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ATHEN. José Mourinho hatte da schon so ein Bauchgefühl. „Dass Real Madrid – wenn ich mich nicht täusche – in Athen nur eines seiner bisherigen acht Spiele gewonnen hat, ist aussagekräftig. Griechenland ist immer ein schwieriges Pflaster. Wenn wir nicht unsere volle Leistung abrufen, werden wir nicht gewinnen“, hatte der „Special One“ am Dienstagabend zu Protokoll gegeben. Etwas mehr als 24 Stunden sah es lange aus, als würden die Königlichen das Land einmal mehr nicht als Gewinner verlassen können – bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit!
Gegen AEK Athen haben sie am Mittwochabend beinahe ihre ersten Punkte in der laufenden Ligaphase der Champions League liegen gelassen, letztlich aber doch einen 3:2-Sieg verbucht. Nach zuvor schon drei Erfolgen gegen Inter Mailand, die AS Roma und RB Leipzig erhöht Real sein Konto auf zwölf Punkte. Die maximale Ausbeute auch nach dem vierten Spieltag. Bei vier verbleibenden Aufgaben in der Vorrunde dürfte der Einzug in das Achtelfinale auf direktem Wege, für den es erfahrungsgemäß um die 16 Zähler braucht, reine Formsache sein.
Weniger gut: In der ALLWYN Arena war Real zunächst kaum präsent. Die Hausherren machten in der Anfangsphase einen wesentlich motivierteren Eindruck – und konnten den Favoriten mit einem frühen Tor zügig vor eine noch größere Herausforderung stellen. Aboubakary Koita legte sich den Ball halbrechts im Strafraum auf den linken Fuß und visierte erfolgreich das kurze Eck an. Thibaut Courtois konnte den Gegentreffer nicht verhindern, anders als zuvor gegen Mijat Gaćinović (5.) und kurz danach gegen Ex-Real-Profi Luka Jović (17.).
Erst im Laufe des ersten Durchgangs gelang es Mourinhos Ensemble, mit erhöhten Ballbesitzphasen bestimmender zu werden. Es hatte allerdings Schwierigkeiten, den defensiven Block der Griechen zu knacken. Immerhin: Einmal gelang das vor der Pause, als Jude Bellingham in Weltklasse-Manier den Ausgleich erzielte (32.). Marc Cucurella spielte das runde Leder stramm von der linken Seite in die Mitte, dort beförderte die Nummer 5 es per Hacke in die Maschen. Ansonsten war von Real offensiv wenig Konkretes zu vernehmen.
Ähnlich verhielt es sich nach dem Seitenwechsel. Cucurella hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit nach einer flachen Mbappé-Hereingabe eine Top-Chance, sein Rechtsschuss im Strafraum wurde in höchster Not aber geblockt (50.). In der Folge brachten die Gäste aus Madrid lange nichts Gefährliches zustande, von AEK ganz zu schweigen.
Doch dann die kalte Dusche: Förmlich aus dem Nichts holten sich die Athener die Führung eine Viertelstunde vor dem Ablauf der regulären Spielzeit zurück (75.). Koita legte im Real-Strafraum auf kurzem Wege quer, woraufhin Courtois nach einem Schuss von Stavros Pilios aus halblinker Position getunnelt wurde. 1:2 statt 2:1 – doch die Madrilenen hatten diesmal eine schnellere Antwort parat. Mbappé schob nach einer Hereingabe von Dumfries in der Mitte mühelos zum 2:2 ein (78.). In der Schlussphase brachte er beinahe auch noch die Wende, sein Schuss landete aber an der Latte (86.). Der Lucky Punch gelang dafür dem eingewechselten Federico Valverde mit einem wuchtigen Schuss in der Nachspielzeit. Irre! Wieder eine Aufholjagd im internationalen Geschäft.
In der Vorrunde stehen für die Merengues noch die Duelle mit der PSV aus Eindhoven (24. November, 21 Uhr), dem FC Arsenal (9. Dezember, 21 Uhr), dem LASK (19. Januar, 21 Uhr) und Shakhtar Donetsk (27. Januar, 21 Uhr) aus.
Mourinho ließ Éder Militão überraschend erstmals nach dessen sechsmonatiger Pause von Anfang an mitwirken. Der Brasilianer war diese Saison zuvor nur zu einem fünfminütigen Einsatz gekommen. Dean Huijsen ging dafür auf die Bank. Dazu durften Dumfries, Eduardo Camavinga und Antonio Rüdiger ran. Yan Diomande erhält vorne rechts den Vorzug vor Brahim Díaz.