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Dennis Schröder hatte entscheidenden Anteil am gelungenen Saisonauftakt der Charlotte Hornets und wurde dementsprechend gewürdigt. Rookie Hannes Steinbach kam derweil trotz bärenstarkem Preseason-Abschluss nicht zum Einsatz.
Im letzten Preseason-Spiel hatte Steinbach noch mit 19 Punkten, 10 Rebounds und 3 Steals in nur 28 Minuten gegen die Memphis Grizzlies geglänzt. Beim 110:103-Sieg über die Brooklyn Nets im ersten NBA-Spiel der Saison flog er jedoch komplett aus der Rotation. Aber warum?
Die Antwort hat einen Namen: Moussa Diabate. Beim Preseason-Finale gegen die Grizzlies musste Diabate mit einer Ellenbogenverletzung aussetzen, kehrte nun aber gegen die Nets stark zurück (17 Punkte, 8 Rebounds), wenngleich er ein Plus/Minus von -16 verbuchte. Weil auch Naz Reid auf Steinbachs Ausweichsposition überzeugte (20 Punkte, 11 Rebounds, 7 Assists), waren die Minuten begrenzt.
Ryan Kalkbrenner, der gegen die Grizzlies noch Foul- und Ballhandling-Probleme hatte, wovon Steinbach profitierte, spielte defensiv eine gute Rolle und zudem setzte Head Coach Charles Lee auf Royce O'Neale auf der Vier. Für Steinbach war letztlich kein Platz, was aber für die Zukunft nicht unbedingt ein eindeutiger Fingerzeig sein muss. Immerhin schwärmte Lee in der Vorbereitung regelmäßig vom deutschen Big und attestierte ihm, ein fleißiger Arbeiter und lernwilliger Spieler mit außerordentlichen und vielseitigen Qualitäten zu sein.
Dennoch hat Steinbach auf der Fünf aktuell gegenüber Kalkbrenner wohl das Nachsehen. Auf der Vier hat Royce O'Neale als Backup von Reid Vorteile mit Blick auf die zum Auftakt dreierlastige Offense der Hornets (15/48 3PT). Zudem naht die Rückkehr von Grant Williams. Es wird also nicht leichter für Steinbach, auf Spielzeit zu kommen. Lee betonte aber trotz der noch vorhandenen Defensivschwächen des deutschen Rookies, dass dieser "großartige Spiele" haben werde.
Ein solches legte gegen die Nets ausgerechnet Dennis Schröder hin. Der deutsche Nationalmannschaftskapitän rückte erwartungsgemäß für den verletzten Coby White in die Starting Five und lieferte sofort ab. In 35 Minuten legte er 19 Punkte (7/13 FG, 0/3 3FG), 4 Rebounds und 6 Assists auf.
Im Schlussviertel war er es, der die Aufholjagd der Nets, die eine einst zweistellig Hornets-Führung auf 90:94 verkürzt hatte, endgültig mit einem persönlichen 8:2-Lauf beendete. "Wir alle spüren seinen Einfluss jeden Tag im Training. Wir lieben es, ihn im Haus zu haben, und er bringt diesen Wettkampfgeist in jedes Spiel, in das er kommt. Ich liebe, was er uns heute Abend gegeben hat", schwärmte Lee daher berechtigterweise vom 33 Jahre alten Veteranen.
Schröder verstehe es, Situationen richtig einzuordnen und richtig darauf zu reagieren, betonte Lee mit Blick auf die Leader-Qualitäten des Neuzugangs: "Er hat keine Angst, den Mund aufzumachen und zu sagen, was gesagt werden muss." Und ganz wichtig: "Wenn er spricht, hören alle zu." In Schröder sieht Lee daher "eine Verlängerung des Trainerstabs, was ich liebe, weil er oft die richtigen Botschaften vermittelt".
Anders als Steinbach kam Christian Anderson Jr., der designierte Schröder-Erbe im DBB-Team, zu seinem NBA-Debüt, nachdem er in der Preseason aufgrund einer Sprunggelenksverletzung länger ausgefallen war. In 13 Minuten von der Bank konnte er aber noch keinen Punkt erzielen (0/3 FG), verbuchte aber immerhin seine ersten Rebounds (2), Assists (2), Steals (2) und leider auch Turnover (2).
Aufseiten der Nets durfte sich Moritz Wagner von der Bank als Backup für Day'Ron Sharpe (8 PTS, 8 REB) beweisen. In einer Viertelstunde kam der deutsche Nationalspieler beim ersten Auftritt für sein neues Team auf 7 Punkte (1/3 FG) und 1 Assist.