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Ein historischer Lotus, ein emotionaler Familienbesuch und eine besondere Entscheidung: Der neue Formel-1-Weltmeister ehrt sein großes Idol.
Frischgebackener Formel-1-Weltmeister mit gerade einmal 20 Jahren – doch vor Ayrton Senna wird selbst Kimi Antonelli zum staunenden Fan. Wenige Tage vor dem Grand Prix von Brasilien besuchte der Mercedes-Star die Familie der 1994 verstorbenen Rennfahrer-Legende. Dabei durfte er in einem der berühmtesten Formel-1-Boliden der Geschichte Platz nehmen. Und hinter diesem Besuch steckt eine Geschichte, die bis zu Antonellis eigener Startnummer reicht.
"Unvergesslicher Tag", schrieb der Italiener anschließend auf Instagram. "Danke an die ganze Familie Senna. Es muss sich erst einmal setzen, aber ich werde diese Erinnerungen ewig mit mir tragen."
Schauplatz des besonderen Treffens war die Fazenda Dois Lagos in Tatuí, rund 140 Kilometer von São Paulo entfernt. Das Anwesen wurde 1991 von Senna eröffnet. Dort wartete auf Antonelli ein ganz besonderes Stück Formel-1-Geschichte: der schwarz-goldene Lotus 98T aus der Saison 1986.
Mit diesem Boliden ging Senna damals für Lotus an den Start. Antonelli durfte im Cockpit Platz nehmen und posierte anschließend mit Mitgliedern der Senna-Familie, darunter dessen Neffe Bruno und Nichte Bianca. Laut italienischen Medien war auch Antonellis Vater Marco dabei.
Für den jungen Weltmeister war es nicht die erste persönliche Annäherung an sein großes Idol. Schon vor dem Brasilien-GP im vergangenen Jahr hatte er Sennas Grab in São Paulo besucht.
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Die Verbindung zu Senna zeigt sich auch auf Antonellis Mercedes. Der Italiener fährt mit der Startnummer 12 – jener Nummer, die Senna zwischen 1985 und 1988 verwendete. Mit ihr holte der Brasilianer 1988 im McLaren auch seinen ersten von drei WM-Titeln.
Und obwohl Antonelli am vergangenen Wochenende in Mexiko vorzeitig seinen ersten Formel-1-Weltmeistertitel fixierte, will er seiner Nummer treu bleiben.
Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet, möchte der Mercedes-Pilot auch als Champion nicht auf die prestigeträchtige Startnummer 1 wechseln. Antonelli begründet das mit seinem Aberglauben und der besonderen Bedeutung der 12. Sie erinnere ihn daran, wer er sei und was er erreichen wolle.
Dabei will der Italiener keineswegs als neuer Senna gelten. Der dreifache Weltmeister sei eine große Inspiration, Vergleiche mit ihm lehne er aber ab. Dafür habe er selbst noch zu viel zu beweisen.
Dabei gibt es tatsächlich bemerkenswerte Gemeinsamkeiten in den Karrieren der beiden Rennfahrer.
Beide holten ihre erste Poleposition und ihren ersten Grand-Prix-Sieg im zweiten Rennen ihrer zweiten Formel-1-Saison. Beide fuhren dabei mit der Startnummer 12.
Auch danach ähnelten sich ihre Erfolgsserien: Sowohl Senna 1985 als auch Antonelli 2026 eroberten ihre ersten drei Karriere-Polepositions unmittelbar hintereinander.
Besonders bemerkenswert: Antonelli hat Senna nie selbst auf der Rennstrecke erlebt. Der Italiener wurde erst 2006 geboren, zwölf Jahre nach Sennas tödlichem Unfall beim Grand Prix von San Marino in Imola. Seine Begeisterung für den Brasilianer entwickelte sich durch seinen Vater und alte Rennaufnahmen.
Die Hommage an Senna geht beim Grand Prix von Brasilien weiter. Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet, hat Antonelli für das Rennwochenende in Interlagos einen speziellen Helm zu Ehren seines Idols vorbereitet.
Der Anlass ist ein historischer Triumph: Vor 35 Jahren gewann Senna 1991 erstmals seinen Heim-Grand-Prix in Brasilien. Trotz massiver Getriebeprobleme brachte er seinen McLaren damals ins Ziel.
Antonelli bezeichnete den neuen Helm als einen der schönsten, die er bisher gestaltet habe.
Der Besuch bei der Familie Senna fügt sich damit in eine ganze Reihe persönlicher Ehrungen ein. Und die Startnummer 12, mit der Antonelli seinen ersten WM-Titel gewann, soll auch künftig auf seinem Mercedes stehen.