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Beim FC Bayern muss eine Feldspielerin ins Tor

Vanessa Gilles streift sich das Torwart-Trikot über. © picture alliance/BEAUTIFUL SPO/Jan Kaefer

Über 30 Tore, wechselhafte Spielverläufe und einiges an Spektakel. Eine Innenverteidigerin im Tor, Aufholjagden und Spannung im Tabellenkeller prägten den 8. Spieltag der Frauen-Bundesliga.

Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Justin Kraft sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfließen. Informiere dich über die verschiedenen journalistischen Textarten.

Das Rennen um die internationalen Plätze mag bereits so klare Konturen annehmen, dass Überraschungen unwahrscheinlich scheinen. Doch die sieben Partien des vergangenen Wochenendes hatten es in sich. Hier kommt das Round-up zum Spieltag.

Bundesliga: Der 8. Spieltag im Überblick

Die Torspektakel: Bremen und Union machen es spannend

Die beste Nachricht des Wochenendes: Am gesamten Bundesliga-Spieltag sind 33 Tore gefallen. Macht einen Schnitt von etwas mehr als 4,5 Toren pro Spiel. Neben Bayerns deutlichem Kantersieg gegen Leipzig bekamen die Fans vor allem in Hamburg und in Bremen etwas geboten.

Dabei waren die Spielverläufe total verschieden. Werder Bremen hatte gegen Freiburg lange alles im Griff, führte schon nach 35 Minuten mit 3:0. Selbst der Anschlusstreffer des Sport-Clubs schien sie nicht zu beeindrucken. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit machten die Bremerinnen den Deckel drauf. Vermeintlich.

Denn Freiburg kam nochmal auf ein Tor heran. Es ist nicht das erste Mal, dass Bremen in einer zweiten Halbzeit die Kontrolle ein Stück weit aus der Hand gibt. Was ärgerlich ist, weil sie nur mit den Ergebnissen aus den ersten 45 Minuten bereits 17 Punkte auf ihrem Konto hätten statt der bisher 13.

In Hamburg war die Situation etwas anders. Auch der HSV führte zwischenzeitlich komfortabel mit 2:0 und dann 3:1, um am Ende sogar noch 4:4 zu spielen. Allerdings war die Spielanlage eine andere. Union war eigentlich über 90 Minuten das bessere und druckvollere Team. Doch was den Eisernen zu einem Topteam in der Liga fehlt, ist defensive Souveränität.

Offensiv ist Union unter Marie-Louise Eta mittlerweile ins Rollen gekommen. Hinten aber agiert man bisweilen zu naiv – und verschenkt in Hamburg deshalb zwei wichtige Punkte.

Der Durchbruch: Nürnberg belohnt sich gegen Leverkusen

Auch der HSV kann natürlich argumentieren, zwei Punkte verschenkt zu haben. Zwar war er das schwächere Team, aber bis zur 86. Minute zu führen, macht ein Unentschieden letztlich immer bitter. Umso bitterer mit dem Wissen, dass der 1. FC Nürnberg sein Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit 2:0 gewinnen konnte.

Für den FCN eine Art Durchbruch in dieser Saison. Mithalten konnte er gerade auch gegen stärkere Gegner schon häufiger, doch defensiv waren die Defizite einfach zu groß. Auch Leverkusen hatte insgesamt 20 Abschlüsse in Nürnberg, scheiterte aber mehrfach an Lourdes Romero und sich selbst. Mit dem ersten Saisonsieg belohnt sich der Club erstmals in dieser Saison für den eigenen Offensivmut.

Die Torjägerin: Ella Peddemors trifft nach Belieben

Viel Offensivmut hat auch Ella Peddemors in dieser Saison. Die Wolfsburgerin war abermals die Protagonistin beim 3:0-Sieg gegen den 1. FC Köln. Mit ihrem achten und neunten Tor setzt sie sich zudem in der Torjägerinnenliste weiter ab.

Ella Peddemors führt die Torschützinnenliste an.

Ihre Talente sind dabei breit verteilt. Beim 1:0 zeigte sie ihren richtigen Riecher, als sie im Umschaltmoment einen Fehler der Kölnerinnen ausnutzte. Später traf sie sehenswert per Freistoß. Die 24-Jährige hat schon jetzt drei Tore Vorsprung auf Klara Bühl und Laura Freigang.

Die Hobby-Torhüterin: Vanessa Gilles muss zwischen die Pfosten

Vorsprung ist auch das Stichwort für den FC Bayern, der der Liga souverän enteilt. Sportlich ist das 5:1 weder eine Überraschung noch ein großes Highlight. Es ist mehr ein weiterer Haken auf der To-do-Liste.

Für ein großes Highlight sorgte unfreiwilligerweise aber Vanessa Gilles. Die Kanadierin musste für Ena Mahmutovic ins Tor, weil die sich in der Schlussphase eine Rote Karte abholte und José Barcala keine Wechsel mehr übrig hatte. Der folgende Freistoß flog Gilles dann auch gleich um die Ohren. Eine Flanke wehrte sie ab wie eine Nicht-Torhüterin, parierte dann aber sicher kurz darauf – und musste dabei selbst lachen.

So nah und doch so fern: Mainz 05 besser, als die Tabelle zeigt

Mainz 05 hat beim Blick auf die Tabelle deutlich weniger Freude. Abgeschlagen steht er auf dem letzten Rang. Nach acht Spielen hat der FSV null Punkte, nur vier Tore und schon 27 Gegentore. Alles sieht danach aus, als würde es für die Nullfünferinnen wieder in die 2. Bundesliga gehen.

Die gute Nachricht ist allerdings, dass der Abstand auf den HSV erst sechs Punkte beträgt. Und die zweite gute Nachricht: Beim 1:3 in Hoffenheim hat Mainz vielleicht sein bisher bestes Saisonspiel gemacht. Nicht nur, dass man nach nur elf Minuten in Führung ging, auch nach dem 1:1 in der 39. Minute fiel das Team nicht auseinander.

Erst sehr spät besiegelte ein Doppelpack die weitere Niederlage (84. und 90.+3). "Ich möchte Mainz 05 ein Kompliment aussprechen, die für mich ein wirklich gutes Spiel gemacht haben heute", sagte Eva-Maria Virsinger nach dem Spiel über die Aufsteigerinnen. Viel kaufen kann sich Mainz von dem Ergebnis erstmal nicht. Die Leistung dürfte ihm dennoch etwas Rückenwind geben.

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Am Donnerstag gibt es zudem das Nachholspiel zwischen Werder Bremen und der TSG Hoffenheim (18.00 Uhr) und dann geht es ins Achtelfinal-Wochenende des DFB-Pokals.

Das sind die Partien des 9. Spieltags der Bundesliga, der am 6. November startet:

  • Bayern vs. Bremen (Freitag, 6. November, 18.30 Uhr)
  • Frankfurt vs. Wolfsburg (18.30 Uhr)
  • Freiburg vs. Nürnberg (Samstag, 12.00 Uhr)
  • Leverkusen vs. Hamburg (14.00 Uhr)
  • Union vs. Hoffenheim (Sonntag, 14.00 Uhr)
  • Mainz vs. Stuttgart (16.00 Uhr)
  • Köln vs. Leipzig (Montag, 18.00 Uhr)

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