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DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat laut der Bild-Zeitung am Donnerstagabend seinen Vorschlag für eine Regionalliga-Reform an die fünf Regional- und 21 Landesverbände per Mail geschickt.
Kassel – Erste Details dringen nun schon nach außen. Wir geben einen Überblick.
Wenig überraschend haben sich DFB und Neuendorf in ihrem Vorschlag auf das Kompassmodell festgelegt. Dieses hatte sich in den vergangenen Wochen auch als das mehrheitsfähigste herauskristallisiert. Demnach werden per künstlicher Intelligenz jedes Jahre neue Staffeln gebildet – anhand der kürzesten Strecken. Aus fünf Staffeln würden vier mit jeweils 20 Mannschaften werden. Die Anzahl von 90 Mannschaften aktuell (18 Staffeln à 18 Teams) müsste auf 80 reduziert werden. Greifen soll das neue Modell ab der Saison 2028/29. Heißt: Diese Saison würde noch normal gespielt werden. In der folgenden müsste der KSV Hessen Kassel als Beispiel eine Mindestplatzierung erreichen, um nach der Reform weiterhin in der vierten Liga zu bleiben. Historische Derbys sollen erhalten bleiben, werden aber nicht garantiert. Je nach Auf- und Absteigern ist es möglich, dass Mannschaften Jahr für Jahr in einer anderen Staffel spielen.
Am Montag sollen nun die Präsidenten der Regional- und Landesverbände den Vorschlag diskutieren. Am kommenden Freitag entscheidet das DFB-Präsidium über den Antrag, der am 18. Dezember auf dem DFB-Bundestag in Frankfurt zur Abstimmung kommen könnte. Für eine Einführung wäre eine Satzungsänderung nötig, die einer Zweidrittelmehrheit bedarf. Die lauteste Kritik ist aus Bayern zu hören: Präsident Christoph Kern möchte die 3. Liga auf 22 Mannschaften aufstocken und jedem der fünf Regionalliga-Meister so eine Aufstiegsgarantie geben. Kern könnte auf dem Bundestag einen Gegenantrag stellen. Von DFB-Seite hatte es immer geheißen, dass es bei 20 Teams keinen fünften Drittliga-Absteiger geben werde.
Laut DFB-Vorschlag wird der Deutsche Fußball-Bund Träger der vier Regionalligen. Die fünf Regionalverbände erhielten in diesem Fall eine Kompensationszahlung von jeweils 500.000 Euro pro Jahr, jeder Klub 40.000 Euro pro Saison. Ausnahme: Die zweiten Mannschaften der 36 Profiklubs aus erster und zweiter Liga bekommen kein Geld. Die Zahlungen wären zunächst für vier Jahre garantiert.
Für den KSV Hessen würde sich anhand der aktuellen Auswahl eine Liga ergeben, in der nur fünf Teams aus dem Südwesten bleiben (Offenbach, Fulda, FSV Frankfurt, Eintracht II und Steinbach). Gleich zehn Gegner würden aus der aktuellen West-Staffel kommen, drei aus dem Norden und einer aus Nordost. (Maximilian Bülau)