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Georg Jungkunz fliegt vom Platz, weil er einen Trick anwendet, der in der Premier League gang und gäbe ist. Zuvor hatte Deisenhofen einen Elfmeter vergeben.
Deisenhofen – Es gibt diese Gesetze im Fußball, die – aus welchen Gründen auch immer – sich regelmäßig bestätigen. In engen Spielen hat die in der Tabelle oben stehende Mannschaft das Glück und die unten stehende Mannschaft das Pech. Der FC Deisenhofen war bei dem Bayernliga-Duell mit dem Topteam TSV Wasserburg voll auf Augenhöhe, verlor dann aber mit 0:2 (0:0).
Die ersten Minuten gingen torlos über die Bühne, aber die weitestgehend ausgeglichene Partie hatte trotzdem Pfeffer. Wasserburg hatte eine Riesenchance, bei der man noch zur Pause diskutierte, warum da das Runde nicht im Eckigen landete. Auf der anderen Seite hatten auch die Gastgeber ihre Möglichkeiten. Das Unentschieden ging somit in Ordnung.
Nach der Pause wurde es dann richtig wild. In der 56. Minute hatten die Deisenhofener den Fuß am Momentum des Spiels, als sie einen Foulelfmeter zugesprochen bekamen. Florian Schmid scheiterte mit einem ordentlich geschossenen Strafstoß an Gästetorwart Lino Volkmer, der die richtige Ecke erahnt hatte. Schmid war zumindest in guter Gesellschaft an dem Tag, an dem selbst Mister Ballon d’Or Harry Kane einen Elfer verballerte.
Direkt nach dem verschossenen Elfer gab es noch eine Rote Karte für Georg Jungkunz, die auch eine Menge Gesprächsstoff lieferte. Der Deisenhofener warf bei einem Einwurf den nahestehenden Gegenspieler an, um so selbst mit dem Ball am Fuß weiterziehen zu können. Dieser Trick wird gerade in der englischen Premier League gerne angewandt. In diesem Fall, in der deutschen Bayernliga, gab der Linienrichter der Schiedsrichterin ein Zeichen, und beide kamen zu dem Ergebnis, dass das Regelwerk den Platzverweis wegen Unsportlichkeit hergibt. Da war es wieder: das Pech und Unglück der in der Tabelle hinten stehenden Mannschaft.
Um die Geschichte abzurunden, geschah obendrein ein Eigentor von Leo Edenhofer zur Wasserburger Führung in der 69. Minute. Der Defensivspieler musste aber an den Ball gehen und mit hohem Risiko die Klärung versuchen, weil hinter ihm der einschussbereite Angreifer wartete. Sieben Minuten später legten die Gäste durch Vinzenz Egger noch das 0:2 nach, und damit war die Messe gelesen.
Der FC Deisenhofen steckt in einer schwierigen Saison weiter in der Abstiegszone fest, aber Trainer Andreas Pummer konnte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Man spielte 90 Minuten auf Augenhöhe mit und kassierte einen Platzverweis, der schon etwas Einmaliges hatte.
FC Deisenhofen – TSV Wasserburg 0:2 (0:0)
FCD: Obermeier, Gkasimpagiazov, Jost, Schmid (85. Sawilla), Kretzschmar (85. Weber), Edenhofer, Köber, Jungkunz, Jung (85. Vollmer), Seidl, Schemat (77. Wilhelm).
Tore: 0:1 Edenhofer (69., Eigentor), 0:2 Egger (76.).
Rote Karte: Jungkunz (58., Unsportlichkeit).
Bes. Vorkommnis: Schmid scheitert mit Foulelfmeter an Volkmer (56.).