Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
LeBron James war ein großer Fan: Warum die Lakers ihren einstigen Rekord-Rookie vom Hof jagten

Im November 2024 stellte Dalton Knecht einen Rookie-Rekord für die Lakers auf. Im Oktober 2026 schmiss ihn L.A. einfach raus. Wie konnte das passieren? Warum soll LeBron James Schuld sein? Und wie geht es weiter?

Während die Lakers zum Saisonauftakt einen souveränen Sieg gegen die Warriors feierten, wurde Knecht in dieser Nacht parallel Unrestricted Free Agent. Kein Team wollte ihn mit seinem aktuellen Vertrag in den letzten 48 Stunden von der Waiver Wire holen. Er ist nach seiner Entlassung in Los Angeles vorläufig am tiefsten NBA-Boden angekommen. Es ist nicht lange her, da war ein solches Szenario noch unvorstellbar.

Denn dieser Tage machte noch einmal ein Video vom 26. Juni 2024 die Runde. JJ Redick, der erst kurz zuvor den Posten als Head Coach der Lakers übernommen hatte, war überglücklich im Draft-Room. Es wurden eifrig Hände geschüttelt und viele Schultern geklopft. Die Lakers hatten sich gerade im Draft mit dem 17. Pick Knecht geschnappt. Nach Angaben von GM Rob Pelinka hatte Knecht kaum die Bühne betreten, da begann Redick schon wild die unterschiedlichsten Plays aufs Board zu malen, die er gerne für seinen neuen Schützling laufen wollte.

Vermutlich fühlte er sich bei Knechts Shooting-Künsten einfach an seine eigene Laufbahn erinnert. Der Forward überzeugte am College mit einem wunderschönen Jumper, der ihn in seinem letzten College-Jahr zu 21,7 Punkten pro Spiel trug. Es war nicht sein erstes Jahr am College. Bevor er in Tennessee seinen Draft-Stock noch gewaltig nach oben katapultierte, hatte er schon zwei Spielzeiten in Northern Colorado auf dem Buckel.

Utah Jazz v Los Angeles Lakers - Emirates NBA Cup

"Die anderen 16 Teams haben es vermasselt": LeBron schwärmte von Knecht

Es war Fluch und Segen zugleich. Von vielen Experten wurde er glatt als Top-Pick gehandelt, da er schon sofort NBA-ready sein sollte. Doch die Teams nahmen Abstand von ihm, da er eben auch schon 23 Jahre alt war. Kein Spieler, der vor ihm gezogen wurde, war älter, und nur zwei vor ihm waren keine Teenager mehr.

Den Lakers war das egal. "Die anderen 16 Teams haben es einfach vermasselt", sagte auch LeBron James und outete sich sofort als großer Fan des Rookies. Knecht sollte die Franchise nicht langfristig als Superstar der Zukunft verändern. Es brauchte schnell weiteres Talent und Shooting, damit Redick ebenso schnell Erfolge feiern konnte. Superstars für die Gegenwart hatte der Kader mit LeBron und Anthony Davis bereits. Und Knecht hatte Starpotenzial ohne noch eine lange Lernkurve vor sich zu haben.

X-Faktor neben James und Davis: Knechts starker Lakers-Start

Redick schenkte ihm direkt das Vertrauen und in den ersten sechs Spielen stets mehr als zehn Minuten - auch wenn der Wurf noch nicht sofort fallen wollte. Bis Mitte November. Knecht rutschte für den verletzten Rui Hachimura in die Starting Five.

Und los ging es: 19 Zähler und fünf von fünf Dreiern gegen die Memphis Grizzlies. Eine kurze Verschnaufpause mit "nur" 14 Punkten gegen die San Antonio Spurs, doch dann folgten noch einmal 27 gegen die New Orleans Pelicans.

"Es ist immer gut, einen Trainer wie ihn zu haben, der volles Vertrauen in dich hat und immer will, dass du den Ball wirfst", schwärmte Knecht zu dem Zeitpunkt von Redick. "Wenn ich also da rausgehe und ein paar verrückte Würfe nehme, oder von irgendwo abdrücke, wo ich das eigentlich nicht sollte, ist es immer gut zu wissen, dass JJ hinter mir steht." Der Rookie hatte eines der grünsten Lichter der Liga. Selbstzweifel? "Nein, überhaupt nicht. Jedes Mal, wenn ich zum Wurf hochgehe, glaube ich, dass es ein guter Wurf ist."

Knecht, der schon in der Preseason gegen die Phoenix Suns mal eben 35 Punkte auflegte (die meisten seit Kobe Bryant, 25 davon im Schlussviertel und der Verlängerung) hatte nicht nur von seinem Coach das "Go" bekommen. "Ich bin überhaupt nicht überrascht", zeigte sich LeBron zufrieden mit der Leistungsexplosion seines jungen Mitspielers. "Er nimmt Big-Time-Shots, er trifft Big-Time-Shots", erklärte Anthony Davis nüchtern. Edelfan Snoop Dogg drückte ihm derweil schon den Spitznamen "Westside Knecht" auf, die Medien nannten ihn den X-Faktor der Lakers und den Steal des Drafts.

Utah Jazz v Los Angeles Lakers - Emirates NBA Cup

Der Rekord steht bis heute: Als Knecht gegen die Jazz Feuer fing

Und das war alles noch vor seinem größten Spiel. Nach dem 27-Punkte-Statement gegen die Pels schmiss Knecht seine endgültige Breakout-Party: 37 Punkte gegen die Utah Jazz, inklusive neun verwandelter Dreier (bei zwölf Versuchen). Bis heute geteilter Rookie-Rekord. Nicht nur bei den Lakers, sondern in der gesamten NBA. Besser sollte es nie wieder werden. Er hatte Ausreißer nach oben und Ausreißer nach unten, bis er Anfang Februar seinen vorläufigen Tiefpunkt erreichte.

Dabei hatte der überhaupt nichts mit seinen sportlichen Leistungen zu tun. Doch kurz zuvor hatten die Dallas Mavericks in Person von Nico Harrison die Lakers mit Luka Doncic beschenkt. Im Gegenzug gaben sie Davis ab und der Stein kam ins Rollen. Nun brauchten die Lakers einen neuen Big Man und schielten auf Mark Williams.

Oder besser: Sie glotzten förmlich auf Mark Williams, denn sie hatten mit den Charlotte Hornets bereits einen Trade vereinbart, in dessen Gegenzug sie Cam Reddish einen Firstrounder, einen Pick Swap und eben Knecht abgeben wollten. Nur nahm L.A. dann beim Medizincheck die rosarote Brille ab und ließ den Deal aufgrund mehrerer Probleme mit Williams' Gesundheit plötzlich platzen.

"Verrückte Zeit": Knecht wird nach dem geplatzten Trade nie wieder er selbst

Knecht wanderte wenige Tage später zurück in die Kabine, die er eigentlich verlassen sollte. Er sollte dem Team, das ihn weggeschickt hatte, ganz normal wieder weiterhelfen. "Es war eine verrückte Zeit", erklärte Knecht rückblickend. Deutlich weniger verrückt war, dass sein Selbstvertrauen weg war, während mit Luka Doncic ein neuer Heilsbringer auf der Matte stand. Für den Rest des Februars traf er für die Lakers nicht einmal mehr jeden dritten Dreier und schaffte kaum noch 5 PPG. Richtung Saisonende fing er sich noch einmal, doch er war überwiegend ein Schatten seiner selbst.

Nachdem Knecht das Vertrauen in seinen Wurf verloren hatte, verlor auch Redick das Vertrauen in ihn. Denn sonst hatte sein einstiger Liebling wenig anzubieten. Er war ein beliebtes Angriffsziel in der Verteidigung, hatte Probleme in der Entscheidungsfindung, verpasste Rotationen und war einfach überall einen Schritt zu langsam. Und vor allem: Es gab keinen Schritt mehr nach vorne. Als Knecht in die NBA kam, war er schon am Maximum.

In der letzten Saison halbierte sich seine Spielzeit fast. Seine Statistiken rutschten ebenfalls in den Keller und die Quoten sanken tief. Doch während Redick schon nicht mehr auf Knecht setzte, setzte Pelinka darauf, dass irgendwer anders sich noch an die magischen Wochen von Knecht erinnern könnte und alles andere nicht mitbekommen hätte. Die Lakers zogen im vergangenen Oktober die Team Option für 2026/2027 in Höhe von 4,2 Millionen Dollar und gingen fest davon aus, einen Trade-Partner zu finden.

Los Angeles Lakers v Houston Rockets - Game Six

Es war niederschmetternd: Knechts fatale Preseason und die verzweifelten Lakers

Sie fanden keinen. Nicht während der Saison, nicht kurz vor der Trade Deadline, nicht während des Sommers. Also bekam Knecht in dieser Preseason eine letzte Chance, sich noch einmal ins Schaufenster zu stellen. Viermal stand er auf dem Parkett, nur in einem einzigen Spiel konnte er punkten. Es war niederschmetternd. Fast schon verzweifelt versuchten die Lakers anschließend noch ein aller letztes Mal, einen möglichen Abnehmer ans Telefon zu bekommen.

Gleichzeitig musste Knecht öffentlich gute Miene zum bösen Spiel machen. Es war wie damals bei seinem Fast-Trade nach Charlotte. "Es ist ein Business", erklärte er damals. Davon, dass er nun erneut weg sollte oder entlassen werden könnte, wusste er nichts: "Davon haben sie mir persönlich noch gar nichts gesagt."

Doch irgendwann in den letzten Tagen hat es ihm (hoffentlich) jemand persönlich gesagt. Knecht überstand den letzten Roster Cut nicht. Einer von 16 Spielern musste noch aus dem Kader fliegen. Es traf ihn, den Rekordhalter, und nicht etwa Jaden Hardy oder Bronny James.

Los Angeles Lakers v Philadelphia 76ers

Warum durfte Bronny James bleiben, während Knecht gehen musste?

Was den wütenden Lakers-Mob auf die Internet-Straße brachte. Redick musste sich den Vorwurf anhören, Knecht in einer zu kleinen Rolle, zu statisch und zu wenig mit dem Ball in den Händen eingesetzt zu haben. "Wieso darf Bronny stattdessen bleiben?", lautete aber die meistgestellte Frage, die meistens etwas weniger fragend und förmlich gestellt wurde.

Der Vorwurf: Bronny, der im gleichen Jahr wie Knecht, aber erst in der zweiten Runde ausgewählt worden war, kam nur wegen LeBron in die Liga und zu den Lakers. "Seit ihrer zeitgleichen Ankunft scorte Knecht 39-mal zweistellig, Bronny hingegen nur fünfmal", lautete die Beweisführung dafür, dass Knecht übel mitgespielt wird. Bronny dürfe nur bleiben, aufgrund der Verbindungen seines Vaters und dessen Verbindungen zu Redick sowie der Klutch-Agentur, die im Falle eines Bronny-Aus ihre Star-Klienten davon abhalten würde, nach L.A. zu kommen, heißt es. Quatsch.

Dass beide völlig unterschiedliche Spielertypen sind, Bronny sich in seiner Zeit in die richtige Richtung weiterentwickelt hat und sich in den vergangenen Playoffs mit seiner Defense tatsächlich einige Minuten verdiente, wird dabei genauso außer Acht gelassen wie die Tatsache, dass er noch jünger ist und Knecht sich schon viermal so lange auf dem NBA-Parkett beweisen durfte.

Zumal Redick es noch einmal kurz vor dem Cut auf den Punkt brachte: "Ich glaube, der wichtigste Punkt ist, dass sich die Mannschaft verändert hat. Die Anforderungen haben sich geändert, die Zusammensetzung hat sich geändert. Ich glaube, er hat sich in den letzten zwei Jahren als Spieler schon verbessert", erklärte der Head Coach. "Aber ich denke, besonders im letzten Jahr hat jeder Spieler aufgrund der Verletzungen, die wir hatten, reichlich Chancen bekommen. Ich glaube einfach, dass wir zu Beginn dieses Jahres viele Flügelspieler verpflichtet haben und er sich derzeit in einer schwierigen Lage befindet."

"Ein zukünftiger All Star"? Knecht braucht ein realistisches Umfeld und Selbstvertrauen

Für Knecht besteht dennoch Hoffnung, dass er sich noch einmal anderswo in einer leichteren Lage beweisen darf. In einem neuen Umfeld, das gleichermaßen an ihn glaubt, aber seine Fähigkeiten auch angemessen einzuschätzen weiß. Und damit sind keine Prognosen im Stil von NBA-Champion Metta Sandiford-Artest gemeint, der nach der Entlassung einen echten Hot Take parat hatte: "Er ist einfach ein großartiger Spieler und ein zukünftiger All Star."

Das wird Knecht sehr, sehr, sehr sicher nicht mehr. Er muss seine kleine und spezifische Rolle kennen und in ihr brillieren. Er braucht wieder Selbstvertrauen und muss dringend an seinem Basketball-IQ arbeiten. "Ich glaube, ich habe mich insgesamt verbessert. Das Spiel scheint sich ein bisschen verlangsamt zu haben, sodass es mir leichter fällt, verschiedene Spielsituationen zu erkennen, auf dem Platz zu stehen und spontan Anpassungen vorzunehmen", zeigte sich der 24-Jährige diesbezüglich zuletzt optimistisch.

Er wird genau das jedoch erst einmal beweisen müssen, womöglich auch über den Umweg in der G-League. Laut Insider Jake Fisher (Bleacher Report) sind vor allem drei Teams jetzt an dem Unrestricted Free Agent interessiert: Kings, Raptors und Timberwolves. Die einzigen drei Teams, die aktuell noch einen freien Two-Way-Spot in ihrem Kader haben und niemanden für Knecht rausschmeißen müssten. Und egal, wo es ihn hinzieht: Dass bei seiner Verpflichtung noch einmal eine solche Partystimmung wie am 26. Juni 2024 aufkommt, ist längst unvorstellbar geworden.

NBA: Die Statistiken von Dalton Knecht bei den Los Angeles Lakers

Saison

Spiele

Minuten

Punkte

FG%

3FG%

FT%

Rebounds

Assists

24/25

78

19,2

9,1

46,1

37,6

76,2

2,8

0,8

25/26

54

10,2

4,2

45,5

34,2

72,7

1,4

Könnte Ihnen gefallen

Über 200 Millionen Dollar! Youngster der Charlotte Hornets erhält Mega-Vertrag kurz vor NBA-Saiso...

SPOX.com vor 2 Tage

Vertragsdrama bei den New York Knicks: NBA-Superstar Jalen Brunson mit Ansage an Karl-Anthony Towns

SPOX.com vor 1 Tag

Plötzlich denkt LeBron James an Schröder

SPORT1 vor 1 Tag

NBA 2026/27: Übertragung, Termine und Favoriten

wz-net.de vor 1 Tag

LeBron James und 76ers gewinnen NBA-Start beim Meister

Badische Zeitung vor 20 Stunden

NFL-Star Mahomes trauert um früheren Teamkollegen Bailey

Focus vor 2 Stunden

Deutscher NBA-Profi mit dem Roller zum Ring

SPORT1 vor 1 Tag