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Festung Alm! Arminia Bielefeld feiert 3:1-Erfolg über Eintracht Braunschweig
Mister Alm: Arminia Bielefelds Stürmer Joel Grodowski bejubelt seinen Doppelpack gegen Eintracht Braunschweig. - © Sarah Jonek
© Sarah Jonek

Bielefeld. In der Vorsaison gab es auf der Alm einen hart erkämpften 3:2-Erfolg, diesmal war die Partie gegen Eintracht Braunschweig schon zur Pause entschieden. Arminia Bielefeld hat sich mit einem hoch verdienten 3:1 (2:0)-Sieg über die Niedersachsen vom Tabellenende der 2. Fußball-Bundesliga abgesetzt.

Trainer Oliver Kirch wählte wie angekündigt eine offensivere Grundausrichtung als beim 0:1 zuvor in Berlin. Der 44-Jährige schickte eine Vierer- anstelle einer Fünferkette auf den Rasen, davor platzierte er zwei Dreierreihen. Der letzte verbliebene Mittelstürmer Joel Grodowski wurde von Jannik Rochelt (links) und Monju Thaddäus Momuluh (rechts) flankiert. Auf der Rechtsverteidigerposition erhielt diesmal Henri Koudossou gegenüber Felix Hagmann den Vorzug.

Hagmann nahm auf der Bank Platz. Dort war nach längerer Zeit auch für Teenager Till Wegener mal wieder ein Sitz reserviert. Der niederländische Angreifer David Min musste wie erwartet erneut von der Tribüne aus zuschauen. Gleiches galt für Innenverteidiger Joel Felix. Beide klagen über muskuläre Probleme.

Arminia-Neuzugang Jensen verpasst die frühe Führung

Die Gäste waren nach dem Derbysieg am vergangenen Wochenende gegen den Erzrivalen Hannover 96 (2:0) mit breiter Brust nach Bielefeld gekommen. Zu Beginn übernahm aber die Arminia das Zepter. Der unbedingte Wille, die gute Heimbilanz (zwei Siege und zwei Unentschieden in den ersten vier Spielen) auszubauen, war den Hausherren direkt anzusehen. In der zehnten Minute war es Leon Jensen, der den ersten vielversprechenden Torschuss abgab. Florian Flick aber klärte den Schlenzer für seinen bereits geschlagenen Keeper Ron-Thorben Hoffmann kurz vor der Torlinie mit dem Kopf.

Bielefeld blieb am Drücker und kam durch Rochelt zu einem weiteren Abschluss. Der Offensivmann entschied sich aber für die falsche Ecke, sein Schuss wurde geblockt (17.).

Großer hechtet entschlossen in Sickers Flankenball

Dann war zum ersten Mal die Eintracht an der Reihe. Koudossou klärte Yann Sturms Versuch mit dem Kopf (18.).

Arminia schaltete anschließend gleich wieder in den Vorwärtsgang. Mit Erfolg. Maximilian Großer hechtete entschlossen in die gefühlvolle Flanke von Arne Sicker und traf per Flugkopfball zur völlig verdienten Führung (1:0, 24.). Ausgerechnet Großer. Noch in Berlin war dem Innenverteidiger das vermeidbare Handspiel unterlaufen, das die Hertha in der Nachspielzeit zum entscheidenden Elfmetertor ausnutzen konnte.

Und es kam noch besser für die Bielefelder. Rochelt gab den Ball in den Strafraum. Grodowski kam an die Kugel, narrte seinen Gegenspieler und schoss aus fünf Metern zum 2:0 ein (27.). Auch die Überprüfung durch den Video-Schiedsrichter änderte nichts, der Treffer zählte. Es war bereits das sechste Saisontor für den 28-Jährigen, der sämtliche Treffer auf der heimischen Alm erzielte.

Bielefeld schaltet in den Kontrollmodus

Der ganz große Schwung war dann erstmal dahin, Arminia war nach dem starken Pressing in der Startphase fortan mehr um Kontrolle bemüht, kam bis zur Pause zwar zu keiner weiteren Gelegenheit mehr, ließ aber auch keine für den Gegner zu.

Mit reichlich Applaus und „Bie-le-feld, Bie-le-feld“-Rufen verabschiedeten die hoch zufriedenen Fans den überzeugend auftretenden Gastgeber in die Kabine.

Doch obwohl die Ostwestfalen auch nach dem Wechsel zunächst am Drücker blieben, kam die Eintracht zum Anschlusstor. Maximilian Bauer und Stefano Russo verteidigten gegen Sturm nur halbherzig, plötzlich sah sich Sicker zwei Gegenspielern gegenüber. Aaron Opoku zog ab, Kersken war mit den Fingern noch dran, doch es reichte nicht, um den Ball um den Pfosten herum zu lenken (2:1, 55.). Das Spiel war wieder offen.

Grodowski übernimmt die Führung in der Torjägerliste

Und gerade als es den Anschein hatte, als würde der DSC die Kontrolle einbüßen, schlug Arminias „Mister Alm“ erneut zu. Sein gutes Näschen hatte Grodowski an den Fünfmeterraum schleichen lassen, wo er nach einer eher verunglückten Momuluh-Hereingabe gedankenschnell und unhaltbar für Hoffmann zum 3:1 einschoss (68.). Tor Nummer sieben für den Mittelstürmer. Mehr Saisontreffer hat in der 2. Liga aktuell keiner. Die DSC-Fans unter den 25.683 Besuchern waren aus dem Häuschen.

Als Doppelpacker Grodowski in der 86. Minute für Marvin Mehlem Platz machte, erhoben sich die Zuschauer im Stadion von ihren Sitzen.

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