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Bayer 04 Leverkusen: Simon Rolfes kritisiert die TSG Hoffenheim

Werbeplakat sorgt für Unmut„Schon vor 13 Jahren keiner verstanden“ – Bayer-Sportchef Rolfes kritisiert TSG

 Stefan Kießlings Phantomtor bei der TSG Hoffenheim gehört zur Geschichte der Bundesliga.
Stefan Kießlings Phantomtor bei der TSG Hoffenheim gehört zur Geschichte der Bundesliga.

Leverkusen · Vor dem Duell zwischen Hoffenheim und Leverkusen ist Zündstoff garantiert: Sportgeschäftsführer Simon Rolfes zeigt sich verärgert und hat wenig Verständnis für die Aufarbeitung einer alten Geschichte.

Was bei der Marketingabteilung der TSG Hoffenheim als augenzwinkernder Seitenhieb gemeint war, kam bei Bayer Leverkusen überhaupt nicht gut an. Um Werbung für das Duell beider Klubs am Sonntag (15.30 Uhr, Dazn) in Sinsheim zu machen, stand auf einem Spielankündigungsplakat der Hoffenheimer: „Es war kein Tor, Stefan.“ Eine provokante Anspielung auf den Phantomtreffer Stefan Kießlings im Jahr 2013.

Warum die Rheinländer mit dieser Art von Werbeaktion nichts anfangen können, liegt auf der Hand. Nach dem Skandalspiel, das Bayer mit 2:1 beim Klub aus Baden-Württemberg gewann, sah sich der heutige Repräsentant des Klubs und ehemalige deutsche Nationalspieler einer Hetzjagd ausgesetzt und erhielt Mord- und Entführungsdrohungen. Ein Jahr lang standen er und seine Familie unter Polizeischutz.

Simon Rolfes, damals Teamkollege Kießlings und heute Sportgeschäftsführer beim Werksklub, reagierte entsprechend kritisch. Spöttisch kommentierte er: „Bevor man so ein Plakat aufhängt, sollte man noch mal das Tornetz kontrollieren, ob diesmal keine Löcher drin sind. Das wäre hilfreich.“ Damals war ein Kopfball Kießlings von außen durch ein Loch im Netz ins Hoffenheimer Tor zum 2:0 geflogen. Schiedsrichter Felix Brych war die Sicht versperrt, und der Treffer zählte. Ein Kuriosum, das sich angesichts von Videobeweis und Torlinientechnologie heute nicht mehr wiederholen dürfte.

„Die Zeit war alles andere als witzig für Stefan“

Rolfes zeigt sich noch immer verärgert darüber, dass sich nie ein Verantwortlicher der Hoffenheimer für das Loch im Netz entschuldigt hat. Entsprechend wenig Verständnis hat er auch dafür, die Geschichte nun noch einmal aufzurollen. „Die Zeit war alles andere als witzig für Stefan. Er hatte sich abgedreht und nicht gesehen, dass der Ball danebengegangen ist. Das hat vor 13 Jahren schon niemand verstanden. Wie soll man das jetzt verstehen?“

Für ausreichend Zündstoff vor dem direkten Duell ist also gesorgt. Sportlich gehen die Leverkusener, die zuletzt sechsmal in Serie gewonnen haben, als leichter Favorit in die Partie. Hoffenheim hat aus den ersten sechs Ligaspielen erst sechs Punkte geholt, während die Werkself in den vergangenen Wochen immer besser in Schwung gekommen ist. In der Europa-League-Tabelle belegt die Mannschaft von Trainer Carles Martinez nach dem souveränen 2:0 am Donnerstag bei OFI Kreta den zweiten Platz von 36 Teams. Auch in der Liga ist Bayer nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen in der Spitzengruppe angekommen und auf Tuchfühlung zur Spitze.

Hoffenheim sammelt Selbstvertrauen

Pünktlich vor dem Spiel gegen Leverkusen scheint sich aber auch die TSG gefangen zu haben. Nach zuvor vier Niederlagen in Serie feierte das Team von Trainer Christian Ilzer in den vergangenen Tagen zwei Siege hintereinander: zunächst in der Liga in Gladbach (2:1) und im Anschluss in der Europa League gegen Olympique Lyon (3:0).

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