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Zu passiv, zu wenig Spektakel? Nach dem 2:2 beim FC Bayern hält Nico Schlotterbeck dagegen – und sieht den BVB in Deutschland unterschätzt.
München/Dortmund – Nach dem 2:2 gegen Bayern München ist der BVB weiterhin ungeschlagen und punktgleich mit dem Tabellenführer. Nico Schlotterbeck hat genug von der Debatte um den Dortmunder Spielstil. Nach der Partie am Samstagabend (31. Oktober) stellte sich der BVB-Kapitän demonstrativ vor seine Mannschaft.
Der Innenverteidiger wählte nach dem Abpfiff deutliche Worte: „Wir sind gut... Wir sind gut. Ich glaube, dass wir immer noch unterschätzt werden allgemein in Deutschland. Es heißt immer, wir spielen nicht den besten Fußball. Aber wir sind gut und wir wissen das.“
Als Beleg führte Schlotterbeck die Arbeit gegen den Ball an. Der BVB habe „eine unglaublich kompakte Defensive“, sagte der 26-Jährige. „Wir haben jetzt erst sechs Gegentore in acht Spielen.“
Mit seinem Auftritt schließt sich Schlotterbeck der Linie der Dortmunder Verantwortlichen an. Seit Wochen grummelt es unter Teilen der Fans: Der Fußball unter Niko Kovac sei zu passiv und bringe zu wenig Torgefahr. Kovac selbst hatte vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt erklärt, er lasse nicht „aus einer Minderheit eine Mehrheit machen“.
Sportgeschäftsführer Lars Ricken verwies in der Sport Bild auf rund 50 Pflichtspiele pro Saison. Da sei es „gar nicht möglich, nur Hurra-Fußball zu spielen“. Geschäftsführer Carsten Cramer beklagte, der BVB müsse sich „schon fast dafür entschuldigen“, wenn auf vier Ligasiege in Folge mal ein Unentschieden folge.
Ein Selbstläufer war das Remis in München nicht. Konrad Laimer (38.) und Dayot Upamecano (66.) brachten die Bayern zweimal in Führung, Serhou Guirassy (60.) und Fábio Silva (89.) glichen jeweils aus. Der FCB traf zudem mehrfach das Aluminium, Harry Kane setzte einen Handelfmeter an die Latte.
Schlotterbeck betonte trotzdem einen Fortschritt: „Wir hatten heute endlich mal Ballbesitzphasen auswärts. Das war wichtig.“ Zumindest bis zur Pause deckt sich das mit den Zahlen: Laut des Spielberichtes des FC Bayern stand es beim Ballbesitz zur Halbzeit 51:49 für die Münchner – nach klarer Bayern-Dominanz in der Anfangsphase.
Ob das reicht, um Meister zu werden? Da bremste Schlotterbeck. „Das ist zu früh, aber was man sagen muss: Wir haben dagegen gehalten in München.“ Den Gegner adelte er als „wahrscheinlich die beste Bayern-Mannschaft der letzten 10, 15 Jahre“.
Sein Ausblick fiel trotzdem selbstbewusst aus: Wenn der BVB so weiterspiele, sei er „guter Dinge, dass wir echt lange oben was offenhalten können“ und man was „reißen“ könne. Eine Kampfansage an München ist das noch nicht. Eine klare Botschaft an die Kritiker schon.