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Zverev schießt nach erster Pleite als Nummer 1 gegen Boris Becker
Becker teilt gegen Zverev-Kritiker aus
Becker teilt gegen Zverev-Kritiker aus

Alexander Zverev verliert bei seinem Debüt als Nummer eins gegen Lorenzo Musetti und wehrt sich auf der anschließenden Pressekonferenz gegen Zweifel und Boris Becker.

Alexander Zverev hat sein erstes Match als Nummer eins der Welt verloren und anschließend deutlich auf die Debatte um seine Spitzenposition reagiert. Der 29-Jährige unterlag Lorenzo Musetti in der zweiten Runde des Paris Masters 6:7 (5:7), 2:6. Nach 1:40 Stunden war die Premiere an der Spitze der Weltrangliste für den topgesetzten Deutschen beendet.

Zverev fand auf der Pressekonferenz nach der Niederlage klare Worte. „Ich war in den vergangenen Tagen ehrlich gesagt ein bisschen genervt. Nummer eins zu werden, ist etwas, wovon jeder große Spieler träumt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich die einzige Nummer eins der Tennisgeschichte bin, die erklären muss, warum es in Ordnung ist, dass ich Nummer eins bin“, sagte er. „Ich denke, ich verdiene es, dort zu sein, wo ich bin.“

Alexander Zverev ist sichtlich genervt von Boris Becker
Alexander Zverev ist sichtlich genervt von Boris BeckerAlexander Zverev ist sichtlich genervt von Boris Becker

Boris Becker? „Ich weiß nicht, was mit ihm los ist“

Auch die Aussagen von Boris Becker im Spiegel-Interview beschäftigten Zverev. Becker hatte sich vom Hamburger mehr Nahbarkeit gewünscht und dessen fehlende politische Äußerungen zum Krieg in der Ukraine als möglichen Grund für eine geringere Fanbindung genannt. 

„Ich glaube, dass er wie immer relativ viel Blödsinn erzählt“, sagte Zverev: „Ich weiß nicht, was im Moment mit ihm los ist, aber ich habe das Gefühl, dass er irgendwie alles kommentieren muss, was ich mache. Ich glaube, er sucht im Moment einfach nach allem, um mich ein bisschen runterzumachen. Das kann er machen, das ist seine Entscheidung.“

Das sagte Becker über Zverev

Becker hatte zuvor darüber gesprochen, warum Zverev trotz seiner Erfolge nicht uneingeschränkt positiv in Deutschland aufgenommen werde. „Seine Eltern kommen aus Russland, er spricht auf dem Platz russisch mit seiner Box. Politisch äußert er sich überhaupt nicht zum Krieg in der Ukraine, was ich persönlich verstehe, aber es kommt natürlich nicht so gut an“, sagte die Tennis-Legende.

Auch an Zverevs Goldketten sowie dessen „schroffen und abgehackten“ Statements auf Deutsch stieß sich der dreimalige Wimbledonsieger. „Wenn ihm wichtig ist, dass er mehr respektiert wird und vielleicht sogar geliebt, vor allem in seinem Heimatland Deutschland, dann muss er etwas dafür tun“, sagte Becker.

Auch in diesem Punkt widerspricht Zverev Becker

Zverev widersprach zudem Beckers Einschätzung über fehlende Unterstützung von den Rängen. In Paris habe er sich von etwa 70 Prozent der Zuschauer unterstützt gefühlt, sagte der Deutsche.

Bei Wimbledon gegen Jannik Sinner sei die Stimmung aus seiner Sicht ausgeglichen gewesen. Becker hatte Zverev erst vor wenigen Wochen noch ausdrücklich für dessen Sprung an die Spitze gelobt: „Nummer eins wird man nicht zufällig.“

Alexander Zverev mit klaren Worten zu seiner Niederlage

Auf dem Platz nahm Zverev die Verantwortung ohne Einschränkung an. „Ganz einfach gesagt: Er hat sehr gut gespielt und ich sehr schlecht“, erklärte der zweimalige Grand-Slam-Sieger. Es sei eines seiner schwächsten Matches der vergangenen Monate gewesen: „Ich war schlecht. Das ist ganz einfach, es gibt keine Ausreden.“

Musetti setzte sich im Tiebreak des ersten Satzes durch und dominierte danach den zweiten Durchgang. Für den Italiener war es bereits der vierte Sieg im sechsten Duell mit Zverev.

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