Zurück
Kimi Antonelli ist Formel-1-Weltmeister 2026, er ist der 36. Champion der Königsklasse seit 1950, dies nach der sechsten F1-Titelentscheidung in Mexiko, nach John Surtees 1964, Denny Hulme 1967, Graham Hill 1968 sowie Lewis Hamilton 2017 und 2018.
Kimi ist der jüngste Formel-1-Champion, mit 20 Jahren, er hat den Rekord von Sebastian Vettel von Abu Dhabi 2010 um mehr als drei Jahre unterboten.
Antonelli ist der dritte italienische Formel 1-Weltmeister nach Giuseppe Farina (1950) und Alberto Ascari (1952/1953). Damit auch der erste italienische «campione» seit 73 Jahren!
Weltmeister im zweiten Formel 1-Jahr, das gelang vor Kimi nur Juan Manuel Fangio, Jacques Villeneuve und Lewis Hamilton. Im ersten Jahr Champion wurde Giuseppe Farina, als 1950 die Formel-1-WM Premiere feierte.
Kimi Antonelli spricht der neue Champion ausführlich über seinen WM-Titel und was das in ihm auslöst: «Ich versuche immer noch zu begreifen und zu verstehen, was gerade passiert ist. Wenn man seit ich ein Kind war davon träumt, dies zu erreichen, und wenn man das schliesslich erreicht, ist es wirklich etwas ganz Besonderes.»
«Klar kommen alle Emotionen hoch. Diesen Moment mit meiner ganzen Familie, meinem Team und auch einem Teil meiner Freunde teilen und miterleben zu können, ist ein Moment, der mir immer in Erinnerung bleiben wird.»
«Ich bin einfach nur super-glücklich und dankbar für das, was gerade passiert ist, für all die Möglichkeiten und die Unterstützung, die ich bekommen habe, nicht nur in diesem Jahr, sondern seit ich dem Team beigetreten bin. Also, ja, ich werde versuchen, es bis zum Ende zu geniessen und dann auch den Rest der Saison zu geniessen, weil wir noch ein paar Rennen vor uns haben.»
«Auf die Schultern von Lewis und Max gehoben zu werden, das war einfach unglaublich! Auf jeden Fall werde ich dieses Foto einrahmen und in meinem Haus aufhängen, weil das einfach ein unglaublicher Moment gewesen ist. So viel Respekt von zwei unglaublichen Fahrern zu spüren, von Fahrern, die Formel-1-Geschichte geschrieben haben, das ist wirklich ein Moment immer in Erinnerung bleiben wird. Ich will im Haus einen Platz finden, wo ich dieses Bild immer wieder anschauen kann.»
Neun Saisonsiege, welcher ragt heraus? Kimi: «Schwer zu sagen. Ich bin ein Typ, der eher denkt – das Beste kommt noch. Aber wenn ich einen auswählen müsste, würde ich mein Heimrennen in Monza nennen. Dann natürlich der erste Sieg, in China. Doch alle waren auf ihre eigene Weise einzigartig. Ich denke auch gerne zurück an Belgien, weil Spa wahrscheinlich letztes Jahr mein härtester Moment in meiner Karriere war, und dieses Jahr auf einer Strecke zu gewinnen, auf der ich damals an einem Tiefpunkt war, das war für mich sehr besonders.»
Antonelli bestätigt, dass er 2027 auf die Nummer 1 des Weltmeisters verzichtet: «Ich werde bei der Nummer 12 bleiben, weil sie eine sehr besondere Zahl für mich ist, aber auch, weil sie mir hilft, bodenständig und demütig zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass ich mit der Beibehaltung der Nummer 12 einen neuen Ausgangspunkt habe, um alles wieder aufzubauen und zu versuchen, mich zu verbessern. Und um ehrlich zu sein, ich bin sehr abergläubisch, und die Nummer 1 war für mich nie eine gute Zahl. Immer wenn ich die benutzt habe, lief es extrem schlecht. Nein, da ist mir die 12 lieber.»
Im Stadionteil der mexikanischen Rennstrecke lag sich Familie Antonelli in den Armen: Mama Veronica, Papa Marco, Schwester Maggie. Kimi sagt: «Sie waren sehr emotional, sehr glücklich. Mein Vater hat heute auch mit seinem Team um die Meisterschaft gekämpft, und leider haben sie die Meisterschaft verloren. Ich habe ihn heute Morgen sehr traurig gesehen, und ich dachte mir: Weisst du was? Ich werde das wieder gutmachen! Also, ich bin sehr froh, dass ich es getan habe, und das hat mir definitiv eine zusätzliche Motivation gegeben, den Titel heute unter Dach und Fach zu bringen.»
Was ging Antonelli durch den Kopf, als er auf P3 über die Ziellinie fuhr? Kimi: «Schon in der zweitletzten Runde habe ich Sekunden verloren, weil ich im Grunde schon geheult habe. Ich konnte nicht klar nach vorne sehen, ich konnte irgendwie zwei Ferraris durch die Tränen sehen.»
«Viele Erinnerungen gingen mir in diesem Moment durch den Kopf, Erinnerungen vom Kartfahren bis zur Formel 1. Es war eine sehr besondere letzte Runde, und als ich die Ziellinie überquerte, liess ich meinen Emotionen freien Lauf.»
Sehr spezielle Lieder-Wahl, als Kimi dann alleine dort oben auf dem Podest stand, als neuer «Campione». Zunächst mal die Puccini-Arie «Nessun Dorma» aus dem Stück «Turandot», die jeden Stein zum Schmelzen bringt, wenn ein Tenor am Schluss schmetter: Vincerò, vincerò! Ich werde siegen.
Und dann «Sarà perché ti amo» (Das wird wohl sein, weil ich dich liebe). Wir schätzen mal, die Songs wurden von Formel-1-CEO Stefano Domenicali ausgewählt.
Kimi sagt: «Das erste Lied war sehr bewegend für mich, weil es ein Lied war, das mein Grossvater immer gehört hat. Also war es sehr aufwühlend, das zu hören. Und ich denke, er ist ... (Kimi sucht nach Worten.) Ich denke, er wäre sehr stolz auf mich. Oh mein Gott, ich habe heute viel zu viel geweint, aber es ist gut so. Also ja, ich wurde auch sehr emotional wegen meines Grossvaters, und ich spürte viel Liebe für ihn.»
Kimi hat noch eine Überraschung auf Lager: «Jetzt geht es ja weiter nach Brasilien. Ich werde einen speziellen Helm für Brasilien haben, für Ayrton. Auch weil es 35 Jahre her sein wird, dass er in seinem Heimatland gewonnen hat, obwohl sein Getriebe im sechsten Gang feststeckte!»
«Das wird ein Tribut-Helm für Brasilien und für Ayrton, und ich denke, es ist einer meiner besten Helme, die ich gemacht habe. Also, hoffentlich gefällt er euch allen.»
Und wann kommt die grosse WM-Feier? Kimi sagt: «Wir haben nichts geplant, wir haben ja noch das Rennen in Brasilien vor uns. Dann geht es endlich nach Hause. Dann werde ich partymässig Vollgas geben. Ich kann jetzt schon ankündigen, dass ich nicht im besten Zustand nach Las Vegas fliegen werde.»