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Jang Woojin ist der neue Champion von Montpellier. In einem dramatischen Finale bezwang der Südkoreaner Patrick Franziska, der eine 3:1-Satzführung am Ende noch aus der Hand gab. Der Deutsche belohnte ein herausragendes Turnier mit Silber. Bei den Damen triumphierte die Weltranglistenzweite Sun Yingsha.
So nah war er seinem ersten Champions-Titel noch nie: Patrick Franziska musste sich im Finale des WTT Champions Montpellier nach einem packenden Sieben-Satz-Krimi mit 3:4 dem Südkoreaner Jang Woojin geschlagen geben.
Auf dem Weg ins Finale schaltete Franziska unter anderem Lokalmatador Alexis Lebrun und den Chinesen Zhou Qihao aus. Erst am Mittag hatte er sich in einem nervenaufreibenden Halbfinale mit 4:3 gegen den Weltranglistenvierten Truls Moregard durchgesetzt. Auch sein Finalgegner hatte einen bemerkenswerten Lauf hinter sich. Mit Lin Yun-Ju, Liang Jingkun und zuletzt Hugo Calderano räumte Jang gleich mehrere Topspieler aus dem Weg.
Franziska verspielt 3:1-Führung – Jang kämpft sich zum Titel
Im direkten Vergleich hatte der 31-jährige Südkoreaner, der sich aktuell auf Position zehn der Weltrangliste befindet, mit fünf Siegen aus acht Begegnungen, darunter die letzten drei Duelle, vor dem Finale leicht die Nase vorn.
Davon ließ sich Franziska, der aktuell auf Position 18 der Weltrangliste steht, zunächst jedoch wenig beeindrucken. Mit seiner gefährlichen Rückhand dominierte er den Auftaktsatz, zog auf 9:1 davon und setzte mit einem deutlichen 11:3 das erste Ausrufezeichen. Im zweiten Durchgang fand Jang jedoch zunehmend bessere Antworten und erspielte sich eine schnelle 7:2-Führung. Franziska schaffte es aber, den Anschluss wiederherzustellen und zwang den Südkoreaner bei 7:6 noch zu seinem Timeout. Dieses zeigte nur kurze Zeit später seine Wirkung und der 31-Jährige glich mit 11:7 zum 1:1 aus.
Der Deutsche blieb jedoch am Drücker. Im dritten Satz machte es der Saarbrücker nach einer zwischenzeitlichen 5:1-Führung noch einmal spannend, behielt aber mit 11:7 die Oberhand. Auch der vierte Durchgang entwickelte sich zu einem engen Schlagabtausch. Franziska behauptete immer wieder einen knappen Vorsprung und sicherte sich mit 11:9 die 3:1-Satzführung. Damit fehlte dem 34-Jährigen nur noch ein Satz zum ersten Champions-Titel seiner Karriere.
Doch Jang gab sich nicht geschlagen. Mit aggressiverem Vorhandspiel erhöhte der Südkoreaner immer wieder den Druck und zog im fünften Durchgang auf 7:3 davon. Franziska kämpfte sich noch einmal bis zum 9:9 heran, musste den Satz aber mit 9:11 abgeben. Das Momentum kippte zunehmend auf Jangs Seite. Mit 11:8 im sechsten Durchgang erzwang der Südkoreaner schließlich den Entscheidungssatz.
Sieben-Satz-Krimi mit besserem Ende für Jang
Dort entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem zunächst keiner der beiden Kontrahenten entscheidend davonziehen konnte. Jang setzte sich beim 6:4 erstmals mit zwei Punkten ab und hielt diesen Vorsprung zunächst bei. Franziska bewies noch einmal Nervenstärke und glich zum 8:8 aus. Dann schlug der Südkoreaner erneut zu: Mit zwei Punkten in Folge erspielte er sich seine ersten Matchbälle und verwandelte gleich den ersten zum 11:8.
Nach dem Matchball fiel der Südkoreaner erleichtert zu Boden. Es ist der erste Champions-Titel in der Karriere des 31-Jährigen. Beim WTT Champions in Doha 2026 erreichte er zwar das Finale, unterlag dort jedoch dem Taiwanesen Lin Yun-Ju mit 0:4.
„Patrick hat heute eine tolle Performance gezeigt. Das hat mich unter Druck gesetzt und ich war sehr nervös. Ich habe mich aber immer wieder motiviert, nicht aufzugeben und Chancen zu nutzen. Und so konnte ich am Ende noch den Titel holen“, erzählte Jang im Interview nach dem Spiel.
Patrick Franziska blieb der ganz große Triumph damit zwar verwehrt. Dennoch durfte der Saarbrücker auf eine herausragende Turnierwoche zurückblicken, die er mit seinem bislang besten Ergebnis bei einem WTT Champions und Platz zwei krönte.
Sun Yingsha triumphiert im chinesischen Finale
Im Damen-Einzel ging der Titel an Sun Yingsha. Die Weltranglistenzweite setzte sich im rein chinesischen Endspiel mit 4:1 gegen ihre Teamkollegin Kuai Man durch.
Dabei erwischte die Weltranglistenfünfte zunächst den besseren Start und entschied den Auftaktsatz mit 11:7 für sich. Anschließend übernahm jedoch die Favoritin das Kommando. Sun gewann die folgenden vier Durchgänge mit 11:7, 11:3, 11:9 und 11:6 und krönte sich damit zur Siegerin von Montpellier.
Die Weltbesten beim WTT Champions Frankfurt
Eine weitere Chance auf einen Champions-Titel erhält Franziska schon ab Dienstag. Bei der mittlerweile vierten Auflage des WTT Champions Frankfurt in der Süwag Energie ARENA haben sich die Top 20 der Herren und neun der zehn besten Damen der Welt für das internationale Highlight qualifiziert. Für Deutschland gehen insgesamt zehn Starterinnen und Starter ins Rennen, darunter auch die drei Wildcards Benedikt Duda, Wim Verdonschot und die junge Josephina Neumann.
Die Spiele am Sonntag im Überblick
Herren
Halbfinale
Patrick Franziska GER – Truls Moregard SWE 4:3 (5, -9, 10, -6, 10, -10, 6)
Hugo Calderano BRA – Jang Woojin KOR 3:4 (-8, 8, 7, -7, -12, 9, -12)
Finale
Patrick Franziska GER – Jang Woojin KOR 3:4 (3, -7, 7, 9, -9, -8, -8)
Damen
Halbfinale
Chen Yi CHN – Kuai Man CHN 2:4 (-11, -5, 8, -6, 6, -9)
Wang Yidi CHN – Sun Yingsha CHN 3:4 (-11, -9, -10, 9, 8, 12, -2)