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Antonelli wird jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte

Bambino-Champion mit 20 Jahren-Jüngster Formel-1-Weltmeister Antonelli

Ein Moment für die Ewigkeit - Kimi Antonelli ist Formel-1-Weltmeister.

© Fernando Llano/AP/dpa

Die Familie feierte mit.

© Moises Castillo/AP/dpa

Die Fans lieben Antonelli.

Was für Emotionen: Kimi Antonelli begeistert und rührt die gesamte Formel 1. Der jüngste ist mehr als ein würdiger neuer Weltmeister, gerade mal 20 Jahre und 68 Tage alt. Was ihn so besonders macht.

Auf den letzten Kilometern konnte Kimi Antonelli kaum noch etwas sehen vor Tränen. Auf dem riesigen Podium brach es wieder aus ihm heraus. Ausgerechnet die Opernarie Nessun dorma, die sein Opa so gern hörte, hallte über das Autódromo Hermanos Rodríguez. "Er wäre stolz auf mich", sagte Antonelli. Wieder stockte die Stimme, wieder wurden die Augen feucht. "Ich heule heute zu viel", meinte er und lächelte 

Jüngster Weltmeister in 76 Jahren Formel 1

Er hatte allen Grund für einen nicht enden wollenden Gefühlsrausch. Mit 20 Jahren und 68 Tagen krönte sich der Italiener in Mexiko-Stadt zum jüngsten Weltmeister in 76 Jahren Formel 1. 

Große Freude bei der Familie

Im ohrenbetäubend lauten Foro Sol - einem ehemaligen Baseballstadion - wartete seine stolze Familie. "Wir haben großes Glück und das ist das größte Geschenk, das man meinem Sohn machen kann: die Beziehung, die wir haben", sagte Papa Marco Antonelli. Umarmungen, Küsschen, Tränen, meist mit dabei Mama Veronica und Schwester Maggie.

Gratulation von Vettel: “Wow” 

Antonelli ist ein Weltmeister der Herzen mit Herz. “Campione del mondo. Wow. Das schaffen nur sehr wenige von uns, und niemand hat es in so jungen Jahren geschafft wie du”, sagte Sebastian Vettel in einer Grußbotschaft - der deutsche Ex-Rennfahrer und viermalige Weltmeister war bis Sonntag der jüngste Titelträger. Beim WM-Gewinn 2010 war er 23 Jahre alt.

Italien feiert den “Bambino-Champion”

Antonelli hat das deutlich unterboten. “Der Bambino-Champion, der die Formel 1 verzaubert hat - indem er sich selbst treu blieb”, schrieb Italiens "La Gazzetta dello Sport". "Seit 73 Jahren hat unser Land auf diesen Moment gewartet, und heute wird eine ganze Nation feiern, dass einer der ihren den absoluten Gipfel unseres Sports erreicht hat", sagte Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali - selbst Italiener. 1953 hatte Alberto Ascari als bis dahin letzter Italiener die WM gewonnen.

© Fernando Llano/AP/dpa

Drei Champions, drei Generationen auf dem Podium vereint. Zusammen stehen sie für 12 WM-Titel in 20 Saisons.

Hamilton zeigt sich beeindruckt

"Es ist einfach unglaublich, was für eine Saison er hingelegt hat. Das schon in so einem jungen Alter hinzubekommen, ist beeindruckend", sagte der 29 Jahre alte Niederländer. Jüngster Weltmeister zu sein, sei ziemlich phänomenal, "ich bin so dankbar, Zeuge davon geworden zu sein", betonte Hamilton (41). Das gemeinsame Foto, auf dem sie Antonelli auf den Schultern tragen, will er sich einrahmen und aufhängen.

Weltmeisterlich zur Krönung

Für einen, der 9 von 19 Rennen in diesem Jahr gewonnen hat, waren zwei Punkte als Mindestziel eigentlich keine Herausforderung. Rang neun hätte zum WM-Gewinn schon gereicht, so riesig war Antonellis Vorsprung auf seinen britischen Teamkollegen George Russell und auf Hamilton. 

Antonelli mit Stil zum Titel

Aber er wollte den Titel mit Stil holen, hatte Antonelli betont. Von Startplatz vier aus hielt er sich zunächst etwas zurück. Vorn leisteten sich Polesetter Hamilton und sein Teamkollege ein heftiges Duell, dass Hamiltons Meinung nach einen möglichen Doppelerfolg kostete.

Heftige Crashs, Rote Flaggen und Safety-Car-Phasen 

Zwei Unfälle, einer davon heftig, sorgten für heikle Momente. Beim Cadillac von Valtteri Bottas brach bei vollem Speed die Radaufhängung, das Fahrzeug schlug heftig in die Streckenbegrenzung. Das Rennen war insgesamt über 40 Minuten unterbrochen. Ob Rote Flaggen, Re-Starts oder Safety-Car-Phasen - Antonelli blieb Herr seines WM-Geschehens. 

Überholmanöver sorgt für Jubel

Kontrolliert mit Kalkül steuerte er seinen Wagen in der dünnen Luft in über 2200 Metern über dem Meeresspiegel. Und wie zum Beweis seines weltmeisterlichen Talents sorgte er mit einem Überholmanöver gegen Leclerc für Jubel auf den Rängen. Am Ende beließ es Antonelli bei Rang drei hinter Verstappen und Hamilton - mit dem Triumph des Italieners bringt es das Drei-Generationen-Trio auf dem Podium auf 12 WM-Titel in 20 Saisons.

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