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Hessen: Eintracht Frankfurt steht nach Sieg beim HSV im Achtelfinale des DFB-Pokals

Eintracht Frankfurt zieht mit einem am Ende recht deutlichen Sieg beim Hamburger SV ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Dazu war neben einer Steigerung nach der Pause auch eine große Portion Glück nötig.

Eintracht Frankfurt gewinnt in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Hamburger SV mit 3:1 (0:0). Die Tore für die Gäste erzielten Kapitän Robin Koch (56. Spielminute), Jonathan Burkardt (71.) und Younes Ebnoutalib (75.). Für den HSV kam Terem Moffi nur noch zum Ehrentreffer (79.).

Nach nicht mal neun Minuten war die Luft raus – aus dem Ball. Das Spiel dagegen begann sehr lebendig. Die ersten Halbchancen verzeichneten dabei die Gastgeber: Ein Kopfbällchen von Shafiq Nandja (6.), eine etwas ungenau adressierte Hereingabe von Miro Muheim (7.), Nnamdi Collins, der gegen den durchgebrochenen David Möller Wolfe klärte oder Möller Wolfe, der sich in Collins festrannte – eine Frage der Perspektive (11.).

Aus Eintracht-Sicht fehlte allem, was in Richtung Tiefe gehen sollte, noch die Präzision. Dummerweise haperte es auch in der Defensive mitunter noch am Feintuning: Koch und Jeremiaha Maluze bildeten im Zentrum beinahe ein Spalier für Moffi, der nach einem Steckpass entsprechend freie Bahn hatte. Maluze selbst rettete mit einer Bilderbuchgrätsche (22.). Kurz darauf lenkte Frankfurts Keeper Noah Atubolu einen scharfen Schuss von Zakaria El Ouahdis über die Latte (24.). Albert Grönbaek stocherte die Kugel nach einem Zuspiel von Albert Sambi Lokonga ebenfalls nur knapp neben das Tor (29.).

HSV gehört die erste Hälfte

Wer aufmerksam mitgelesen hat, dürfte Eintracht-Chancen vermissen. Die Abschlüsse verzeichnete bis dahin fast ausnahmslos der HSV. Dafür geriet der nächste Frankfurter Vorstoß hochkarätig: Burkardt wurde nach Zuspiel von Ritsu Doan erst durch Sebastian Bornauw kurz vor dem Tor ausgebremst (30.). Elias Baum zielte von der Strafraumkante ein wenig zu hoch (33.), Sekunden später fand Can Uzun nach starker Balleroberung von Burkardt nur HSV-Keeper Sander Tangvik. Auf Doan abzulegen wäre wohl die bessere Option gewesen.

Der größte Aufreger der ersten Halbzeit war jedoch ein sehr robuster Bodycheck von Abwehrchef Koch gegen El Ouahdi. Tatort: mitten im Strafraum. Schiedsrichter Tobias Stieler stand nicht weit vom Geschehen entfernt und entschied trotz aller Hamburger Proteste und des VAR zur Überraschung fast aller nicht auf Strafstoß (35.). Glück für die Eintracht! So ging es trotz zahlreicher Abschlüsse torlos in die Pause ging.

Collins am Rande eines Platzverweises

Unmittelbar nach Wiederanpfiff zwang Collins seinen Trainer zum Handeln: Mit der Schulter voran traf der mit Gelb vorbelastete Rechtsverteidiger Möller Wolfes Kopf und konnte von Glück reden, dass er gleich darauf von Adi Hütter und nicht von Schiedsrichter Stieler vom Feld genommen wurde. Für ihn kam Keita Kosugi (49.).

Trotz dieser zwangsweisen Umstellung fand die Eintracht nun etwas besser in die Partie und konnte die Gastgeber erstmals ein wenig einschnüren. Uzun, der zuvor noch etwas zu eigensinnig abschloss, flankte diesmal mit ganz viel Übersicht auf Burkardt, der per Kopf auf Koch weiterleitete, der wiederum den Ball zum 1:0 für die Hessen über die Linie drückte (56.).

So leicht wollten es die ersatzgeschwächten Hamburger den Gästen aber nicht machen und fanden gleich zurück in den Vorwärtsgang. Atubolu brauchte einen starken Reflex und etwas Glück, um Muheims trockenen Abschluss im Nachfassen zu entschärfen (59.). Kurz darauf sogar eine Giga-Chance zum Ausgleich: Moffi köpfte nach einer Ecke am langen Pfosten aus einem Meter links am leeren Tor vorbei (62.). Fassungslosigkeit nicht nur beim HSV-Angreifer.

Burkardt mit der Vorentscheidung

Ungleich mehr machte Burkardt aus einem Zuspiel von Mario Götze. Mit der Brust legte er sich den Ball vorbei an Nandja, der ins Leere lief und tunnelte anschließend noch Tangvik (71.). Ein Tor zum Einrahmen und gleichzeitig Burkardts letzte Aktion. Younes Ebnoutalib stand bereits an der Außenlinie und beklatschte den Treffer seines Sturmpartners.

Wenig später stach der Joker: Mit einem Haken ließ Ebnoutalib gleich mehrere HSV-Verteidiger aussteigen und knallte den Ball zum 3:0 ins Netz. Die Entscheidung. Moffi staubte nach einem Wackler von Atubolu zwar noch zum 1:3 aus Hamburger Sicht ab (79.), der Frankfurter Sieg geriet aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr. Uzun hätte das Resultat für die Hessen noch höher schrauben können (84.), sein Schuss klatschte aber an die Latte. Atubolu sorgte mit einer Unsicherheit in der Nachspielzeit noch mal für einen Aufreger. Es blieb beim Konjunktiv. Das DFB-Pokal-Achtelfinale steigt am 1. und 2. Dezember - die Eintracht ist dabei.

Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:3 (0:0)

Hamburg: Tangvik - Nandja, Bornauw (46. Bissi-Mouelle), Omari - El Ouahdi, Lokonga (73. Amoako), Muheim (73. Daka), Wolfe, Adeline, Grönbaek (73. Stange) - Moffi (82. Rössing-Lelesit)
Frankfurt: Atubolu - Collins (49. Kosugi), Koch, Maluze, Baum - Onyedika, Götze (72. Aseko), Doan, Uzun, Chaibi - Burkardt (72. Ebnoutalib)

Tore: 0:1 Koch (56.), 0:2 Burkardt (71.), 0:3 Ebnoutalib (75.), 1:3 Moffi (79.)
Gelbe Karten: Collins, Götze, Maluze, Onyedika
Schiedsrichter: Stieler (Sölden)
Zuschauer: 57.000

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