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Borussia Dortmund hat in der Bundesliga seine kurze Durststrecke überwunden. Vor dem Tor von Maximilian Beier in der 80. Minute sah es beim 1:0 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt zunächst anders aus.
Trotz vieler Chancen und einem überwältigenden Eckenverhältnis von 13:1 hatte dem BVB das dritte Ligaspiel ohne Sieg gedroht und erneut eine Partie ohne Tor. Nachdem zwei Aluminiumtreffer und ein nicht gegebener Strafstoß zunächst die Dortmunder Führung verhindert hatten, schoss Beier seine Mannschaft vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp aber doch noch ins Glück. So war es auch schon beim 1:0-Erfolg beim VfB Stuttgart im September gelaufen.
"Der Sieg war sehr verdient, weil wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Es hat lange gedauert, aber durch die Art und Weise war es schon schön und wichtig nach den intensiven vergangenen Wochen", sagte BVB-Trainer Niko Kovac im Sportschau-Interview. "Ich wusste nicht, dass der Bundestrainer da war, aber Maxi hat nicht nur mit dem Tor heute bewiesen, dass er Qualitäten hat. Er ist ein Nationalspieler, auch wenn er beim vergangenen Mal nicht eingeladen wurde. Mit solchen Aktionen empfiehlt ers sich, ich denke, auch der Bundestrainer hat einen guten Maxi Beier gesehen."
Von Beginn an gab es auf beiden Seiten Gelegenheiten, doch die Effizienz fehlte jeweils. Bei der ersten Gelegenheit für Frankfurt lag das aber gar nicht an Nnamdi Collins, der frei durch war, sondern an der hervorragenden Grätsche von Ramy Bensebaini, der im letzten Moment klären konnte (3.). Und beim 17-Meter-Schuss von Serhou Guirassy war es die starke Parade von Noah Atubolu, die die BVB-Führung verhinderte (15.).
Fahrlässiger war der Umgang des Dortmunder Stürmers mit der Hundertprozentigen, die er kurz danach ausließ. Nach einem Abwehrfehler der Frankfurter stand Guirassy frei vor dem Tor, nahm sich sehr viel Zeit und versuchte, den Ball aufreizend lässig über Atubolu hinweg zu chippen, doch der Torhüter riss die Hand hoch und hielt (17.). Und dann folgte der Schiedsrichter-Aufreger des Abends.
Nach einem weiten Einwurf ging Bensebaini zu Boden, nachdem ihm Jonathan Burkardt zwar unabsichtlich, aber dennoch deutlich auf den Fuß getreten war. Sven Jablonski entschied sich gegen einen Pfiff und bekam vom VAR auch nicht den Hinweis, dass er sich die Szene nochmal ansehen solle - obwohl Dortmund zu Recht einen Strafstoß forderte, da ein klares Foul vorlag (19.).
Ab diesem Moment kam die Eintracht besser ins Spiel, doch auch Burkardt schaffte es nicht, den Ball frei vor Gregor Kobel im gegnerischen Tor unterzubringen, aus 17 Metern verzog er knapp (27.). Noch knapper wurde es auf der anderen Seite nach einem abgefälschten Schuss von Daniel Svensson, der auf die Latte klatschte (31.), kurz danach rettete Kobel im Eins-gegen-eins gegen Younes Ebnoutalib, nachdem Felix Nmecha gepatzt hatte (33.).
Dennoch war vor allem den Dortmundern das Pech treu. Denn nach dem nicht gegebenen Elfmeter und dem Lattenschuss von Svensson traf auch Guirassy nur Aluminium. Nach einem Eckball kam der BVB-Stürmer aus vier Metern zum Kopfball, setzte ihn aber um Zentimeter zu hoch an und traf ebenfalls nur den Querbalken (53.). Es sollte einfach nicht sein für Guirassy, der auch nach einer Flanke den Ball mit dem Fuß nicht gut genug traf und das Tor verfehlte (68.).
In der Schlussphase versuchte der BVB, das dritte Remis in der Bundesliga in Folge zu verhindern, das Team von Trainer Niko Kovac ging aber nicht mehr voll ins Risiko. Es deutete sich bereits das 0:0 an, doch dann stach ein BVB-Joker. Beier bekam vom nur eine Minute zuvor ebenfalls eingewechselten Jobe Bellingham den Ball, versuchte es aus 17 Metern und ließ Atubolu mit seinem verdeckten Schuss ins lange Eck keine Chance (80.). Die Erlösung und die Entscheidung in einem Spiel, in dem zuvor vieles gegen den BVB gelaufen war.
Der geht mit seinem zweiten Sieg in Folge nach dem Erfolg in der Champions League bei Sabah FK (2:1) mit noch mehr Mut in das Wiedersehen mit Niclas Füllkrug und Werder Bremen im DFB-Pokal (Dienstag, 20.45 Uhr) - vor wenigen Wochen hatte es in Dortmund ein 2:2-Remis gegeben, nachdem die Gastgeber einen Zwei-Tore-Vorsprung in den letzten Minuten hergegeben hatten. In der Bundesliga geht es vier Tage später mit dem "Klassiker" beim FC Bayern München (18.30 Uhr) weiter.
Frankfurt, das nach einer turbulenten Woche mit dem Rücktritt von Sportvorstand Markus Krösche auch einen sportlichen Rückstand hinnehmen musste, steht derweil vor zwei Spielen gegen den Hamburger SV. Am Dienstag kommt es in Hamburg zum Duell im DFB-Pokal (18 Uhr), vier Tage später treffen sich die beiden Klubs in Frankfurt wieder (17.30 Uhr).