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Jorge Martin: Sein endloser Leidensweg seit dem Wechsel zu Aprilia

Jorge Martin erlebt bei Aprilia eine Verletzungsmisere ohne Ende - Die wetterbedingte Absage des Australien-GP kommt ihm jedoch zugute

(Motorsport-Total.com) - Jorge Martin hat sich am Samstag beim Sprint auf Phillip Island erneut verletzt. Es ist bereits seine fünfte schwere Verletzung, seit er für Aprilia fährt. Mit dem Team konnte er bislang nur an 60 Prozent der geplanten Rennen teilnehmen.

© Gold and Goose Photography / Getty Images

Jorge Martin hat sich in seiner Zeit bei Aprilia schon mehrfach schwer verletzt Zoom

Doch das ist nur die Spitze einer langen Verletzungshistorie. Bereits zu Beginn seiner Karriere verletzte sich der Spanier bei einem Sturz schwer und musste pausieren.

Martin gab 2021 mit Pramac-Ducati sein Debüt in der MotoGP. Nach seinen ersten beiden Grands Prix in der Königsklasse erlitt er bereits beim dritten Rennen in Portugal einen schweren Unfall. Dadurch verpasste er das Rennen in Portimao sowie die folgenden drei Grands Prix in Jerez, Le Mans und Mugello.

Am 6. Juni kehrte Martin nach anderthalb Monaten Pause in Barcelona zurück. Von da an bestritt er alle folgenden 72 Grands Prix, stets auf einer Ducati. Dazu gehörten die letzten zwölf Rennen der Saison 2021 sowie sämtliche 20 Rennen in den Jahren 2022, 2023 und 2024. In der letztgenannten Saison wurde er Weltmeister.

Einige Monate zuvor hatte sich Martin, enttäuscht darüber, dass Ducati ihn nicht für das Werksteam ausgewählt hatte, für die folgenden beiden Saisons an Aprilia gebunden.

Für den gebürtigen Madrilenen begann damit eine Abwärtsspirale. Seitdem hat Martin nur noch 60 Prozent der angesetzten Grands Prix absolviert: sieben im vergangenen Jahr und 17 in dieser Saison. Insgesamt wurden seit Martins Einstieg in die MotoGP bis heute 117 Grands Prix ausgetragen - Phillip Island wurde am Sonntag schließlich abgesagt. 19 davon verpasste er, vier auf Ducati und 15 auf Aprilia.

Am Samstagabend ließ Martin in Melbourne eine Computertomografie durchführen. Damit sollte das genaue Ausmaß der Verletzung aus seinem Sprintstutz festgestellt werden. Außerdem sollte geklärt werden, ob neben der rechten Speiche auch die Elle gebrochen ist und ob sich die Bruchstücke verschoben haben.

Zum Glück bestätigte sich nur ein nicht verschobener Bruch der Speiche, der keine Operation erfordert. Deshalb visieren Aprilia und Martin bereits ein Comeback beim Grand Prix in Malaysia in Sepang an, der dieses Wochenende stattfindet.

Die Verletzungshistorie von Jorge Martin bei Aprilia

Erste Verletzung
Martin gab am 5. Februar 2025 beim Vorsaisontest in Sepang sein Debüt auf der Aprilia. Dabei stürzte er schwer. Kurz darauf kam es zu einem weiteren Sturz, bei dem er sich zum zweiten Mal verletzte. Er brach sich das fünfte Mittelhandknochen im rechten Handgelenk und erlitt zudem drei Brüche im linken Fuß.

Der Aprilia-Fahrer kehrte nach Spanien zurück und wurde operiert. Anschließend begann seine Rehabilitation mit dem Ziel, entweder beim dritten Vorsaisontest oder spätestens beim MotoGP-Saisonauftakt in Thailand wieder einsatzbereit zu sein.

Zweite Verletzung
Ende Februar 2025 absolvierte Martin auf einer Supermoto-Maschine einen Test auf einer kleinen Rennstrecke in Lleida. Er wollte überprüfen, ob seine Verletzung an der rechten Hand ausgeheilt war und er wieder aufs Motorrad steigen kann.

Zunächst lief alles hervorragend. Doch ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit führte dazu, dass er die Kontrolle über das Motorrad verlor und stürzte. Dabei erlitt er äußerst unglücklich einen verschobenen Bruch des distalen Speichenendes sowie Brüche des Kahnbeins und des Dreiecksbeins in der linken Handwurzel. Somit verpasste er die ersten beiden Grands Prix in Thailand und Argentinien.

Dritte Verletzung
Nach mehr als zwei Monaten Pause kehrte Martin am 13. April 2025 beim Grand Prix von Katar zurück. Seinen ersten Renneinsatz auf der Aprilia ging er bewusst vorsichtig an.

Im Qualifying belegte er Startplatz 15. Den Sprint am Samstag beendete er auf Rang 16. Am Sonntag absolvierte er 13 der 22 Rennrunden, wobei er im hinteren Feld fuhr, um möglichst viele Kilometer zu sammeln und wieder Vertrauen aufzubauen.

Dann stürzte Martin. Zunächst sah es nicht nach einem schweren Unfall aus. Doch als er bereits auf dem Boden lag, wurde er von Fabio Di Giannantonio getroffen.

Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Jorge Martin

Durch den Aufprall brach sich Martin elf Rippen und erlitt einen Pneumothorax, also einen Luftansammlung im Brustraum infolge einer Verletzung der Lunge. Er musste zwei Wochen im Krankenhaus von Doha bleiben. Dabei wurde seine Lunge mithilfe einer aggressiven Drainage behandelt, um die Flüssigkeit zu entfernen.

"Die schlimmste Verletzung meines Lebens. Ich dachte, ich würde sterben", sagte er später. Martin fiel 96 Tage aus und kehrte erst am 20. Juli beim Grand Prix von Tschechien zurück.

Vierte Verletzung
Nachdem Martin fünf Grands Prix in Brünn, Spielberg, Balaton, Barcelona und Misano absolviert hatte, zog er sich erneut eine Verletzung zu. Diesmal stürzte er am 27. September im Sprint von Japna. Er musste abermals operiert werden.

Neben dem anschließenden Sonntagsrennen in Motegi verpasste er auch die Grands Prix in Indonesien, Australien, Malaysia und Portugal. Erst beim Saisonfinale 2025 in Valencia kehrte er auf die Strecke zurück. Es war sein siebter Start an einem Sonntag von insgesamt 22 geplanten Rennen in der Saison 2025.

Nach Saisonende bemerkte Martin, dass seine Verletzung an der linken Hand nicht wie erwartet verheilte. Nach mehreren ärztlichen Untersuchungen entschied er sich Ende des Jahres heimlich für zwei weitere Operationen. Bei der ersten wurde die Verletzung am linken Kahnbein behandelt, bei der zweiten die Platte an seinem Schlüsselbein ausgetauscht, die sich infolge eines weiteren Sturzes verschoben hatte.

Martin verpasste dadurch die gesamte Vorsaison und saß vom 18. November, dem Test in Valencia, bis zum 1. März 2026, dem Saisonauftakt in Thailand, auf keinem MotoGP-Motorrad. Damit kam eine weitere zehnwöchige Zwangspause hinzu.

Fünfte Verletzung
Nach seiner Rückkehr hat Martin bis heute alle 17 Grands Prix der laufenden Saison bestritten. Seit dem Sommer war er dabei sogar Spitzenreiter der Weltmeisterschaft.

Am Samstag stürzte der Aprilia-Pilot jedoch im Sprint auf Phillip Island, als er auf dem zweiten Platz lag und mit Marc Marquez um den Sieg kämpfte. Die Folge war besagter Speichenbruch im rechten Unterarm. Martin hätte also das Sonntagsrennen verpasst und weitere wichtige Punkte im Titelkampf eingebüßt.

Durch die Absage des Grands Prix wegen anhaltenden Regens und eingeschränkter Sicht bleibt sein Rückstand auf Marc Marquez bei zehn Punkten. Für Martin ist das ein Glücksfall, denn sein Rivale verpasste damit die Chance, den Vorsprung deutlich auszubauen. Ob der Spanier bereits am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Malaysia wieder antreten kann, ist allerdings noch offen.

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