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Hertha BSC fliegt durch die 2. Liga, ungeschlagen nach zehn Spieltagen. Vor der Saison hatte damit kaum jemand gerechnet. Und ausgerechnet eine Union-Legende hat jetzt nachgerechnet, wie sicher der Aufstieg schon ist.
Auf dem Betzenberg singen sie es wieder: „Wir werden ungeschlagen sein – 100 Punkte, Hertha BSC!“ Die mitgereisten Fans haben gerade ein 3:0 beim Tabellendritten gesehen, den neunten Sieg im zehnten Spiel.
Mit 28 Punkten steht Hertha BSC ungeschlagen an der Spitze. Den Zweitliga-Startrekord von Bayer Leverkusen aus der Saison 1978/79 haben die Blau-Weißen damit eingestellt.
Jetzt wartet der Brocken: Am Samstag, 7. November (20.30 Uhr, RTL und Sky), gastiert Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg im Olympiastadion, mit Ex-Kapitän Fabian Reese. Im Juni ging der Publikumsliebling für rund acht Millionen Euro, nun kehrt er als Gegner zurück.
Wie gut Herthas Karten stehen, hat ein Unioner vorgerechnet. Torsten Mattuschka (46), früher Kapitän in Köpenick und heute Sky-Experte, machte vor dem Lautern-Spiel im Podcast „Ein Ball für zwei“ mit Simon Terodde die Rechnung auf.
„Du hast noch 25 Spiele, und ich sage: Du kannst sogar mehr Spiele verlieren als gewinnen. Wenn du zwölf gewinnst, hast du 36 Punkte, plus 25 sind 61“, sagt Tusche. „Und die reichen dieses Jahr für die erste Liga.“ Die Konkurrenz lasse ohnehin immer Punkte liegen, den späten Sieg gegen Bielefeld nannte er einen „Monster-Schritt“.
Pikant: Auch Tusche hat diesen Höhenflug nicht kommen sehen. Nach dem Sommer-Ausverkauf um Reese, Kennet Eichhorn und Michaël Cuisance warnte er, Hertha habe von den ersten sechs Spielen vier auswärts, „da kann es schnell eklig werden“.
Den einstelligen Tabellenplatz, den Geschäftsführer Peter Görlich als Mindestziel ausgerufen hatte, hielt er für ambitioniert: „Wenn man einen einstelligen Tabellenplatz erreicht, ist man Stand jetzt absolut zufrieden. Und das wird schon schwer.“
Einer will von Rechenspielen nichts wissen: Trainer Stefan Leitl. „Einfach weitermachen, gar nicht so viel nachdenken“, lautete zuletzt seine Devise. Nach dem Sieg in Lautern zog er trotzdem den Hut: „Chapeau an die Jungs!“
Dabei ist Tusches Rechnung nach Lautern noch komfortabler geworden. Bei 28 Punkten und 24 ausstehenden Spielen reichen jetzt schon elf Siege für 61 Punkte, 13 Niederlagen inklusive.
Klar ist: Gewinnt Hertha am Samstag, wächst der Vorsprung auf Wolfsburg nach elf Spieltagen auf satte zwölf Punkte. Dann dürfen die Fans ihr 100-Punkte-Lied noch ein bisschen lauter singen. Und Mattuschka muss gar nicht mehr viel rechnen.
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