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Kein Sieg, Rang 16: Hannover 96 und der schwere Start von Coach Wagner

Das hatten sie sich bei Hannover 96 ganz anders vorgestellt - allen Beteuerungen zum Trotz, dass alles ja ein arbeitsreicher Prozess sei und die Entwicklung Zeit benötige. Als der Club vor einem Monat Sandro Wagner als neuen Trainer präsentierte, herrschte Aufbruchstimmung.

Mit dem ehemaligen Assistenzcoach von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann an der Seitenlinie würde es nach dem verpatzten Start unter Christian Titz (vier Punkte nach fünf Spieltagen) in der Tabelle der 2. Bundesliga zügig wieder nach oben gehen. Dachten viele.

Ein 1:1 und zwei Niederlagen ohne eigenes Tor

Nach den ersten drei Zweitligapartien unter Wagner lässt sich sagen: Es ist ganz anders gekommen. Nur einen von möglich neun Punkten haben die "Roten" unter dem 38-Jährigen eingefahren - im Heimspiel gegen den FC St. Pauli (1:1). Die Auswärtsauftritte missrieten gänzlich: dem 0:3 beim 1. FC Magdeburg beim Pflichtspieldebüt des neuen Cheftrainers folgte am Sonntag eine 0:2-Niederlage im Niedersachsenderby bei Eintracht Braunschweig.

Wagner hatte die Mannschaft - nach dem 2:1-Erfolg unter Interimscoach Lars Barlemann gegen Bochum - mit sieben Punkten auf Rang zehn übernommen. Aktuell findet sich 96 mit acht Zählern auf Relegationsrang 16 wieder.

Wir reden uns die Dinge nicht schön - das ist klar. 96-Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt

Und so stand Hannovers Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt nach dem Schlusspfiff im Eintracht-Stadion bedröppelt da und war aus zweierlei Gründen reichlich angefressen: aufgrund der Ausschreitungen der eigenen Fans und natürlich auch wegen der enorm schmerzhaften Derby-Niederlage. "Es ist ein absolut gebrauchter Tag. Wir waren in der ersten Halbzeit überhaupt nicht präsent, weder fußballerisch, noch in den Zweikämpfen. Das funktioniert dann in einem solchen Spiel nicht", bemängelte der 44-Jährige im NDR Interview.

Zweifel an der Wahl des Trainers? Boldt: "Nein!"

Es gehe jetzt darum, "dass wir arbeiten, dass wir die Dinge, die augenscheinlich nicht funktionieren, ansprechen und anpacken", so Boldt. "Wir müssen uns da tagtäglich herausziehen. Wir können nicht warten, dass irgendjemand kommt und der Wunderheiler ist. Das liegt alles in unserer Hand." Wagner fällt bislang in jedem Fall nicht in die Kategorie "Wunderheiler". Auf die Frage, ob er schon an seiner Entscheidung bei der Trainerwahl zweifle, antwortete Boldt kurz und knapp: "Nein!"

Volle Rückendeckung also für den gebürtigen Münchner, der bei seiner Vorstellung als 96-Coach gesagt hatte, dass er alle im Club "mitnehmen und anzünden" möchte, der allerdings auch um Geduld gebeten hatte: "Es geht nicht von jetzt auf gleich."

Wagner: "Mannschaft ist gerade nicht im Flow"

Allerdings: Es scheint, dass auch er sich ein etwas schnelleres Vorankommen vorgestellt hatte. "Die Tabelle ist nicht schön", räumte er nach der Derby-Niederlage ein. "Wichtig ist, dass wir einfach versuchen, beim Inhalt zu bleiben. Die Mannschaft ist gerade nicht in der Leichtigkeit, nicht im Flow. Wichtig ist, dass wir da wieder rauskommen."

Erst im Pokal gegen den FCK, dann in der Liga gegen Dresden

Er weiß natürlich auch, dass es viele Stimmen gibt, die sagen, dass bei Hannover 96 der Trainerwechsel verpufft sei. "Ich muss da nichts entgegnen. Jeder darf sagen, was er möchte. Das ist absolut legitim. Wir versuchen, bei uns zu bleiben. Ich habe von Anfang an gesagt, dass es eine schwere Zeit hier wird, eine Herausforderung, um wieder in den Flow zu kommen."

Die nächsten Chancen dafür: Am Mittwoch (20.45 Uhr, im NDR Livecenter) im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern und danach in der Zweiten Liga am Sonntag (13.30 Uhr, im NDR Livecenter) ebenfalls in der heimischen Arena gegen Dynamo Dresden. Dann empfängt der Drittletzte den Viertletzten.

Sie hätten sich in Hannover für letztere Partie vor gut einem Monat sicherlich eine ganz andere Konstellation in der Tabelle vorgestellt. 96 vor Dynamo - mit etlichen Plätzen dazwischen.

Video: Braunschweig feiert verdienten Sieg im Derby (6 Min)

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