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Wie KI-Agenten Antonelli zum Weltmeister machen
Ein junger Mann mit lila Mercedes-Kappe spricht bei einer Pressekonferenz in Singapur ins Mikrofon.
© Getty Images

Der Schatten-Pilot in der Cloud: In der Motorsport-Welt tobt längst der Kampf der besten KI-Systeme.

Wenn am kommenden Sonntag um 21 Uhr, live ORF1 beim Großen Preis der USA in Austin (Texas) die Ampeln ausgehen, schielen alle Blicke auf Mercedes-Jungstar Kimi Antonelli. Der Italiener reist mit 102 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen George Russell in die USA und hat dort seinen ersten echten WM-Matchball. Er wäre mit 20 Jahren 61 Tagen der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.

Doch während Antonelli im Cockpit Millimeterarbeit leistet, entscheidet im Hintergrund längst ein digitaler Schatten-Co-Pilot über Sieg, Niederlage und WM-Titel: Künstliche Intelligenz.

Grafik zeigt Bilder.
Teams setzen auf unterschiedliche KI-Anbieter. © Gemini/oe24.at

KI overruled Entscheidung der RB-Ingenieure

Der Fall Red Bull Racing machte es vor: Beim Italien-Grand-Prix overruled die gemeinsam mit Oracle entwickelte KI die Einschätzung der menschlichen Ingenieure – Red Bull befolgte die Empfehlung, gab die Position frei und verhinderte eine Strafe für Max Verstappen, der das Rennen am Ende souverän gewann.

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Tausende Rennen gleichzeitig in der Cloud

Während das echte Auto dieses Weekend mit 330 km/h über den Circuit of The Americas jagt, findet im Hintergrund das eigentliche Spektakel statt: In der Cloud läuft ein digitaler "Schatten-Grand-Prix" – und zwar tausendfach parallel.

Ein Formel-1-Bolide überträgt über hunderte Sensoren pausenlos Daten an das Rechenzentrum. Dort speist ein virtueller Zwilling (Digital Twin) des Autos diese Werte ein. Der KI-Agent simuliert nun blitzschnell hunderte Zukunftsszenarien voraus: Was passiert, wenn wir in Runde 18 auf frische Reifen wechseln? Wie verändert sich das Auto, wenn die Streckentemperatur um 2 Grad fällt? Lohnt sich ein früher Stopp, um den Verfolger zu überholen?

Pro Auto 1 Terabyte an Daten

Diese Zahlen beeindrucken: Ein einziges Auto generiert an einem Rennwochenende weit über 1 Terabyte an Rohdaten. Hunderte Sensoren erfassen bis zu 1.000 Messwerte pro Sekunde – vom Reifendruck bis zum Ladezustand des Hybridsystems.

Fakt ist: Wenn Mercedes-Star Kimi Antonelli am Sonntag in Austin nach dem WM-Pokal greift, ist das nicht nur eine fahrerische Glanzleistung, sondern auch der Triumph eines riesigen KI-Netzwerks, das im Hintergrund in Bruchteilen von Sekunden die richtigen Entscheidungen trifft.

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