werden konnte, folgte im Qualifying am Sonntag eine bittere Disqualifikation. Vom letzten Startplatz aus arbeiteten sich die „Lambo“-Piloten fokussiert durchs gesamte Feld. Die nervenaufreibende Aufholjagd im rund 580 PS starken Boliden gelang bravourös.

Dieser „geilste Sieg der Saison“ sei „mental super wichtig“ und zugleich ein Zeichen an die Konkurrenz gewesen: „Es ist vollkommen egal, wo wir starten, die anderen müssen immer mit uns rechnen.“

Titel als bester Nachwuchsfahrer

Neben der Gesamtwertung im GT Masters darf sich Finn Zulauf über den Titel als „Road to DTM-Champion“ freuen, mit dem der beste Nachwuchsfahrer der Saison unter 25 Jahren ausgezeichnet wird. Der Titel samt Preisgeld soll den Weg in den DTM-Profibereich ebnen. Wie es konkret für den 22-Jährigen im kommenden Jahr weitergeht, ist derzeit noch offen – die Gespräche mit Herstellern und potenziellen Sponsoren laufen aber bereits.

Mit seinen jüngsten Erfolgen hat Finn Zulauf einmal mehr sein großes Talent unterstrichen: „Ich habe jetzt alles gewonnen, was es unterhalb der DTM gibt.“ Die Verantwortlichen der dortigen Rennställe dürften seinen Namen in den Notizbüchern haben.

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