Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Zverev trotz aller Widerstände auf Thron

Alexander Zverev hat am Donnerstag bei den Erste Bank Open in Wien Tennisgeschichte geschrieben. Dank seines Sieges über den Niederländer Tallon Griekspoor wird der 29-Jährige ab Montag den rekonvaleszenten Jannik Sinner an der Spitze des ATP-Rankings ablösen und als erster Deutscher seit Boris Becker 1991 die Weltrangliste der Herren anführen. Nach dem Gewinn seiner ersten beiden Grand-Slam-Titel bei den French Open in Paris und den US Open in New York erreichte Zverev den nächsten Meilenstein seiner Karriere.

Dabei war in früher Kindheit eine Weltkarriere praktisch ausgeschlossen worden. Im Alter von erst vier Jahren hatte Zverev die Diagnose Typ-1-Diabetes erhalten. Die Ärzte hatten damals eine Karriere im Spitzensport für unmöglich gehalten, Mama Irina glaubte allerdings an ihren Filius: „Mein Sohn wird das sein, was er immer sein möchte.“ Auch danach gab es für den Diabetiker, der seine Erkrankung erst 2022 öffentlich machte und gleichzeitig eine Foundation für an dieser Krankheit leidende Kinder ins Leben rief, viele Rückschläge.

Er selbst erinnerte am Donnerstag kurz daran. „Ich habe viele auch schwere Momente in meinem Leben gehabt. Etliche Grand-Slam-Finali verloren, die Verletzung von 2022. Aber ich habe immer irgendwie dran geglaubt. Dieses Jahr habe ich den Schritt gewagt, mein Spiel ein bisschen umzuändern und neu zu gestalten mit 29 Jahren. Es ist ein Traum, wie die Saison verlaufen ist“, meinte Zverev lachend.

Zverev für Tennisthron bereit

Der Deutsche, der auch Becker – er war zwölf Wochen Nummer eins – überflügeln wird, fühlt sich für den Thron bereit. „Ich glaube, dass es eine Situation ist, für die ich bereit bin. Ich bin alt genug und habe lange genug auf der Tour gespielt, um zu wissen, wie man damit umgeht.“ Diese Position bringe auch sehr viel mit sich. „Du musst ein gutes Vorbild sein, auf dem Platz vieles richtig machen.“

Zverev kürt sich in Wien zur Nummer eins

Alexander Zverev ist ab Montag die neue Nummer eins der Tennisweltrangliste. Der Deutsche sicherte sich den Spitzenplatz mit dem Einzug ins Viertelfinale des ATP-Turniers in Wien, wo er Tallon Griekspoor bezwang. Zverev ist nach Boris Becker erst der zweite Deutsche an der Spitze der Weltrangliste.

Natürlich kennt Zverev auch die kritischen Stimmen, die meinen, dass diese Leistung erst durch die Verletzungen von Sinner und Carlos Alcaraz möglich wurde. „Fitness und fit sein ist ein Riesenteil vom Sport. Wenn ich eine Offseason mache und vier Wochen Training habe, dann mache ich ungefähr fünf bis sechs Stunden am Tag Fitnesstraining und spiele ein- bis eineinhalb Stunden Tennis, damit ich fit bleibe und keine Verletzungen habe.“

Dass Sinner vor seiner Verletzung klar die Nummer eins war, bestritt auch Zverev nicht. „Da wäre ich ein Idiot. Klar habe ich gegen Jannik Sinner dieses Jahr fünfmal verloren. Vom Tennis spielen her, wenn er fit war, war er der beste Spieler der Welt, keine Frage. Aber ich finde, dass ich die beste Saison gehabt habe.“ Bis Wimbledon habe er keine Ahnung gehabt, wie er Sinner biegen könne, ab dem knappen Finale habe er diese aber.

der deutsche Tennisspieler Alexander Zverev mit seinem Team und Freundin Sophia Thomalla
Mit seinem engsten Team feierte Zverev in Wien den Sprung auf den Tennisthron

Bresnik zollt Zverev Respekt

Österreichs Trainerguru Günter Bresnik hatte Zverev schon vor vielen Jahren als mögliche Nummer eins prophezeit. Bresnik erinnerte auch an die French Open 2022, als sich Zverev im Halbfinale gegen Paris-König Rafael Nadal beim Stand von 6:7 6:6 einen dreifachen Bänderriss zuzog. „Er wäre damals im Stande gewesen, dass er Nadal auf Sand schlägt. Es ist nicht nur das Turnier brausen gegangen, sondern es ist ein ganzes Jahr verloren gegangen. Aber wie er von der Verletzung zurückgekommen ist, Hut ab“, erklärte Bresnik.

Der deutsche Tennisspieler Alexander Zverev wird im Paris-Halbfinale 2022 verletzt in einen Rollstuhl gesetzt.
Im Paris-Halbfinale 2022 musste Zverev den Court im Rollstuhl verlassen

Zverev hatte damals rund sechs Monate pausiert und benötigte noch einige Monate, um wieder voll auf Touren zu kommen. Ein Jahr später kam er bei den French Open ins Halbfinale. Bresnik glaubt, dass Zverev länger Platz eins zieren wird. „Wenn du zwei Grand Slams gewinnst und ein Finale spielst: Wie soll er bis nächstes Jahr Paris abgelöst werden?“, fragte Bresnik, der mit dem Deutschen in Wien lange auf dem Trainingsplatz gesprochen hatte.

„Da merkt man schon, der ist mit sich ins Reine gekommen.“ Bresnik hob auch die Rolle von Zverevs Mutter Irina hervor. „Ich habe immer gesagt, das ist die beste Techniktrainerin in dem ganzen Team. Sie hat vielen anderen Jugendlichen, die ich auch kenne, gut Tennis spielen beigebracht.“

ATP-500-Turnier in Wien

(Österreich, 2.797.985 Euro, Hartplatz)

Viertelfinal-Tableau:
Alexander Zverev (GER/1) Arthur Fery (GBR) -:- -:-
Alex de Minaur (AUS/5) Matteo Berrettini (ITA) -:- -:-
Daniil Medwedew (RUS/3) Adrian Mannarino (FRA) -:- -:-
Carlos Alcaraz (ESP/2) Tommy Paul (USA/7) -:- -:-
Achtelfinal-Tableau:
Alexander Zverev (GER/1) Tallon Griekspoor (NED) 6:4 7:5
Arthur Fery (GBR) Lorenzo Musetti (ITA) 6:4 5:7 6:4
Matteo Berrettini (ITA) Flavio Cobolli (ITA/4) 5:2 ret.
Alex de Minaur (AUS/5) Learner Tien (USA) 6:4 6:2
Adrian Mannarino (FRA) Jakub Mensik (CZE/8) 6:4 7:5
Daniil Medwedew (RUS/3) Cameron Norrie (GBR) 4:6 6:3 7:6 (7/1)
Tommy Paul (USA/7) Luciano Darderi (ITA) 6:1 6:1
Carlos Alcaraz (ESP/2) Nikolos Basilaschwili (GEO) 6:1 7:6 (13/11)

Könnte Ihnen gefallen

Alexander Zverev nach Triumph: Für Sophia Thomalla gab es Handkuss

Promipool vor 6 Stunden

Rücktritts-Knall um Lewis Hamilton (41)

oe24.at vor 10 Stunden

Jérômé Kym: Vom Wunderkind zum Verletzungskämpfer und Golfliebhaber

ch.headtopics.com vor 6 Stunden

Hamilton: Kein Fahrer wie ich in 70 Jahren F1, sagt Ferrari-Star

motorcyclesports.net vor 5 Stunden

Trainer von Alex Eala richtet sich an philippinische Fans: „Man kann nicht jede Woche gewinnen“

tennis world vor 4 Stunden

Zverev in Richtung der Konkurrenz: „Es geht auch um die Fitness“

KURIER vor 7 Stunden