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MotoGP-Streit um Katar-GP eskaliert: Rennserie will Teilnahme der Fahrer mit Strafen erzwingen
Die Yamaha-Fahrer kommen wohl um eine Reise nach Katar herum, Foto: Pramac Racing / Fa. Ro.

Wenige Tage vor dem geplanten Grand Prix in Katar ist die Lage im MotoGP-Paddock am Sonntag eskaliert. Yamaha hat wenige Stunden nach dem Rennen in Malaysia bekanntgegeben, dass weder das Werksteam noch Kundenteam Pramac Racing am Katar-GP teilnehmen werde. Damit entspricht der Hersteller aus Iwata dem Wunsch fast aller MotoGP-Fahrer, die nächste Woche ebenfalls nicht in den Wüstenstaat einreisen wollen. Die Rennserie selbst versucht deren Teilnahme am weiterhin geplanten Katar-GP nun mit empfindlichen Strafen zu erzwingen. Motorsport-Magazin.com informiert über die aktuelle Lage.

Nahost-Konflikt droht erneute Eskalation: MotoGP-Fahrer wollen nicht nach Katar

Beginnen wir mit einem kurzen Rückblick. Eigentlich hätte der Katar-GP schon Mitte April stattfinden sollen, wurde aufgrund des im Frühjahr aufgekommenen Nahost-Konflikts dann aber auf das nahende Wochenende vom 7. bis 9. November verschoben. Über den Sommer hatte sich die politische Lage in Arabien dann etwas entspannt, vollständig abgeklungen ist der Konflikt aber nie - und vor zwei Wochen zeichnete sich dann ab, dass die Lage durch erneute Angriffe der USA und Israel sowie angekündigte Vergeltungsschläge des Iran zeitnah wieder eskalieren könnte. Genauer gesagt soll es nach den Midterm-Elections losgehen. Diese finden am 3. November und damit nur vier Tage vor Beginn des MotoGP-Wochenendes in Katar statt.

Katar-GP als Auslöser: MotoGP-Fahrer wollen wieder Gewerkschaft (09:08 Min.)

Bei den Fahrern ist in den vergangenen zwei Wochen deshalb der Wunsch gewachsen, nicht in den Wüstenstaat reisen zu müssen und dort potenziell Teil eines Krieges zu werden. Während des Australien-GP letzte Woche gab es am Donnerstag deshalb ein erstes Treffen mit den Verantwortlichen der MGP-Group gegeben haben, in dem die Fahrer ihren Unmut äußerten und mehrheitlich gegen eine Austragung des Katar-GPs stimmten.

Die MotoGP hielt jedoch an ihrem Plan fest, den Grand Prix auszutragen. Noch in Australien sollen die Piloten der Königsklasse deshalb ein Dokument bei den Verantwortlichen der MGP-Group eingereicht haben, welches von drei Vierteln des Feldes unterzeichnet wurde. Darin wurden einige Forderungen festgehalten, die sie erfüllt sehen wollten, um die Reise nach Katar anzutreten. Laut 'Motorsport.com' gehörten dazu Evakuierungsplan für das gesamte Personal im Fahrerlager sowie eine Lebens-, Rücktransport- und Krankenversicherung, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, falls sich die Krise verschärfen sollte.

An diesem Wochenende in Malaysia soll die MGP-Group dann erklärt haben, dass der Staat Katar die Erfüllung der Forderungen zugesichert habe. Die MotoGP-Fahrer wollten die Garantien jedoch nicht vom Staat Katar, sondern von der MGP-Group selbst. Am Freitag nach den Trainings gab es deshalb ein weiteres Treffen, in dem ein weiterer Brief an die MGP-Group verfasst wurde, worin festgehalten wurde, dass die Rennserie selbst als Bürge auftreten müsse, damit sie sich auf eine Reise nach Katar einlassen. Ebenso wurde darin eine Deadline festgehalten. Bis 16 Uhr Ortszeit am Sonntag (also 9 Uhr MEZ, Anm.) müsse es eine schriftliche Bestätigung von der MGP-Group geben, dass sie die Verantwortung für alle Eventualitäten in Katar übernehmen würde. Anderenfalls würden die Fahrer nicht Katar reisen. Diese Bestätigung traf jedoch nicht ein.

Das MotoGP-Starterfeld ist mehrheitlich gegen eine Austragung des Katar-GPs, Foto: IMAGO / PRESSE SPORTS
Das MotoGP-Starterfeld ist mehrheitlich gegen eine Austragung des Katar-GPs, Foto: IMAGO / PRESSE SPORTS

MotoGP will Katar-Teilnahme erzwingen: Fahrern drohen harte Sanktionen

Stattdessen gab es am Sonntagmorgen um 11 Uhr Ortszeit ein Treffen zwischen Carmelo und Carlos Ezpeleta sowie allen Teammanagern der MotoGP. Darin wurde an ihre vertraglichen Pflichten der Teams gegenüber der Motorrad-WM erinnert, dass sie sicherstellen müssten, dass ihre Fahrer an den Events der Weltmeisterschaft teilnehmen. Tatsächlich haben sich Teams und Fahrer mit ihren Vertragsunterschriften dazu auch verpflichtet, weshalb die MGP-Group ihre Teilnahme nun mit empfindlichen Strafen erzwingen will. Von möglichen Rennsperren und Punktabzügen ist zu hören. "Sie können uns aus jedem Winkel angreifen. Finanziell oder auf sportlicher Seite, indem sie uns die Lizenz entziehen", bestätigte Jack Miller am Sonntag nach dem Malaysia-GP.

Ob die Rennserie mit ihrem Vorgehen Erfolg haben wird, werden die kommenden Tage und Stunden zeigen. Yamaha wurde infolge der Absage, die mit übergeordneten Unternehmensrichtlinien begründet wurde, schon im offiziellen Statement der MotoGP "sportliche Konsequenzen" angedroht. Ob diese den japanischen Hersteller nochmal zum Umdenken bringen werden, wird die Zukunft zeigen. Honda, wo man ebenfalls würde eine Katar-Absage nachgedacht haben soll, sicherte die Teilnahme in einer kurzen Stellungnahme jedenfalls zu - entgegen dem Wunsch der eigenen Fahrer. "Die Situation dort ist nicht die beste. Wenn wir gehen, dann wahrscheinlich nicht, weil wir wollen", meinte Joan Mir am Sonntag. Viele seiner Kollegen schienen sich am Sonntagnachmittag schon damit abgefunden zu haben, gegen ihren Willen nach Katar zu reisen. "Wir müssen gehen", hatte beispielsweise Maverick Vinales gesagt. Der Rückzug von Yamaha könnte aber auch bei ihnen jetzt nochmal zu einem Umdenken führen.

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