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Der 23-jährige Schweizer Tennisprofi Jérôme Kym erringt mit einem Sieg gegen den an Position 1 gesetzten Amerikaner Ben Shelton den größten Erfolg seiner Karriere. Nach einem spannungsgeladenen Match mit Satzergebnissen von 6:3, 6:7 und 7:6 feiert der Lokalmatador seine Sensation.
Der 23-jährige Möhlemer Jérôme Kym besiegt in einem nervenaufreibenden Spiel den topgesetzten Amerikaner Ben Shelton 6:3, 6:7, 7:6. Nach dem grössten Erfolg seiner Karriere fehlen dem Lokalmatador die Worte, doch er bringt ihm auch weitere Boni ein.
Es ist 00:38, als Jérôme Kym seinen ersten Matchball gegen Ben Shelton verwandelt. Er lässt den Schläger fallen, streckt die Arme in die Luft und ballt die Faust zu mehreren Siegesschwüngen. Er springt durch die Luft und geht jubelnd in die Hocke. Die ganze Anspannung der letzten zweieinhalb Stunden und die Freude müssen raus.
Der 23-jährige Möhlemer hat an seinem Heimturnier tatsächlich den topgesetzten Amerikaner besiegt. Dabei sah es kurz vor dem entscheidenden Tiebreak im dritten Satz noch nach einer herben Enttäuschung aus. Kym ist gegen den 24-jährigen US-Open-Finalisten von Beginn an der bessere Spieler. Nach souveränem Startsatz, der mit zwei Breaks nach 40 Minuten mit 6:3 an den Wild-Card-Schweizer geht, ist Kym auch in der Folge spielbestimmend und bei eigenem Service unantastbar.
Eigentlich hätte das Spiel schon vor Mitternacht beendet sein müssen. 6:3, 3:2, 40:0 liegt Kym in Führung. Doch der Fricktaler kann keinen einzigen der drei Breakbälle nutzen. Beim zweiten schlägt er eine einfache Rückhand am T-Feld ins Aus und lässt den Amerikaner so am Leben. Shelton wackelt bei eigenem Aufschlag auch am Ende des zweiten Satzes.
Sowohl bei 5:4 als auch bei 6:5 fehlen Kym nur noch zwei Punkte zum Matchgewinn. Doch der Favorit kann mit fünf Service- und einem Vorhandwinner beide Games holen. Als Kym dann auch im Tiebreak das 2:0 nicht in den Matchgewinn ummünzen kann, scheint die Sensation nicht mehr realisierbar. Denn normalerweise setzt sich im Tennis dann der Favorit durch.
Doch Kym lässt sich von den vielen verpassten Chancen nicht brechen. Er sagt: «Ich habe nie aufgegeben. Aber wie genau ich das geschafft habe, kann ich auch nicht sagen. Momentan ist alles surreal.
» Auch im Entscheidungssatz ist der Schweizer der bessere Spieler. Zum 2:1 gelingt ihm tatsächlich der Servicedurchbruch und kurz darauf liegt Kym mit 5:2 und zwei Breaks vorn. Doch dieses irre Spiel hat eine weitere Wende bereit. Plötzlich fängt der Underdog an zu zittern und Shelton kann per Doppelbreak den nächsten Tiebreak erzwingen.
«Ich weiss selbst nicht, wie ich die Schlussphase überlebt habe», sagt Kym. Als er plötzlich 5:6 hinten liegt, nimmt er sich vor, jeden gewonnenen Punkt laut zu bejubeln und so das Momentum erneut auf seine Seite zu ziehen. Der Plan geht auf. Zu Null bringt er im Anschluss seinen Service durch und auch der Tiebreak ist eine klare Sache.
Mit 7:1 geht er an den Lokalmatador. Kym, der 2025 in der dritten Runde der US Open Top-10-Spieler Taylor Fritz in vier umkämpften Sätzen unterlag, feiert damit seinen grössten Karriereerfolg. Im dritten Anlauf bei seinem Heimturnier schlägt er einen Top-Spieler und steht erstmals im Viertelfinal eines ATP-500er-Turniers. Dort trifft er am Freitag auf Wawrinka-Bezwinger Jiri-Lehecka.
Neben 70'795 Euro Preisgeld freut sich Kym durch den Exploit auch über einen Ranglistensprung von über 50 Plätzen auf eine Position um die 160. Der 23-jährige Möhlemer trennte sich nach einem schwachen Saisonstart von seinem österreichischen Coach Markus Hipf, mit dem er in den vergangenen Jahren in Kitzbühel seine Trainingsbasis hatte.
«Mir fehlte das Feuer, um regelmässig weit weg von daheim zu trainieren, und ich benötigte etwas Neues», sagt Kym, der jetzt wieder von Swiss Tennis und Roman Vögeli trainiert wird. Der Wechsel scheint den gewünschten Effekt zu haben. Denn der Fricktaler befindet sich durch den Exploit von Basel auf dem Weg zurück in eine Ranglistenregion, in der er vor einem Jahr bereits war.
Am Montag wird Kym wieder in den Top 170 gelistet sein und damit auch das Ranking für eine Teilnahme an der Qualifikation für die Australian Open besitzen. Und er wird für immer die Geschichte erzählen können, wie er bei seinem Heimturnier, wo er früher Balljunge war, die Nummer 4 der Welt geschlagen hat. Niederlage im Oldie-Duell: Djokovic verliert einen Thriller und bricht dann die Fragerunde angesäuert ab Die Swiss Indoors Basel verlieren ihre Hauptattraktion.
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