Zurück
ran Fußball
Bischof über Karls Torjubel: "Habe keine Ahnung!"
Videoclip • 02:46 Min
Lennart Karl schießt den FC Bayern in Madrid auf die Siegesstraße und sendet danach ein Zeichen an seine Kritiker – glaubt zumindest Mats Hummels. Die Münchner hingegen können oder wollen keine Erklärung liefern.
Man hätte Lennart Karl an diesem Abend gerne selbst befragt. Zu seiner guten Leistung (ran-Note 2) und seinem entscheidenden Treffer, der Bayern München beim 2:0-Prestigeerfolg in der Champions League bei Atletico Madrid in Führung brachte.
Aber auch zu seinem Torjubel nach dem 1:0 (54.), als er Robin Le Normand den Ball im Strafraum klaute und danach souverän vollstreckte. Danach nahm er die Hände vor die Ohren und man konnte seine Geste als Antwort auf die vielen Kritiker deuten, die zu viel über ihn geredet hätten.
Heute, 22:05 Uhr • WWE
155 Min
Heute, 22:05 Uhr • WWE
155 Min
Heute, 23:00 Uhr • Fussball
60 Min
Heute, 23:00 Uhr • Fussball
60 Min
Ex-Weltmeister Mats Hummels jedenfalls verstand Karls Reaktion genau so. "Diesen Jubel sehen wir viel zu oft mittlerweile. Kritik gehört mit zum Fußball. Deswegen verdienst du auch so viel Geld", kritisierte der "Amazon Prime"-Experte:
"Mein Sohn ist acht. In den Spielen seiner Mannschaft sehe ich schon Kinder, diesen Jubel machen, weil der so oft vorkommt mittlerweile. Meinem Sohn verbiete ich den Jubel."
Zuletzt war Karl von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß („Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut“) und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus („Bisschen weniger Bling, bisschen weniger Social Media, bisschen mehr Leistung auf dem Platz“) attackiert worden, auch Sportvorstand Max Eberl riet dem Youngster, "sich auf den Fußball zu konzentrieren".
Karls Berater Michael Ballack wiederum hatte zurückgeschossen: "Dass Uli Hoeneß diese Außendarstellung kritisiert, ist legitim. Aber dass er Lennart damit öffentlich zur Zielscheibe erklärt, ist auch klar."
Nun verlängerte der Nationalspieler das öffentliche "Blame Game" mit seiner Jubelgeste – aber weil die genaue Erklärung dafür nicht explizit ausgesprochen wurde, versuchte man bei den Bayern auch im Nachgang weitere Nachfragen zu verhindern.
Karl jedenfalls sprach in den Katakomben des Estadio Metropolitano nicht zu den mitgereisten Medien, obwohl seine Leistung Anlass genug gegeben hätte. So vermieden die Verantwortlichen aber auch, dass der Disput mit Hoeneß in die nächste Runde geht.
Weshalb die Münchner auch relativ deutlich machten, dass Manuel Neuer nicht zu Karls Jubel befragt werden dürfe. Die Nachfragen zuvor an Tom Bischof hatten ebenfalls für Missstimmung gesorgt, wobei der Mittelfeldspieler sich gekonnt aus der Affäre zog.
"Ich bin ihm sehr, sehr nahe. Aber ich habe keine Ahnung, was er da gemacht hat", sagte Bischof. "Wir freuen uns alle für ihn, dass er ein Tor gemacht hat und zwar ein sehr, sehr wichtiges und gutes Tor, denn der war nicht einfach."
Ähnlich hatte sich zuvor schon Eberl geäußert. Er wisse nicht, was der Jubel bedeute und habe ihn aufgrund der eigenen Freude über die Führung auch gar nicht mitbekommen, erklärte der Sportboss.
Stattdessen lobte er wie Bischof ebenfalls den Auftritt des 18-Jährigen: "Lennart Karl ist für uns ein wichtiger Spieler. Das haben wir nie in Abrede gestellt. Er war unfassbar fleißig und hat sich mit einem Tor belohnt."
Auch Aaron Danks behauptete in der Pressekonferenz ebenfalls, die Jubelszene nicht gesehen zu haben. Stattdessen hob er wie alle im Team Karls Comeback-Qualitäten nach der Formdelle in Folge seines WM-Aus und der langen Verletzungspause hervor.
"In letzter Zeit gab es viel Wirbel um Lenny. Als junger Spieler hat er meiner Meinung nach großen Charakter und mentale Stärke bewiesen. Er glaubt fest an sich selbst. Und seine Leistung heute war großartig, gekrönt von einem wirklich schönen Tor", erklärte der Interimscoach.
Viel lieber als über Karls Jubel wollte man beim Rekordmeister über den gemeinsamen Jubel der Mannschaft danach sprechen.
"Wenn wir unser Trikot tragen, wenn wir zusammen auf dem Platz stehen, dann ist es ganz entscheidend, dass wir alles für den Verein tun und die Spiele gewinnen. Egal, wer das Tor macht, es ist ganz wichtig, dass wir diese Tore auch feiern", meinte Kapitän Neuer:
"Lenny ist ein ganz wichtiger Teil unserer Mannschaft und ist Bestandteil der Gruppe. Deshalb freuen wir uns mit ihm."
Aus Bayern-Sicht war damit alles gesagt. Auch wenn eine Frage dennoch offen blieb.