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Transferzeugnis: Zweimal Note 1 für Werder

Die Transfers beim SV Werder wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Luft zerrissen. Der Blick auf diesen Sommer fällt allerdings ganz anders aus.

Das Transferzeugnis für Werder Bremen

Niclas Füllkrug – Note 1

Die von vielen Experten kritisch beäugte Rückholaktion hat sich als absoluter Glücksgriff entpuppt. Füllkrug liefert nicht nur auf Scorer-Ebene mit neun Treffern in den bisherigen acht Pflichtspielen, sondern auch als Wortführer und Motivator des Teams. Sein Anteil daran, dass die Bremer schon diverse Spiele in dieser Saison imposant umgebogen haben, ist immens.

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Offen ist allerdings, ob Werder den Torjäger über die Saison hinaus halten kann. Die Leihe wurde ohne Kaufoption ausgehandelt und West Ham dürfte angesichts der bisherigen Leistungen auf eine Ablöse für den dann 34-Jährigen hoffen.

Youri Regeer – Note 1,5

Wie ein Nottransfer, der er ja eigentlich war, kommt Regeer nicht daher. Vielmehr macht es den Anschein, als wäre der Sechser das Produkt jahrelangen Scoutings. Der Rechtsfuß passt sowohl spielerisch als auch kämpferisch perfekt ins Bremer System.

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Ebenso wie Füllkrug ist der kurzfristige Ersatz des langzeitverletzten Jens Stage (29) vorerst (von Ajax) ausgeliehen, bei ihm besitzt man allerdings eine Kaufoption, die bei fünf Millionen Euro liegt. Nach aktuellem Stand sollte man diese unbedingt ziehen.

Eren Dinkci – Note 3

Der zweite Rückkehrer ist nicht ganz so durchgestartet wie Füllkrug, trägt aber ebenfalls seinen Anteil am guten Saisonstart. Zuletzt musste er in der Startformation Platz machen für den formstarken Mitchell Weiser (32), dürfte aber im Laufe der Saison wichtig bleiben.

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Sein Leihvertrag beinhaltet keine Kaufoption. Gut möglich aber, dass sich die Grün-Weißen mit dem SC Freiburg einigen könnten, sollte Interesse an einer Weiterbeschäftigung bestehen. Dinkci hat bereits klar geäußert, dass er aufgrund der Situation um seine krebserkrankte Freundin Cinja gerne bleiben würde.

Arthur – Note 2

Seine dynamischen und offensiven Auftritte auf der rechten Verteidiger-Position sind bislang beeindruckend. Man merkt dem Brasilianer förmlich an, wie gut ihm Vertrauen und Spielpraxis tun. Schmerzhaft aus Bremer Sicht: Der Klub fungiert bei Arthur als reiner Weiterbilder. Im kommenden Sommer wird der Glücksgriff zu Bayer Leverkusen zurückkehren und dort einen weiteren Anlauf nehmen.

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Welcher ist der beste Neuzugang beim SV Werder?

Oskar Wójcik – Note 3,5

Der mit drei Millionen Euro teuerste Sommertransfer ist bislang nur Ergänzungsspieler. In seinen bisherigen Einsätzen hat der athletische Pole aber bereits nachgewiesen, dass er Bundesliga-Niveau mitbringt. An Amos Pieper (28) und Marco Friedl (28) dürfte allerdings vorerst kein Vorbeikommen sein.

Chuki – Note 2,5

Beim Linksfuß, der ablösefrei aus der zweiten spanischen Liga kam, stand durchaus ein Fragezeichen hinter seiner sofortigen Bundesliga-Tauglichkeit. Diese ist definitiv vorhanden, auch wenn sich das in seinen bisherigen Scorern (zwei Vorlagen) nur bedingt widerspiegelt. Chukis Standards sind von guter Qualität, im Abschluss muss sich der 22-Jährige allerdings noch deutlich steigern.

Ludovit Reis – Note 2

Auch für den ehemaligen Hamburger musste Werder keine Ablöse an den FC Brügge zahlen. Neben dem filigraneren Regeer hat sich sein niederländischer Landsmann als Arbeiter aber ebenfalls innerhalb von kürzester Zeit unverzichtbar gemacht. Wettbewerbsübergreifende drei Treffer zeugen darüber hinaus von seinem Zug zum Tor.

Dariusz Stalmach – Note 3,5

Der 700.000 Euro teure Neuzugang aus Magdeburg präsentiert sich zufriedenstellend und kommt auf seine Einsatzminuten. An Regeer und Reis ist jedoch momentan kein Vorbeikommen für den 20-Jährigen, der am ersten Spieltag gegen Freiburg (1:4) bei der einzigen Saisonniederlage den Ehrentreffer erzielte. Dass Senne Lynen (27) inzwischen wieder fit ist, erschwert die Situation für Stalmach zusätzlich.

Cedric Itten – Note 4

Lange sah es so aus, als wäre Itten als erster Mittelstürmer eingeplant. Doch dann glückte die Rückholaktion von Füllkrug, sodass sich der Schweizer mit der Rolle als Backup zufriedengeben muss. Die nackten Zahlen: 90 Bundesligaminuten und keine Torbeteiligung.

Alexander Schlager – Note 3

Dem österreichischen Nationalkeeper war von Beginn an klar, dass er als Nummer zwei hinten Karl Hein (24) eingeplant ist. In Bremen ist man sehr froh, den loyalen 30-Jährigen in der Hinterhand zu wissen. Sein einziger Auftritt im DFB-Pokal gegen den Lüneburger SK (3:0) war makellos.

Ohne Bewertung: Moussa Ndiaye (24), Kenny Quetant (19), Darwin Soylu (19).

Fazit – Note 2

Der am Ende der Transferperiode noch harsch kritisierte Clemens Fritz hat nach heutigem Stand einen hervorragenden Job gemacht. Die überwiegende Mehrheit der Neuzugänge hat voll eingeschlagen und trägt ihren Anteil an den Leistungen und dem vorübergehenden sechsten Platz. Einziger Kritikpunkt: Es gibt einmal mehr zu viele Leihen, sodass eine mittel- bis langfristige Planung kaum möglich ist.

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