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Rote Zahlen, aber kein Ausverkauf: BVB-Boss Carsten Cramer will den Kader im Sommer zusammenhalten. Eine Hintertür lässt er trotzdem offen.
Dortmund – Carsten Cramer hat am Sonntag (1. November) im Sport1-„Doppelpass“ eine deutliche Ansage gemacht. Der BVB-Boss zeigte sich „sehr, sehr zuversichtlich“, dass Borussia Dortmund im kommenden Sommer seinen Kader zusammenhalten kann. Und das, obwohl der Klub für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Verlust von 21,7 Millionen Euro gemeldet hat.
Ein Jahr zuvor hatte der börsennotierte Verein noch ein Plus von 6,7 Millionen Euro ausgewiesen. Für Cramer ist der Absturz in die roten Zahlen trotzdem kein Grund, das Tafelsilber zu verscherbeln: „Wir sind wirtschaftlich kerngesund aufgestellt und arbeiten gerade auch daran, dass wir diese Transfers nicht zwangsläufig tätigen müssen“, sagte der 57-Jährige.
Gemeint sind Verkäufe, mit denen der Klub die Kasse auffüllen würde. Für BVB-Fans ist das ein vertrautes Thema: Wer in Dortmund groß rauskommt, ist oft schnell wieder weg. Genau diesen Kreislauf will Cramer zumindest im kommenden Sommer nicht bedienen müssen.
Eine Garantie gibt es allerdings nicht. „Wenn es wirtschaftliche Opportunitäten gibt, dann werden wir darüber nachdenken. Ich will nichts ausschließen“, erklärte Cramer. Und schob direkt hinterher: „Aber wir machen das nicht, um permanent Spieler zu verkaufen, sondern wir wollen uns am Ende sportlich weiterentwickeln.“
Talente groß zu machen, sei Teil des Dortmunder Selbstverständnisses, so Cramer. Dazu gehört auch, dass nicht jeder Spieler bis zum Karriereende bleibe. „Wir werden immer der Verein sein, der Spieler entwickelt“, sagte er.
Wie dieser Kurs in der Praxis aussieht, zeigt der Fall Marcel Sabitzer. Nach Informationen von Sky plant der BVB derzeit nicht, den im Sommer auslaufenden Vertrag des 32-Jährigen zu verlängern. Der Klub setzt verstärkt auf junge Spieler mit Entwicklungspotenzial.
Und was passiert schon im Januar? Da hält sich der Klubchef bedeckt. „Ich will aber jetzt auch nicht die Zusage geben, dass wir im Winter etwas machen“, sagte Cramer. Den aktuellen Kader hält er für „wirklich sehr, sehr gut“ besetzt.
Rote Zahlen hin oder her: Reagieren könne Borussia Dortmund trotzdem. „Fakt ist: Wir sind jederzeit handlungsfähig. Und wenn es etwas zu tun gäbe, dann würden wir es sicherlich machen können“, betonte Cramer. Die Richtung hatte der Verein schon Mitte Oktober vorgegeben. Am 13. Oktober verlängerte der BVB den Vertrag von Trainer Niko Kovac vorzeitig bis 2029. Die Verlängerung sei „ein klares Zeichen für Konstanz und Stabilität“, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken damals.
Ein Trainer mit langfristigem Vertrag und ein Kader ohne großen Umbruch fügen sich nahtlos ins Bild: Der BVB ist darauf bedacht, Ruhe auszustrahlen und in die eigenen Reihen zu bringen – so auch personell.