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Die Partie des FC Bayern München II beim TSV Landsberg war als Hochrisikospiel eingestuft worden, doch rund um den Platz blieb es, abgesehen von einer kurzen Pyro-Einlage der Bayern-Fans vor Spielbeginn, ruhig. Das war auch gut so, denn auf dem Spielfeld spielte sich genug an Spektakel ab. Die Landsberger holten in der Schlussphase einen 2:5-Rückstand auf, was aber für Trainer Muriz Salemovic gar nicht so überraschend war.
Zum ersten Mal wäre der „Käfig“ für die Gäste-Fans zum Einsatz gekommen, doch diese weigerten sich, diesen Bereich zu nutzen. Aufgrund der Auflagen des BFV hatten der TSV Landsberg viel Zeit und Geld investiert – diesmal umsonst. „Die Fans haben uns mitgeteilt, dass sie eskalieren würden, wenn sie in den Käfig müssen“, teilte TSV-Abteilungsleiter Werner Seemüller mit. Also einigte man sich in Absprache mit der Polizei und den Sicherheitskräften darauf, dass die FCB-Fans neben den Gittern stehen dürfen. Kurz vor Spielbeginn wurde Pyrotechnik gezündet und wegen der Rauchschwaden begann das Spiel mit Verspätung, das war es dann aber auch.
90 Minuten Dauergesang und Anfeuerung ihrer „Roten“ und damit war die Gruppe fast bis Spielende bedeutend lauter als die gut 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Tribüne und den Stehplätzen 1425 Fans waren es insgesamt. „So viele dürften gerne immer kommen, nicht nur gegen Bayern“, freute sich Seemüller über den Zuspruch. Und alle, die gekommen waren, dürften es nicht bereut haben, außer sie sind vorzeitig gegangen. Denn in der Schlussphase brannten die Landsberger ein Feuerwerk ab – aber ein sportliches.
Dabei sah es zunächst nach einer eindeutigen Sache aus, weniger spielerisch, aber in puncto Chancenverwertung. Schon in der 15. Minute fiel aus spitzem Winkel das 1:0 für die Gäste und als dann auch noch Kilian Pittrich in der 22. Minute den Ball ganz unglücklich um 2:0 ins eigene Tor lenkte, schien es Einbahnstraßenfußball zu werden, denn in der 28. Minute fiel auch noch das 3:0 für die „kleinen Bayern“. „Danach haben wir auch ein bisschen den Faden verloren“, räumte Landsbergs Trainer Muriz Salemovic ein. Sein Team habe sich nicht mehr an den Plan gehalten, kam aber dennoch zum Anschlusstreffer: Einen tollen Freistoß von Furkan Kircicek konnte Münchens Torhüter nicht festhalten und Leon Bucher verwandelte den Abpraller (33.).
Nach der Pause machte Landsberg mehr Druck, hatte auch mehr Ballbesitz, doch das Pech blieb den Hausherren zunächst treu, denn in der 59. Minute kam Bayern München aus stark abseitsverdächtiger Position zum 4:1 – da gab es sogar von der Tribüne laute Unmutsbekundungen. „Aber wir haben nie aufgegeben, das hat man in den Augen der Spieler gesehen“, sagte Salemovic nach Abpfiff. Und die Gastgeber belohnten sich, denn der eingewechselte Fynn Heinze verkürzte in der 65. Minute auf 2:4, aber der Schiedsrichter rückte sich keine zehn Minuten später erneut in den Mittelpunkt, als er den Gästen einen sehr fragwürdigen Elfmeter zusprach. Landsbergs Keeper Leo Leimeister, der trotz der Gegentore hervorragend hielt, hatte die richtige Ecke, kam aber nicht ran: drei Tore Rückstand für den TSV und noch eine Viertelstunde zu spielen.
Doch die Heimelf gab nicht auf und Bayern München kam immer mehr ins Schwimmen. Wiederum Fynn Heinze traf zum 3:5 (79.), und David Bauer verkürzte in der 87. Minute nach einer Ecke von Furkan Kircicek auf 4:5. Jetzt warf der TSV alles nach vorne und es klappte: Creighton Braun sorgte in der vierten Minute der Nachspielzeit für den Ausgleich und Landsberg hatte sogar noch die Möglichkeiten zum Siegtreffer, der blieb aber aus. Anschließend lobte Muriz Salemovic den Charakter seiner Mannschaft – absolut zu Recht.